WDH/Deutsche Anleihen/Nach US-Zöllen: Suche nach sicheren Häfen treibt Kurse an

03.04.25 07:39 Uhr

(Im letzten Satz des ersten Absatzes muss es Punkte rpt. Punkte heißen.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die gestiegenen Konjunktursorgen infolge der Ankündigung breit gefächerter US-Zölle haben die Nachfrage nach als sicher geltenden Staatsanleihen von Industriestaaten angetrieben. So stieg in Deutschland der Kurs des richtungweisenden Terminkontrakts Euro-Bund-Future am Donnerstagmorgen um 0,65 Prozent auf 129,87 Punkte.

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Das von US-Präsident Donald Trump verkündete Mega-Zollpaket trifft indes nicht alle Handelspartner der USA gleichermaßen. Jenseits von den zehn Prozent, die auf Importe aus allen Ländern in die Vereinigten Staaten gelten sollen, gibt es individuelle Strafabgaben - je nachdem, ob die jeweiligen Länder aus Sicht der USA besonders hohe Handelsbarrieren für amerikanische Produkte haben.

Die EU bereitet derweil Gegenmaßnahmen vor, will aber gesprächsbereit bleiben. "Wir finalisieren bereits das erste Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereiten nun weitere Maßnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern", sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Rande eines Gipfeltreffens mit Staats- und Regierungschefs zentralasiatischer Staaten in Usbekistan.

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Chefvolkswirt Carsten Brzeski von der ING-Bank reduzierte in der Folge der US-Zollankündigungen die Wachstumsprognosen für die Eurozone. Die Folgen für die Inflation hingen derweil erst einmal auch von der Reaktion der EU ab. Sollten zumindest einige Gegenmaßnahmen getroffen werden, würde die Teuerungsrate in Europa zunächst wohl zulegen.

Dem stehe aber gegenüber, dass infolge der US-Zölle die bereits hohen Lagerbestände vieler Unternehmen und geringere Produktionsauslastungen noch verschärft werden könnten, so Brzeski weiter. Das wiederum spräche dann für ein Sinken der Inflationsrate. Gleichzeitig könnten Länder wie China versuchen, mehr nach Europa zu exportieren und das zu niedrigeren Preisen.

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Daher könnte ein umfassender weltweiter Handelskrieg - sollte er ausbrechen - sogar zu einer fallenden Inflationsrate in Europa führen./mis/zb