MÄRKTE USA/Trump-Rückzieher löst Erholungsrally aus - Brent-Öl bei 100 USD

23.03.26 17:14 Uhr

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Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES--US-Präsident Trump sorgt mit einem Rückzieher in Form einer Verlängerung seines Ultimatums an den Iran, die Straße von Hormus freizugeben, am Montag für eine Erleichterungsrally. Er kündigte Gespräche mit Iran über eine vollständige Lösung der Feindseligkeiten im Nahen Osten an. Auf breiter Front steigen die Aktienkurse darauf stark, wie zuvor bereits in Europa zu beobachten, weil zugleich auch die Ölpreise kräftig nachgeben.

Laut Trump führen die USA Gespräche mit einem Spitzenvertreter des Iran und weitere seien geplant. Wegen dieser Gespräche würden die USA nun für fünf Tage auf Angriffe gegen die iranische Energieinfrastruktur verzichten. Zuvor hatte Trump Iran eine Frist von 48 Stunden gesetzt. Trump nannte den Namen des iranischen Vertreters nicht. "Sie wollen unbedingt ein Abkommen schließen. Wir würden auch gerne ein Abkommen schließen", sagte Trump.

Trump hatte zuvor von "produktiven Gesprächen" mit dem Iran gesprochen, was das iranische Außenministerium laut dem staatlichen Sender IRIB aber dementierte. Demnach gibt es "keinen Dialog" zwischen Teheran und Washington. Iran hatte seinerseits auf das Ultimatum Trumps mit der Drohung reagiert, alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier zu nehmen.

Im Handel heißt es, Trump knicke wieder einmal ein. Wie schon öfter gesehen, mache er einen Rückzieher, wenn der Gegenwind - vor allem an den Finanzmärkten - zu stark werde. Zur Mittagszeit in New York liegen die Indizes zwar weiter klar im Plus, aber auch deutlich unter den Tageshochs: Der Dow-Jones-Index steigt um 1,6 Prozent auf 46.315 Punkte. Der breite S&P-500 erholt sich um 1,3 Prozent, die Nasdaq-Indizes legen in ähnlicher Größenordnung zu.

Die Ölpreise kommen von den frühen Tageshochs deutlich zurück, seit Trump das Entspannungssignal gesendet hat. Aktuell verbilligt sich Brent-Öl im Vergleich zum Freitag um 10,0 Prozent auf rund 101 Dollar je Fass. Im Tageshoch waren noch 114 Dollar fällig gewesen.

Der Dollar verliert mit der Hoffnung auf eine Deeskalation von seinem Nymbus als sicherer Hafen und wertet stark ab. Der Euro schießt auf 1,1585 Dollar nach oben, verglichen mit Ständen um 1,1485 Dollar zuvor.

Dazu tragen auch deutlich nachgebende US-Renditen bei. Im Zehnjahresbereich geht es um gleichwohl nur um 3 Basispunkte rauf 4,36 Prozent nach unten. im Tagestief waren es 4,31 Prozent. Hintergrund ist, dass mit den fallenden Ölpreisen zugleich Inflationsängste einen kräftigen Dämpfer erhalten und damit Spekulationen auf steigende Zinsen.

Gold ist weiter nicht gesucht, Der Preis der Feinunze sinkt um 2,7 Prozent auf 4.366 Dollar. "Die Preise verzeichneten ihren größten Wochenverlust seit 1983 aus Sorge, dass eine höhere Inflation die Fed zu Zinserhöhungen veranlassen wird", werfen die ANZ-Analysten einen Blick auf den jüngsten starken Preisrückgang.

Am Aktienmarkt geht es für prominente Schwergewichte wie Apple, Nvidia oder Amazon zwischen 1,5 und 2,7 Prozent nach oben. Branchenseitig liegen Aktien aus dem Konsumgütersektor an der Spitze mit einem Plus von 2,3 Prozent, gefolgt von Industrietiteln (+1,8%) und Rohstoffaktien (+1,5%). Am Ende rangieren mit den sinkenden Ölpreisen Papiere aus dem Energiesektor (+0,4%) und die als defensiv geltenden Pharmawerte (+0,4%).

Bei den Einzelwerten steigen Tesla um 2,9 Prozent, nachdem CEO Elon Musk Pläne veröffentlicht hat, wonach der E-Autobauer und das Weltraumunternehmen SpaceX gemeinsam eine neue Chipfabrik in Texas errichten werden. Synopsys kommen um 3,3 Prozent voran mit der Nachricht, dass Elliott Investment einen größeren Anteil an dem Chipentwickler hält und nun Druck ausüben will, damit mehr Geld mit Software und Dienstleistungen erlöst wird.

Draftkings verteuern sich um 1,9 Prozent, gestützt von einem positiven Analystenkommentar. Ihnen gefällt, dass der Sportentertainment- und Glücksspielkonzern bislang noch nicht massiv Kapital für seine Prognosemarktplattform eingesetzt hat. Dass der Pharmariese Pfizer und der französische Impfstoffhersteller Valneva positive Studienergebnisse eines Impfstoffkandidaten meldeten, sorgt bei Pfizer für keinen positiven Impuls. Die Aktie verliert sogar leicht.

Uneinheitlich zeigen sich die vier Aktien, die zu Handelsbeginn in den S&P-500-Index aufgenommen wurden. Vertiv gewinnen 2,6 Prozent, Lumentum 1,6 und Coherent 0,2 Prozent, während Echostar 3,0 Prozent verlieren.

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INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

DJIA 46.315,19 +1,6 +737,72 45.577,47

S&P-500 6.592,55 +1,3 +86,07 6.506,48

NASDAQ Comp 21.948,46 +1,4 +300,85 21.647,61

NASDAQ 100 24.191,31 +1,2 +293,16 23.898,16

US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief

2 Jahre 3,87 -0,03 4,02 3,79

5 Jahre 3,99 -0,03 4,11 3,92

10 Jahre 4,36 -0,03 4,45 4,31

DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:28

EUR/USD 1,1588 +0,2 0,0018 1,1570 1,1561

EUR/JPY 183,9 -0,2 -0,3100 184,21 184,0300

EUR/CHF 0,912 +0,0 0,0002 0,9118 0,9107

EUR/GBP 0,8654 -0,2 -0,0017 0,8671 0,8675

USD/JPY 158,67 -0,4 -0,5500 159,22 159,1800

GBP/USD 1,3388 +0,4 0,0049 1,3339 1,3323

USD/CNY 6,8807 -0,1 -0,0050 6,8857 6,8857

USD/CNH 6,8917 -0,2 -0,0132 6,9049 6,9020

AUS/USD 0,6992 -0,4 -0,0031 0,7023 0,7043

Bitcoin/USD 70.206,53 +3,0 2.027,24 68.179,29 70.005,90

ROHÖL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

WTI/Nymex 90,45 -7,9 -7,78 98,23

Brent/ICE 101,12 -9,9 -11,07 112,19

Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag

Gold 4.366,11 -2,7 -121,54 4.487,65

Silber 67,66 -0,2 -0,10 67,76

Platin 1.844,21 -4,1 -77,86 1.922,07

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/gos/flf

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March 23, 2026 12:14 ET (16:14 GMT)

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