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Ein grüner Campus für die Zukunft: Nachhaltigkeit trifft auf moderne Hochschulbildung

21.02.25 09:37 Uhr

Ein grüner Campus für die Zukunft: Nachhaltigkeit trifft auf moderne Hochschulbildung | finanzen.net

Im Osten Hamburgs, im Stadtteil Jenfeld, entsteht eine Vision für die Zukunft der Hochschulbildung: ein Universitätscampus, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch eine Vorreiterrolle im Klimaschutz übernimmt. Die geplante Umstrukturierung und Erweiterung der Helmut-Schmidt-Universität soll nicht nur den modernen Anforderungen an Lehr- und Lernumgebungen gerecht werden, sondern auch ein Paradebeispiel für nachhaltige Architektur und Stadtentwicklung setzen.

Der Campus, der derzeit rund 2.500 Studierende und mehr als 1.000 Mitarbeitende beherbergt, wird im laufenden Betrieb neu gestaltet. Das Ziel ist ein klimaneutraler Campus, der nicht nur moderne Lernräume bietet, sondern auch durch seine nachhaltige Bauweise und innovative Konzepte eine lebenswerte Umgebung für alle Nutzenden schafft.

Nachhaltigkeit als Leitprinzip

Der geplante Campus wird durch eine Reihe innovativer Maßnahmen nicht nur zum funktionalen Studienort, sondern auch zu einem Symbol für nachhaltige Entwicklung. Ein zentraler Bestandteil der Planung ist die Verwendung von regionalen und recyclebaren Baumaterialien, die den ökologischen Fußabdruck des Bauprojekts minimieren. Zudem wird der Campus durch eine umfangreiche Begrünung aufgewertet, die sowohl die Aufenthaltsqualität steigert als auch positive ökologische Effekte mit sich bringt. Durch diese Begrünung werden nicht nur ästhetische Vorteile erzielt, sondern auch die Artenvielfalt gefördert. Begrünte Dächer etwa tragen dazu bei, die Umgebungstemperaturen zu senken und filtern Schadstoffe aus der Luft. Kies- oder Bitumendächer heizen sich im Sommer auf bis zu 40 bis 55 Grad auf. Gründächer haben dagegen das Potenzial, die Oberflächentemperatur um bis zu 25 Grad zu senken.

Die Entscheidung, die bestehenden Bäume vor Ort zu bewahren, ist ebenfalls ein wichtiger Schritt, um das ökologische Gleichgewicht zu wahren. Nur bei einem unumgänglichen Zustand werden Bäume ersetzt - ansonsten wird darauf geachtet, dass die Natur in das Gesamtkonzept integriert wird. Diese Herangehensweise zeigt die Absicht, bestehende Strukturen zu erhalten und sie in eine nachhaltige Zukunft zu überführen.

Mobilität und Lebensqualität auf dem Campus

Im neuen Konzept wird nicht nur die Bauweise nachhaltig gestaltet, auch die Mobilität auf dem Campus wird durchdacht und umweltfreundlich organisiert. Ein zentraler "Mobility-Hub" sorgt dafür, dass der Campus nahezu verkehrsfrei bleibt, um das Gelände für Studierende und Mitarbeitende so angenehm wie möglich zu gestalten. Lieferverkehr wird über eine Ringstraße abgewickelt, sodass der eigentliche Campusbereich von unnötigem Verkehr verschont bleibt. Zudem wird die Nutzung von Fahrrädern und Rollern gefördert, was durch ein weit verzweigtes Wegenetz und zahlreiche Stellplätze unterstützt wird.

Energieversorgung: Ein Mix aus erneuerbaren Quellen

Besonders zukunftsweisend ist auch das Energiekonzept. Ziel ist es, eine klimaneutrale Energieversorgung zu realisieren, die auf den Prinzipien der erneuerbaren Energien basiert. Dabei wird ein innovativer Technologiemix genutzt, der unter anderem solare Strahlungsenergie, Grundwasser-, Abwasser- und Abwärme integriert. Dieses Konzept gewährleistet eine nachhaltige und sichere Energieversorgung, die nicht nur den Anforderungen des Campus gerecht wird, sondern auch langfristig die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert.

Das Schwammstadt-Prinzip: Aktives Wassermanagement Ein weiteres innovatives Konzept, das auf dem Campus umgesetzt wird, ist das sogenannte Schwammstadt-Prinzip. Dieses beruht auf der Idee, Regenwasser gezielt zu speichern, zu versickern oder verdunsten zu lassen. Die Flächen werden so gestaltet, dass sie wie ein Schwamm wirken und das Wasser zurückhalten. Dies verhindert Überschwemmungen und hilft dabei, das Wasser in den Kreislauf zurückzuführen. Darüber hinaus wird das gespeicherte Wasser für die Bewässerung der Grünflächen genutzt, was zusätzlich zur Förderung der Biodiversität beiträgt. In Zeiten des Klimawandels, in denen extreme Wetterbedingungen immer häufiger auftreten, ist ein solches Wassermanagement von zentraler Bedeutung, um die Auswirkungen von Starkregen und Überschwemmungen zu minimieren.

Zum Autor: Gregor Grassl, Associate Partner bei Drees & Sommer

Gregor Grassl ist Associate Partner beim auf Bau und Immobilien spezialisierten Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE mit Hauptsitz in Stuttgart. Er studierte Architektur in München und anschließend Stadtplanung in Stuttgart. 2007 startete er bei Drees & Sommer. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt im Bereich der nachhaltigen Stadt- und Quartiersentwicklung - und dabei insbesondere auf Klimaschutz- und Klimaanpassungskonzepten. 2013 wurde Gregor Grassl von der Zukunftsinitiative der Bundesregierung in die "Nationale Plattform Zukunftsstadt" berufen. Er ist zudem Mitautor des Fachbuchs "Nachhaltige Stadtplanung", unterrichtet an der DGNB Akademie angehende DGNB Auditoren und Consultants, ist Gastdozent an der ETH Zürich und Präsidiumsmitglied des New European Bauhaus LAB für "Sustainable and Inclusive Neigborhoods".

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Nachhaltige, innovative und wirtschaftliche Lösungen für Immobilien, Industrie, Energie und Infrastruktur zu beraten, umzusetzen - oder den Kunden sogar beides aus einer Hand zu bieten - das zeichnet das partnergeführte Beratungsunternehmen Drees & Sommer SE aus. Im Jahr 1970 gegründet und seitdem als Nachhaltigkeitspionier und Digitalisierungstreiber der Real Estate Branche bekannt, beschäftigt das Unternehmen mehr als 5.100 Mitarbeitende an 59 Standorten. Interdisziplinär zusammengesetzte Teams arbeiten in mehr als 5.000 Projekten weltweit daran, eine lebenswerte Zukunft zu schaffen und scheinbare Gegensätze zu vereinen: Tradition und Zukunft, Analog und Digital, Effizienz und Wohlbefinden. Als Unternehmer im Unternehmen steht dafür eine persönlich verantwortliche Partnerschaft ein.


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Bildquellen: Drees & Sommer