Hohe Energiepreise: Das sollte beim Anbieterwechsel von Strom und Gas beachtet werden

Die Strom- und Gaspreise kannten zuletzt nur noch den Weg nach oben. Doch trotz Preiserhöhungen ist ein Anbieterwechsel nicht immer sinnvoll. Wann lohnt sich ein Wechsel?
Sollte man in die Grundversorgung wechseln?
Die Energiepreise in Deutschland sind dem globalen Data-as-a-Service-Unternehmen Statista zufolge enorm angestiegen. Verantwortlich sind hierfür globale Krisen wie beispielsweise der Ukraine-Krieg. Doch auch Entwicklungen im Iran schlagen sich an den Rohstoffmärkten nieder. Preiserhöhungen durch Energieanbieter können die Folge sein, dennoch sollte man nicht voreilig seinen Vertrag kündigen. Zunächst sollte geprüft werden, ob sich ein Anbieterwechsel überhaupt lohnt, oder die Ersparnis eventuell zu gering ausfällt. In einem solchen Fall kann es sich lohnen, den lokalen Grundversorger in Betracht zu ziehen. Hier können Verträge mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden, weshalb dies eine gute Übergangsoption sein kann, falls kein günstiger Stromanbieter zu finden ist.
Vorsicht bei Vergleichsportalen
Vergleichsportale wie Check24 werben häufig mit einem Neukundenbonus in Form einer Einmalzahlung im ersten Jahr bei einem Anbieterwechsel. Ein Anbieterwechsel sollte dann vorgenommen werden, wenn ein günstigerer Grundpreis als in der Grundversorgung und ein günstigerer Arbeitspreis geboten wird und der Wechselbonus attraktiv ausfällt.
Dennoch sollten Vergleichsportale mit Vorsicht genossen werden, da hier regionale Grundversorger oft nicht gelistet und die Preise dementsprechend nicht immer auf dem aktuellen Stand sind. Zur Überprüfung eines bestehenden Angebots können Vergleichsportale jedoch hilfreich sein. Liegt der Grundversorger unter den aktuellen Preisen der restlichen Anbieter, dann kann sich hier ein Wechsel durchaus lohnen. Doch was tun, wenn sich keine günstiger Grundversorger finden lässt?
Kurze Vertragslaufzeit und Preisgarantie
Lässt sich kein günstiger Grundversorger finden, dann bleibt nur noch die Option eines herkömmlichen Energieanbieters. Allerdings sollte nicht das erstbeste Angebot angenommen werden, welches man erhält. Stattdessen sollte unbedingt auf die Vertragslaufzeit geachtet werden, um so nicht zu lange an einen Anbieter gebunden zu sein, falls es wieder zu Preiserhöhungen kommen sollte. Insbesondere Vertragslaufzeiten mit nur einem Jahr lohnen sich, da man hier zeitnah wieder neu vergleichen kann und von Neukundenprämien und sonstigen Boni anderer Anbieter profitieren kann.
Die Verbraucherzentrale Energieberatung empfiehlt auf kurze Vertragslaufzeiten, Kündigungsfristen und Preisgarantieren ein besonderes Auge zu haben. Auf diese Weise ist man erst einmal gegen willkürliche Erhöhungen seitens des Anbieters abgesichert. Gegen die Erhöhung von Netzentgelten, Steuern, Abgaben oder Umlagen kann die Preisgarantie allerdings nichts ausrichten, da es sich hierbei um regulierte Preisbestandteile handelt, die nicht auf dem Markt entschieden werden.
Redaktion finanzen.net
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