Deutsche Telekom erwägt offenbar vollständige Übernahme von T-Mobile US - Aktie im Minus

Die Deutsche Telekom erwägt einem Agenturbericht zufolge einen vollständigen Zusammenschluss mit ihrer US-Sparte T-Mobile US.
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Der Telekommunikationskonzern habe die Idee diskutiert, eine neue Holdinggesellschaft zu gründen, berichtet Bloomberg. Diese solle ein Übernahmeangebot auf Aktienbasis sowohl für Anteile der Deutschen Telekom als auch von T-Mobile abgeben. Es entstünde ein multinationaler Telekommunikationskonzern.
Die Deutsche Telekom ist mit einer Beteiligung von rund 53 Prozent bereits der größte Aktionär von T-Mobile. Ein Sprecher der Deutschen Telekom lehnte auf Anfrage von Dow Jones Newswires eine Stellungnahme zu dem Bericht ab.
Der mögliche Deal würde eine einzige, vereinfachte Unternehmensgruppe schaffen. Die Gruppe würde die Geschäftstätigkeiten der Deutschen Telekom und von T-Mobile kontrollieren. Zudem befände sie sich im gemeinsamen Besitz der derzeitigen Investoren beider Unternehmen.
Das kombinierte Unternehmen könnte anschließend eine Börsennotierung in den USA und an einer großen europäischen Börse anstreben, so Bloomberg. Die Details seien aber noch nicht ausgearbeitet.
Aktien von Deutsche Telekom und T-Mobile US im Fokus
Ein mögliches Zusammengehen mit T-Mobile US hat am Mittwoch die seit einigen Wochen schwächelnden Aktien der Deutschen Telekom nicht gestützt. Vorbörslich noch höher, überwog am Morgen die Skepsis und die T-Aktien gerieten im XETRA-Handel deutlich unter Druck. Zuletzt verloren sie als Schlusslicht im DAX 4,76 Prozent auf 27,42 Euro. Die T-Mobile US-Aktie schloss im NASDAQ-Handel 3,31 Prozent tiefer bei 188,92 US-Dollar.
Die regulatorischen Hürden für einen möglichen Zusammenschluss seien erheblich, gaben die Analysten von Bernstein Research zu Bedenken. Ohne einen deutlichen Aufschlag auf die Bewertung dürften die Aktionäre von T-Mobile US zudem kaum damit einverstanden sein, hieß es.
Von ihrem Ende Februar markierten Jahreshoch bei über 34 Euro sind die T-Aktien inzwischen ein gutes Stück zurückgefallen. Im Bereich der 26-Euro-Marke sind sie technisch unterstützt, hier hatte sich der Kurs im November und im Januar gefangen.
Der Bonner Konzern erwägt Kreisen zufolge eine vollständige Kombination mit seiner US-Mobilfunktochter. Die Telekom habe über eine Idee diskutiert, bei der eine neue Holdinggesellschaft Gebote für Aktien beider Unternehmen abgeben würde, hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet. Ein solcher Schritt wäre das größte öffentliche Übernahmegeschäft aller Zeiten, hieß es weiter.
Ein Zusammenschluss wäre für die Telekom wertsteigernd, sagte ein Händler. Gleichzeitig könnte die Finanzierung einige Sorgen bereiten und den Kurs belasten, räumte er ein.
Laut der US-Bank JPMorgan dürfte eine solche Transaktion zum Ziel haben, den Bewertungsabschlag der Telekom im Vergleich zur US-Tochter zu beseitigen, mehr Mittel für Zukäufe zur Verfügung zu haben und den weltgrößten Telekommunikationskonzern zu schaffen. Investoren dürften aber überrascht sein und es werde wohl zunächst mehr Fragen als Antworten geben, schrieb Analyst Akhil Dattani in seiner Einschätzung.
Mit Blick auf T-Mobile US seien Anleger jüngst zurückhaltender geworden, schrieb der Experte mit Verweis auf den Aktienüberhang und den zunehmenden Wettbewerb in den USA. Unter einem Aktienüberhang versteht man Positionen, die mit recht hoher Wahrscheinlichkeit verkauft werden und damit kursbelastend wirken können. Dattani sieht die Telekom aber gleichzeitig am Zug, Maßnahmen zu ergreifen, um ihre Burggraben-Position zu festigen und das Wachstum auf breiter Basis voranzutreiben.
Bernstein belässt T-Mobile US auf 'Market-Perform'
Das US-Analysehaus Bernstein Research hat die Einstufung für T-Mobile US nach einem Bloomberg-Bericht über einen möglichen Zusammenschluss mit dem Mutterkonzern Deutsche Telekom auf "Market-Perform" mit einem Kursziel von 245 US-Dollar belassen. Aktuell gebe es mehr Fragen als Antworten, doch sein Gesamteindruck sei, dass eine solche Transaktion netto negativ für die Aktionäre von T-Mobile US sein dürfte, schrieb Laurent Yoon in einer am Mittwoch vorliegenden Studie. Sollte es etwa zu einem Konglomeratsabschlag kommen, was er für wahrscheinlich halte, wären die T-Mobile-Aktionäre unverhältnismäßig stark davon betroffen.
Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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