Zölle auf US-Importe

Aktien von VW, Mercedes, BMW & Co. in Alarmstimmung: Trumps neuer 25%-Zollhammer trifft - So reagiert Europa

03.05.26 12:15 Uhr

Trump kündigt 25 Prozent Zölle auf EU-Autos an: Kursrutsch bei Aktien von VW, BMW und Mercedes voraus? | finanzen.net

US-Präsident Donald Trump hat via Social Media eine massive Erhöhung der Importzölle für europäische Pkw und Lkw auf 25 Prozent angekündigt.

Werte in diesem Artikel

• US-Präsident Donald Trump kündigt Erhöhung der Zölle für EU-Fahrzeuge auf 25 Prozent für die kommende Woche an
• Begründung ist eine mangelnde Einhaltung bestehender Handelsverträge durch die Europäische Union
• Autoaktien unter Beschuss

Der US-Präsident Donald Trump sorgt für ein politisches Beben an den globalen Märkten. Über die Plattform Truth Social gab das Staatsoberhaupt am Freitag bekannt, dass die Vereinigten Staaten die Tarife für aus der Europäischen Union importierte Pkw und Lkw ab der kommenden Woche auf 25 Prozent anheben werden. "Ich freue mich, bekannt zu geben, dass ich nächste Woche die Zölle für Autos und Lastwagen aus der Europäischen Union auf 25 Prozent erhöhen werde", erklärte Donald Trump an seine Anhänger und die internationale Staatengemeinschaft. Als primären Grund führte er an, dass die Europäische Union "unserem voll vereinbarten Handelsabkommen nicht nachkommt".

Fokus auf US-Produktion: "No Tariff" für lokale Fertigung

In seiner Stellungnahme betonte Donald Trump explizit, dass Fahrzeuge, die in amerikanischen Werken produziert werden, von den neuen Abgaben befreit bleiben. "Es ist völlig klar und vereinbart, dass es KEINEN ZOLL geben wird, wenn sie Autos und Lastwagen in US-Werken produzieren", so Donald Trump gegenüber den betroffenen Herstellern. Der Präsident verwies dabei auf Investitionen in Höhe von über 100 Milliarden US-Dollar, die aktuell in den Bau neuer Produktionsstätten auf US-Boden fließen würden. Ziel dieser protektionistischen Strategie ist die Stärkung der heimischen Industrie und die Schaffung von Arbeitsplätzen für amerikanische Arbeiter.

Folgen für deutsche Autobauer und Anleger

Die angekündigte Zollanhebung dürfte insbesondere exportorientierte deutsche Hersteller wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz unter Druck setzen, da die USA zu ihren wichtigsten Absatzmärkten zählen. Kurzfristig könnten höhere Importkosten die Margen belasten oder Preiserhöhungen erforderlich machen, was die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen würde. Zugleich rücken bestehende und geplante Produktionsstandorte in den USA strategisch in den Vordergrund, da lokal gefertigte Fahrzeuge von den Zöllen ausgenommen bleiben sollen. Für Anleger erhöht sich damit die Unsicherheit: Während Unternehmen mit starker US-Fertigung tendenziell robuster aufgestellt sind, könnten Titel mit hoher Exportabhängigkeit stärker schwanken. Insgesamt ist mit erhöhter Volatilität bei Auto- und Zuliefereraktien zu rechnen, bis klar ist, ob es zu Gegenmaßnahmen der EU oder Verhandlungen kommt.

Autowerte reagierten bereits am Freitag im US-Handel

Am Freitag konnten die betroffenen Aktien feiertagsbedingt in Europa noch nicht auf die Neuigkeiten reagieren, im US-Handel zeigen sich aber bereits die Folgen: Die Aussicht auf die höheren Zölle belastete bereits die Kurse europäischer Autobauer im US-Handel. So fiel der Kurs von Stellantis an der New York Stock Exchange um 2,06 Prozent auf 7,13 US-Dollar, während Ferrari 1,74 Prozent auf 341,26 US-Dollar verloren. Auch Hinterlegungsscheine (ADR) von Volkswagen und Mercedes gaben nach. Für die ohnehin angeschlagene europäische Autoindustrie kommt der Vorstoß zur Unzeit: Steigende Rohstoffpreise infolge geopolitischer Spannungen erhöhen die Produktionskosten, während eine schwächere Konjunktur die Nachfrage dämpfen könnte. Der europäische Branchenindex der Automobilhersteller und Zulieferer hat seit Jahresbeginn bereits mehr als 13 Prozent verloren und notiert nur knapp über seinem Mehrjahrestief aus dem März.

EU stellt Gegenmaßnahmen in Aussicht

Die EU behält sich Gegenmaßnahmen vor, falls US-Präsident Donald Trump die Zölle wie angekündigt anhebt. Eine Sprecherin der EU-Kommission betonte, man bekenne sich weiterhin zu einer berechenbaren und für beide Seiten vorteilhaften transatlantischen Beziehung. Sollten die USA jedoch Maßnahmen ergreifen, die im Widerspruch zum gemeinsamen Handelsabkommen stehen, behalte sich die EU "alle Optionen vor, um die Interessen der EU zu schützen". Zugleich verwies die Kommission darauf, dass die EU ihre Verpflichtungen erfülle und in engem Austausch mit der US-Regierung stehe.

Scharfe Kritik aus der Branche

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Hildegard Müller, hat die angekündigte Anhebung von US-Zöllen auf Autoimporte aus der EU scharf kritisiert und vor erheblichen Folgen gewarnt. Die Pläne von US-Präsident Donald Trump, die Zölle auf Pkw und Lkw aus der Europäischen Union auf 25 Prozent zu erhöhen, stellten eine "schwerwiegende Belastung der transatlantischen Beziehungen" dar. Die zusätzlichen Abgaben würden die deutsche und europäische Automobilindustrie in einer ohnehin angespannten Lage hart treffen und könnten auch Auswirkungen auf Verbraucher in den USA haben. Müller forderte beide Seiten auf, das zwischen der EU und den USA geschlossene Handelsabkommen einzuhalten, und rief Washington und Brüssel zu einer Deeskalation sowie zu raschen Gesprächen auf.

Rahmenabkommen zwischen USA und EU unter Druck

Im Sommer vergangenen Jahres hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Obergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für europäische Autos und Autoteile sollte dieser Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtete sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern. Die Umsetzung des Abkommens wurde jedoch durch weitere Zolldrohungen und politische Spannungen gebremst.

Experte: Social-Media-Beiträge sind kein Gesetz

Simon Evenett, Handelsexperte an der privaten Wirtschaftshochschule IMD Business School, sagte dem britischen Sender BBC: "Diejenigen, die glauben, dass diese (US-)Regierung sich an kein Abkommen hält, werden sich bestätigt sehen." Allerdings müsse man beachten, dass Social-Media-Beiträge kein Gesetz seien, weshalb Brüssel den genauen Wortlaut sehen wolle, bevor es zurückschlage.

Im Sommer vergangenen Jahres hatten sich Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Rahmenabkommen auf eine Obergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte in die USA geeinigt. Auch für europäische Autos und Autoteile soll der Satz gelten. Im Gegenzug verpflichtet sich die EU, Zölle auf US-Industriegüter zu streichen und den Marktzugang für US-Agrarprodukte wie Schweinefleisch und Milchprodukte zu erleichtern.

Angespanntes Verhältnis

Weitere Zolldrohungen Trumps im Grönland-Konflikt und Unsicherheit nach einer Gerichtsentscheidung, die viele US-Zölle für rechtswidrig erklärt hatte, hatten die Umsetzung des Zolldeals allerdings gebremst. Das Europäische Parlament gab im März bekannt, die weitere Umsetzung des Abkommens mit den USA an strenge Bedingungen knüpfen zu wollen. Die Abgeordneten sprachen sich mehrheitlich dafür aus. Für den Vollzug müssen auch die Mitgliedstaaten noch den entsprechenden Verordnungen zustimmen.

Autos und Lastwagen von EU-Herstellern, die in den Vereinigten Staaten produziert werden, sind laut Trump von den Abgaben ausgenommen. Der US-Präsident will dadurch Autobauer auf der ganzen Welt dazu bewegen, trotz höherer Herstellungskosten mehr in den USA zu produzieren.

Das Verhältnis zwischen den USA und europäischen Ländern war zuletzt angespannt. In den vergangenen Tagen war Trump etwa Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mehrfach verbal angegangen, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäußert hatte. Der US-Präsident kritisiert seit geraumer Zeit die aus seiner Sicht mangelnde Unterstützung der Europäer bei seinem Krieg gegen den Iran.

Experte: US-Autozölle treffen vor allem deutsche Hersteller

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Zölle von 25 Prozent auf Neuwagen aus der EU könnten für die Autoproduktion in Deutschland zusätzliche Belastungen von jährlich rund 2,5 Milliarden Euro bringen. Das geht aus Berechnungen des Center Automotive Research (CAR) in Bochum hervor. Außerdem ergeben sich demnach weitere Kosten für US-Exporte deutscher Autobauer aus der Produktion in anderen EU-Ländern.

Zwar richtet sich Trumps Vorgehen gegen die Europäische Union, CAR-Direktor Ferdinand Dudenhöffer sieht aber ganz klar Deutschland im Fokus. "Da die Exporte der ausländischen Autobauer in die USA unwesentlich sind, lassen sich die neuen Trump-Zoll-Drohungen auch als der Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland interpretieren", betonte er.

Die Sonderbelastungen aus den Trump-Zöllen würden jedoch nicht vollständig von den Autobauern bezahlt. "Man wird versuchen, einen Teil der Zölle durch Preiserhöhungen auf die Käufer in den USA "abzuwälzen"", sagte Dudenhöffer. Die deutschen Autobauer hätten starke Marken und Käufer würden bei einer Preiserhöhung nicht gleich abspringen.

Wer ist am stärksten betroffen?

Die erhöhten Zölle dürften die Autobauer unterschiedlich treffen, betonte der Experte. Mercedes (Mercedes-Benz Group (ex Daimler)) und BMW hätten große US-Produktionsstätten und damit einen gewissen "Zollschutz". Gebaut würden in den US-Werken die SUV und diese machten das Gros der Verkäufe in den USA aus.

Bei Porsche und Audi etwa sehe das anders aus. "Damit dürften bei beiden die Pläne zum Bau von Autowerken in den USA beschleunigt werden", sagte Dudenhöffer. Insgesamt müsse man davon ausgehen, dass von den Trump-Zöllen zusätzliche Impulse für Verlagerungen der Automobilindustrie aus Deutschland heraus ausgehen. Alexandra Hesse, Claudia Stephan, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX

Bildquellen: Jae C. Hong/AP, Andrew Cline / Shutterstock.com

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