Marc O. Schmidt-Kolumne

Microsoft & Co: Irrt sich der Markt?

26.03.26 06:29 Uhr

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Lange Zeit war der Jubel über die Künstliche Intelligenz in der gesamten Technologiewelt groß. Ähnlich wie Arbeitnehmer in einigen Branchen jedoch fürchten, dass die KI irgendwann ihre Jobs übernehmen könnte, wird befürchtet, dass KI-Agenten das Geschäftsmodell vieler Software-Unternehmen überflüssig machen könnten. Allerdings gilt es hier, genau hinzuschauen.

NVIDIA-Chef sieht KI-Chance für Softwareunternehmen

Jensen Huang, CEO des KI-Darlings NVIDIA (WKN: 918422 / ISIN: US67066G1040), sagte jüngst gegenüber CNBC, dass die Märkte die Bedrohung durch KI für Software-Unternehmen falsch eingeschätzt hätten. „Ich glaube, die Märkte haben sich geirrt“, sagte Huang und widersprach damit Befürchtungen, dass KI-Agenten die Unternehmenssoftwarebranche kannibalisieren würden.

Stattdessen erwartet er, dass eine Vielzahl von Software-Firmen agentische KI nutzen wird, um ihre Software zu entwickeln und die Effizienz zu steigern. Huang verwendet wiederum das Wort „kontraintuitiv“, wenn er davon spricht, dass KI-Agenten diese Software-Tools nicht ersetzen, sondern vielmehr im Auftrag der Menschen nutzen werden.

Er sagt, KI-Agenten seien „Tool-Nutzer“. Als Beispiele für diese Tools nennt er Internetbrowser oder Microsoft Excel. Unternehmen wie Microsoft (WKN: 870747 / ISIN: US5949181045) oder SAP haben wiederum vor allem gegenüber kleineren Software-Anbietern einen Vorteil. Schließlich sind sie derart in den Unternehmen verwurzelt, dass es schwer werden wird, sie zu ersetzen.

Unverzichtbar für Unternehmenskunden

Eine tiefe Prozessintegration bei Unternehmenskunden sorgt dafür, dass die Kosten eines Wechsels extrem hoch sind, wenn SAP, Microsoft & Co. ersetzt werden sollen. Zudem greifen auch Software-Unternehmen auf KI-Technologien zurück und bieten entsprechende Produkte und Dienstleistungen an. Zumal Microsoft seit geraumer Zeit am ChatGPT-Schöpfer OpenAI beteiligt ist und zugleich der weltweit zweitgrößte Anbieter im Bereich Cloud-KI-Infrastruktur ist. Dies ist ein Grund, warum Bank-of-America-Analyst Tal Liani in Bezug auf die Aussichten für die Microsoft-Aktie optimistisch ist.

Der Experte hat die Coverage für Microsoft mit einer „Buy“-Einschätzung und einem Kursziel von 500,00 US-Dollar wieder aufgenommen. Aktuell würde dies einem Kurspotenzial von rund 35 Prozent entsprechen. Der Vorteil von Microsoft liegt aus Analystensicht in seiner Fähigkeit, die Vorteile der KI sowohl in der Infrastruktur als auch in den Anwendungen zu nutzen, da seine Azure-Cloud-Infrastrukturplattform die Rechen- und Datengrundlage für KI-Workloads in Unternehmen bildet, während seine wichtigsten Softwareprodukte in alltägliche Aufgaben eingebettet sind, die die Kundenbindung und Nutzung fördern würden.

Mein Fazit

Die Sorge, dass KI-Agenten das Geschäftsmodell vieler Software-Unternehmen vollständig verdrängen könnten, erscheint bei genauerer Betrachtung übertrieben. Branchenvertreter wie Jensen Huang betonen vielmehr, dass Künstliche Intelligenz bestehende Software-Lösungen nicht zwangsläufig ersetzt, sondern deren Nutzung und Entwicklung sogar unterstützen kann. Besonders große Anbieter wie Microsoft profitieren von ihrer tiefen Integration in Unternehmensprozesse, wodurch ein Wechsel für Kunden mit hohen Kosten und Risiken verbunden wäre. Gleichzeitig investieren diese Unternehmen selbst stark in KI-Technologien und bauen entsprechende Angebote aus.

Als weitere Alternative zu einem Direktinvestment in Microsoft käme auch ein Indexzertifikat auf den Magnificent 7 Index (WKN: DA0AC0 / ISIN: DE000DA0AC05) infrage. Bei den Magnificent 7 handelt es sich um die sieben Technologiewerte Meta Platforms, Alphabet, Microsoft, Amazon, Apple, NVIDIA und Tesla.

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18.03.2026NVIDIA OutperformBernstein Research
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