Kritik von Peter Schiff

Strategy-Aktie unter Druck: Warum das Rekordtief der Vorzugsaktien neue Zweifel an Saylors Bitcoin-Strategie weckt

19.06.26 21:09 Uhr

NASDAQ-Titel Strategy-Aktie unter Druck: Vorzugsaktie sendet Warnsignal - Bricht die Bitcoin-Strategie auseinander? | finanzen.net

Die Vorzugsaktie von Strategy ist am Donnerstag auf ein neues Rekordtief gefallen. Kritiker warnen daher bereits vor einem möglichen Zusammenbruch der Finanzierungsstrategie des Unternehmens.

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• Strategy-Vorzugsaktie STRC fällt auf Allzeittief
• Höhere Risikoprämien könnten für Unternehmen zum Problem werden
• Peter Schiff warnt vor Rissen in Strategys Bitcoin-Finanzierung

Für Michael Saylor und sein als Bitcoin-HODLer bekanntes Unternehmen Strategy war die Strategie der vergangenen Jahre denkbar einfach: Über die Ausgabe von Anleihen und Vorzugsaktien wird Kapital eingesammelt, das anschließend in Bitcoin investiert wird. Solange der Bitcoin-Kurs steigt und die Kapitalmärkte Vertrauen in dieses Modell haben, entsteht ein selbstverstärkender Effekt zugunsten der Aktionäre. Doch genau dieses Vertrauen scheint derzeit deutliche Risse zu bekommen.

Vorzugsaktie auf Allzeittief: Risse im Bitcoin-Finanzierungskonstrukt werden sichtbar

Am gestrigen Donnerstag erreichte die Strategy-Vorzugsaktie STRC an der NASDAQ im Handelsverlauf mit 82,53 US-Dollar ein neues Allzeittief. Zum Handelsende stand das Papier dann bei 88,59 US-Dollar. Damit notiert der Anteilsschein deutlich unter seinem Nennwert von 100 US-Dollar, auf den die Konstruktion ursprünglich ausgerichtet wurde. Zeitgleich gerieten auch die Stammaktien von Strategy (MSTR) unter Druck und büßten an der NASDAQ letztlich 3,46 Prozent auf 112,53 US-Dollar ein. Sie setzten damit die ohnehin schwache Kursentwicklung der vergangenen Monate fort, denn seit Jahresbeginn war es hier bereits um rund 26 Prozent abwärts gegangen.

Die Kursverluste treffen Strategy zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Der Konzern ist stärker als jedes andere börsennotierte Unternehmen vom Vertrauen der Investoren in Bitcoin und die eigene Kapitalmarktstrategie abhängig. Sinkende Kurse bei den Finanzierungsinstrumenten erschweren jedoch die weitere Beschaffung frischen Kapitals. Entsprechend habe Strategy den Verkauf der Vorzugsaktien vorerst gestoppt, berichtet "boerse-express". Somit dürften vorerst auch keine weiteren Bitcoin-Käufe getätigt werden, da frische finanzielle Mittel für sie fehlen.

Peter Schiff sieht sich bestätigt

Besonders lautstark kommentierte der bekannte Bitcoin-Kritiker Peter Schiff die Entwicklung. Auf der Plattform X verwies er auf den Kurssturz von STRC und argumentierte, dass der Markt mittlerweile eine deutlich höhere Rendite fordere, um das Risiko der Vorzugsaktie zu kompensieren.

Schiff schrieb am Donnerstag, dass STRC bei einem Tief von 85,32 US-Dollar für die Vorzugsaktien bereits eine Dividendenrendite von rund 13,5 Prozent bieten müsse, um den Kurs wieder in Richtung des Nennwerts von 100 US-Dollar zu bewegen, frühere Investoren schadlos zu stellen und neue Aktien erfolgreich platzieren zu können.

Für Schiff ist dies ein Hinweis darauf, dass das Finanzierungssystem von Strategy zunehmend unter Druck gerät. Der Ökonom zählt seit Jahren zu den prominentesten Bitcoin-Gegnern und liefert sich regelmäßig öffentliche Auseinandersetzungen mit Strategy-Gründer Michael Saylor.

Das eigentliche Problem heißt Finanzierungskosten

Tatsächlich geht es bei der aktuellen Diskussion weniger um Bitcoin selbst als um die Kosten der Kapitalbeschaffung. STRC wurde von Strategy als variabel verzinste, unbefristete Vorzugsaktie konzipiert. Die Dividendenrendite kann angepasst werden, um den Kurs möglichst nahe am Nennwert von 100 US-Dollar zu halten. Strategy selbst beschreibt STRC als ein Instrument mit monatlich anpassbarer Dividende, das Preisvolatilität reduzieren und die Handelbarkeit rund um den Nennwert fördern soll.

Doch die Realität an der Börse entwickelt sich derzeit anders. Der starke Kursabschlag signalisiert, dass Investoren höhere Risikoprämien verlangen. Laut "Investor's Business Daily" dürfte die Dividendenrendite von STRC deshalb erneut steigen. Die ursprünglich bei neun Prozent gestartete Ausschüttung wurde bereits mehrfach angehoben und liegt inzwischen bei 11,5 Prozent. Weitere Erhöhungen erscheinen wahrscheinlich.

Für den Krypto-HODLer bedeutet dies steigende Finanzierungskosten. Gleichzeitig hat sich das Tempo der Bitcoin-Käufe zuletzt deutlich verlangsamt. Beobachter verweisen darauf, dass das Unternehmen inzwischen wesentlich kleinere Bitcoin-Zukäufe tätigt als noch zu Beginn des Jahres. Zudem wurden zuletzt erstmals seit Jahren kleinere Bitcoin-Bestände verkauft, um Liquiditätsziele zu erreichen.

Die Strategy-Aktie bleibt ein Streitfall an der Börse

Trotz der zunehmenden Skepsis gibt es weiterhin zahlreiche Analysten, die an der langfristigen Investmentstory festhalten. Laut den bei "TipRanks" erfassten Schätzungen lautet der Konsens der Wall Street für die Stammaktien MSTR derzeit weiterhin "Strong Buy". Dabei stehen zwölf Kaufempfehlungen lediglich zwei Halteempfehlungen gegenüber. Zum Verkauf rät keiner der erfassten Experten. Das durchschnittliche Kursziel liegt zudem mit 315,38 US-Dollar deutlich über dem aktuellen Börsenkurs.

Die Bullen argumentieren laut "TipRanks", dass Strategy weiterhin über enorme Bitcoin-Reserven verfügt und selbst nach den jüngsten Rückschlägen eine starke Bilanzbasis besitzt. Kritiker verweisen hingegen auf die hohe Abhängigkeit von Kapitalmarktfinanzierungen, die Verwässerung bestehender Aktionäre durch neue Aktienemissionen sowie die steigenden Verpflichtungen aus Vorzugsaktien wie STRC.

Darauf sollten Anleger jetzt achten

Der Absturz der Vorzugsaktie STRC könnte möglicherweise einen Wendepunkt in der Wahrnehmung von Strategy markieren. Während die Debatte lange Zeit fast ausschließlich um den Bitcoin-Kurs kreiste, richtet sich der Blick nun zunehmend auf die Finanzierungsstruktur des Unternehmens. Je weiter STRC unter seinen Nennwert fällt, desto teurer wird die Kapitalbeschaffung. Je teurer die Kapitalbeschaffung wird, desto schwieriger wird es, die aggressive Bitcoin-Akkumulationsstrategie in bisherigem Umfang fortzuführen.

Peter Schiff sieht darin den Beginn einer Abwärtsspirale. Für Anleger ist die aktuelle Situation vor allem eine Frage des Risikoprofils. Die Stammaktie MSTR bleibt im Kern eine gehebelte Wette auf Bitcoin. Steigt der Bitcoin-Kurs deutlich, kann die Aktie überproportional profitieren. Umgekehrt wirken sich fallende Bitcoin-Kurse oder eine Verschlechterung der Finanzierungsmöglichkeiten besonders stark auf die Bewertung aus. Bei der Vorzugsaktie STRC stellt sich die Lage differenzierter dar. Der starke Kursrückgang hat die laufende Rendite erheblich erhöht und macht das Papier für einkommensorientierte Anleger grundsätzlich attraktiver. Gleichzeitig signalisiert der Kursverfall aber auch, dass der Markt höhere Risiken einpreist. Wer STRC kauft, setzt darauf, dass Strategy die Dividendenzahlungen langfristig aufrechterhalten kann und das Vertrauen der Investoren zurückkehrt. Der hohe Renditeaufschlag ist daher nicht nur eine Chance, sondern auch Ausdruck gestiegener Unsicherheit.

Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Strategy

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