ASML-Aktie fällt: Bericht schürt Sorgen um Exportkontrollen - Infineon-Aktie ebenso im Blick

Nach der spektakulären Rally der vergangenen Monate zeigen sich Chipwerte zum Wochenschluss trotz Gegenwindfaktoren uneinheitlich.
Werte in diesem Artikel
Die Trump-Administration habe laut einem Bericht Bedenken geäußert, eine der hochtechnologischen EUV-Lithografiemaschinen des niederländischen Unternehmens ASML könnte ungeachtet aller Exportbeschränkungen in China eingesetzt werden.
Die Aktie des wertvollsten europäischen Unternehmens rutschte im frühen Handel um bis zu 2,6 Prozent ab, bevor sich das Minus auf letztlich 1,09 Prozent bei 1.657,80 Euro eingrenzte. Das Papier, das im Wert fast 8 Prozent des gesamteuropäischen Index Stoxx 600 ausmacht, ist seit Jahresbeginn um rund 80 Prozent gestiegen.
US-Handelsminister Howard Lutnick soll nach einem Bloomberg-Bericht gegenüber Führungskräften des in Amsterdam notierten Unternehmens die Sorge geäußert haben, dass eine der leistungsstarken Extrem-Ultraviolett-Lithografiemaschinen nach China gelangt sei. Damit wäre gegen von den USA verhängten Exportbeschränkungen verstoßen worden, schreibt die Nachrichtenagentur, die sich auf nicht genannte Quellen beruft.
"ASML hat noch nie eine EUV-Maschine nach China geliefert, noch haben wir nach China Komponenten, Module oder Geräte exportiert, die speziell für den Einsatz in einer EUV-Maschine entwickelt wurden", erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme. ASML hatte zuvor bereits Behauptungen zurückgewiesen, es habe Exportkontrollen nicht eingehalten.
ASML ist der weltweit einzige Anbieter dieser Maschinen, die für die Massenproduktion modernster Chips erforderlich ist. Der Hightech-Hersteller steht damit an vorderster Front des globalen Wettrüstens im Bereich der Künstlichen Intelligenz.
Die Lithografiemaschinen, die streng kontrolliert werden und eine enge Überwachung durch ASML-Mitarbeiter erfordern, setzen Hochleistungslaser ein, um mikroskopisch kleine Muster auf Siliziumscheiben zu drucken. Zu den Hauptkunden des Unternehmens zählen der Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Co (TSMC) und Samsung Electronics.
"Das sind sehr schwer zu schmuggelnde Dinge", sagte Ben Barringer, Leiter der Technologieanalyse beim Vermögensverwalter Quilter Cheviot über die Anlagen.
ASML erklärte, das Unternehmen stehe regelmäßig im Austausch mit Regierungsvertretern weltweit.
"Wir erkennen die nationalen Sicherheitsüberlegungen hinter den Exportkontrollvorschriften in den USA und den Niederlanden an", heißt es in der Stellungnahme der Gesellschaft.
ASML sei diplomatische Verwicklungen aufgrund der Bedeutung seiner Ausrüstung für Spitzentechnologie-Chips gewohnt, urteilt der Analyst. Es sei dem Unternehmen einfach nicht möglich, ein Land dem anderen vorzuziehen. "ASML muss die Beziehungen zu den Chinesen aufrechterhalten. Es geht nicht nur darum, sich auf die Seite der USA zu stellen", sagte Barringer.
Der Bloomberg-Bericht dürfte ASML nun unter Druck setzen, sagte Tickmill-Marktstratege Patrick Munnelly. Das KI-Wettrüsten zwischen den USA und China sei ein hochsensibles Thema.
"Das ist nicht nur für ASML selbst von Bedeutung", schrieb Munnelly in einer Mitteilung an Kunden. "Die weltweite Aktienrally hängt stark vom Chipsektor ab. Jedes erneute Risiko von US-chinesischen Technologiebeschränkungen würde direkt gegen den KI-getriebenen Optimismus wirken, der die Märkte stützt", so Munnelly.
So reagieren Chip-Aktien
Nach ihrem enorm guten Lauf kam es bei Chipwerten am Freitag nur teilweise zu Gewinnmitnahmen. Der US-Branchenindex SOX ist im Juni bis dato um 12 Prozent gestiegen. Im laufenden Jahr hat er sich mehr als verdoppelt. Einige Einzelwerte liegen freilich noch besser im Rennen.
STMicroelectronics tendierten in Paris letztlich um 0,04 Prozent höher auf 67,92 Euro. Infineon sanken auf XETRA schlussendlich um 0,05 Prozent auf 81,97 Euro.
Deutlich besser hielten sich SUSS MicroTec, die letztlich um 8,76 Prozent zulegen auf 111,70 Euro. Ihnen half eine Kurszielerhöhung von Berenberg. Trotz der Rally habe der Markt die weiter anziehende Dynamik in den Endmärkten des Anlagenbauers für die Chipbranche noch nicht gänzlich honoriert, schrieb Amelie Dueckelmann-Dublany. Suss haben 2026 in der Spitze 166 Prozent gewonnen und erst am Vortag ebenfalls einen Rekord erreicht.
FRANKFURT/PARIS/ NEW YORK (dpa-AFX) / DOW JONES
Ausgewählte Hebelprodukte auf AIXTRON
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf AIXTRON
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
| Name | Hebel | KO | Emittent |
|---|
Bildquellen: CHRISTOF STACHE/AFP/Getty Images, 360b / Shutterstock.com

