Nicht D-Wave: Darum favorisiert Northern Capital Markets diese Quantenaktien

Eine neue Analyse von Northern Capital Markets setzt klare Schwerpunkte bei Quantencomputing-Aktien, wobei D-Wave überraschend zurückgestuft wird.
Werte in diesem Artikel
• Northern Capital zeichnet differenziertes Bild der Quantencomputing-Branche
• IonQ und Xanadu sind die Favoriten
• Zurückhaltung bezüglich weiterer Branchen-Größen
Die Euphorie rund um Quantencomputing hält an - doch nicht alle börsennotierten Player profitieren gleichermaßen von der positiven Stimmung. Eine aktuelle Analyse des US-amerikanischen, institutionellen Broker-Dealers Northern Capital Markets setzt klare Schwerpunkte und rückt insbesondere zwei Unternehmen in den Fokus.
IonQ und Xanadu im Fokus der Analysten
Laut einem Bericht von Barron’s hat der Analyst Nehal Chokshi von Northern Capital Markets mehrere Quantenunternehmen neu bewertet und dabei klare Favoriten identifiziert. Demnach gelten IonQ und Xanadu Quantum Technologies als die aussichtsreichsten Titel im Sektor.
IonQ wird dabei besonders hervorgehoben. Das Unternehmen gilt laut Chokshi als führender Kandidat, um bis 2030 einen breiten praktischen Nutzen von Quantencomputern zu erreichen. Entscheidender Faktor sei eine sehr hohe technische Qualität: die "99,99 Prozent two-qubit gate fidelity", ein zentraler Leistungsindikator, der angibt, wie zuverlässig ein Quantensystem das richtige Ergebnis berechnet. Die Einstufung fällt entsprechend optimistisch aus: Northern Capital Markets bewertet die Aktie mit "Outperform" und sieht ein Kursziel von 55 US-Dollar.
Auch Xanadu wird positiv beurteilt. Das Unternehmen, das auf photonische Quantencomputer setzt, erhält ebenfalls ein "Outperform"-Rating mit einem Kursziel von 43 US-Dollar.
Technologischer Ansatz als Differenzierungsmerkmal
Ein wesentlicher Grund für die positive Einschätzung von Xanadu liegt laut Barron’s im technologischen Ansatz. Das Unternehmen arbeitet mit photonischen Systemen, die bei Raumtemperatur betrieben werden können und integrierte Fehlerkorrektur ermöglichen. Gleichzeitig weist der Analyst jedoch auch auf bestehende Herausforderungen hin: Photonische Systeme leiden weiterhin unter Verlusten ("photonic loss" - das plötzliche Verschwinden oder die Absorption von Photonen), was die Skalierung erschweren kann.
Auch bei anderen Unternehmen sieht Northern Capital Markets Potenzial. So wird Quantum Computing Inc. weiterhin unterstützt, insbesondere wegen seiner photonischen Architektur auf Basis dünner Lithium-Niobat-Schichten, heißt es bei Barron’s.
D-Wave und Rigetti nur zweite Wahl
Deutlich zurückhaltender fällt die Einschätzung für andere bekannte Namen der Branche aus. Sowohl D-Wave Quantum als auch Rigetti Computing werden lediglich mit "Market Perform" bewertet.
Bei Rigetti sehen die Analysten noch keine klare Positionierung im Markt. D-Wave wiederum konzentriert sich traditionell auf sogenanntes Annealing-Quantencomputing und hat erst kürzlich wieder den Einstieg in gate-basierte Systeme versucht. Genau dieser Schritt wird jedoch kritisch gesehen: Chokshi stellt laut Barron’s den Zeitpunkt dieser strategischen Neuausrichtung infrage. So werden die Marktchancen von D-Wave als begrenzt eingeschätzt, "falls sich der jüngste Vorstoß in den Bereich des gatebasierten Quantencomputings als zu spät erweist", wird der Analyst zitiert.
Gleichzeitig erkennt Chokshi an, dass D-Wave operative Fortschritte zeigt. Die bereinigte Bruttomarge von 86 Prozent im Jahr 2025 wertet er laut Barron’s als Hinweis auf eine bestehende Marktnachfrage.
Einordnung: Was bedeutet das für Anleger?
Die Einschätzungen von Northern Capital Markets spiegeln eine Branche wider, die sich weiterhin in einem frühen Entwicklungsstadium befindet. Während einzelne Unternehmen technologisch vorankommen, bestehen weiterhin Unsicherheiten bei Skalierbarkeit, Kommerzialisierung und Geschäftsmodellen.
Für Investoren bedeutet das: Der Quantencomputing-Sektor bleibt ein Hochrisiko-Segment, in dem die Auswahl einzelner Titel entscheidend ist. Laut Northern Capital Markets konzentriert sich das Chancenpotenzial aktuell auf wenige Unternehmen mit klarer technologischer Perspektive - insbesondere IonQ und Xanadu. Gleichzeitig zeigt die zurückhaltendere Bewertung von D-Wave und Rigetti, dass nicht jeder etablierte Name automatisch zu den Gewinnern zählen dürfte.
Anleger sollten daher genau zwischen technologischen Ansätzen und Marktpositionierung unterscheiden - und sich bewusst sein, dass selbst die favorisierten Titel weiterhin von erheblichen Unsicherheiten geprägt sind.
Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net
Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.
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