Absacker als Chance nutzen

Sony: Ein bisschen Schmerz muss sein!

08.07.15 03:00 Uhr

Sony: Ein bisschen Schmerz muss sein! | finanzen.net

Der japanische Elektronikkonzern Sony überrascht die Börse mit einer großen Kapitalerhöhung. Warum der Kursrückschlag der Aktie eine Chance für Anleger bietet.

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von Sven Parplies, Euro am Sonntag

Sony-Aktionäre brauchen ein dickes Fell. 15 Mal in den vergangenen sieben Jahren hat der japanische Elektronikriese seine Gewinnprognose gekürzt. Jetzt hat Konzernchef Kazuo Hirai eine andere unangenehme Überraschung präsentiert: Sony platziert neue Aktien und gibt eine Wandelanleihe heraus. Umgerechnet 3,6 Milliarden Dollar sollen dadurch in die Kasse kommen. Man habe die Phase der Restrukturierung abgeschlossen und werde jetzt investieren, begründete ein Konzernsprecher das für viele Börsianer überraschende Vorgehen.

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Eine Kapitalerhöhung hat für Aktionäre den Nachteil, dass ihr Anteil am Gesamtkonzern verwässert wird - im Fall Sony jetzt um bis zu zehn Prozent. Die Aktie der Japaner ist nach Ankündigung der Kapitalmaßnahmen unter Druck geraten - in der Spitze büßte das Papier am Dienstag an der Börse in Tokio mehr als acht Prozent ein. Zuvor hatte sich der Kurs innerhalb von zwölf Monaten mehr als verdoppelt.

Sony will mit dem frischen Geld Schulden reduzieren sowie die Produktion und Entwicklung von Kamerasensoren ausbauen. Diese Sensoren werden unter anderem in modernen Smartphones eingesetzt und haben sich zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber des Konzerns entwickelt. Sony ist in diesem Bereich Marktführer und dürfte damit überproportional vom Wachstum dieses Segments profitieren. Unter anderem setzen App­le und Samsung, also die Topkonzerne unter den Handyherstellern, auf Sony als Zulieferer.

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Mehr Klasse, weniger Masse

Hirai hat große Pläne: In sechs der vergangenen sieben Jahre schrieb der Konzern Verluste - damit soll nun Schluss sein. Bis zu dem im März endenden Geschäftsjahr 2018 will Hirai den operativen Konzerngewinn auf 500 Milliarden Yen (derzeit etwas mehr als vier Milliarden Dollar) steigern. Damit würde Sony fast wieder das Niveau der Erfolgszeit aus den späten 90er-Jahren erreichen. Um tatsächlich dorthin zu kommen, konzentriert sich Sony auf seine Stärken: Kamerasensoren oder auch das Geschäft um die Spielkonsole PlayStation sollen durch Investitionen gestärkt werden. Als Wachstumstreiber hat Hirai auch die Filmstudios und Musik ausgemacht. Vom Geschäft mit TV-Geräten oder auch Computern verabschiedet sich der Konzern hingegen, da der Wettbewerb dort zu hart ist.

Mit der neuen Ausrichtung hat Hirai an der Börse für gute Laune gesorgt. Entgegen der unheilvollen Tradition hatte Sony im vergangenen Geschäftsjahr sogar zweimal seine Gewinnprognose angehoben. Die Investmentbank JP Morgen sieht gute Chancen, dass auch die Prognose für das laufende Jahr zu vorsichtig kalkuliert ist. Für eine positive Überraschung könnten die Kamerasensoren und die PlayStation sorgen. Probleme etwa im TV-Geschäft dürften hingegen im Aktienkurs weitgehend verarbeitet sein.

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Die Masse der Analysten sieht es ähnlich: Laut Datendienst Bloomberg empfehlen 70 Prozent der Profis die Aktie zum Kauf, die Kursziele liegen im Schnitt bei ­umgerechnet 32 Euro. Der durch die Kapitalerhöhung verursachte Kursrutsch könnte sich also als Einstiegsgelegenheit erweisen.

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Bildquellen: pcruciatti / Shutterstock.com, Kobby Dagan / Shutterstock.com

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