Prime Video Ultra startet: Wie die Preiserhöhung die Amazon-Aktie beeinflussen könnte

Amazon kündigt in den USA das werbefreie Zusatzangebot Prime Video Ultra an - und erhöht dafür die Preise. In Deutschland sorgt dies bereits für Kritik.
Werte in diesem Artikel
• Start von Prime Video Ultra in den USA angekündigt
• Werbefreiheit & Extras nur gegen Aufpreis
• Kritik in Deutschland wegen Werbung und Abo-Änderungen
Amazon treibt seine Preisstrategie beim Streamingdienst Amazon weiter voran. Wie aus einer Mitteilung des Unternehmens vom 13. März hervorgeht, wirft die nächste Preiserhöhung bei Prime Video bereits ihre Schatten voraus: Ab dem 10. April wird in den USA das Zusatzangebot Prime Video Ultra starten. Dann ist es für Prime-Abonnenten die einzige Möglichkeit, beim Streaming auf Prime Video werbefrei zu bleiben.
Die bisherige werbefreie Option "Prime Video Ad Free" kostet aktuell 2,99 US-Dollar pro Monat (in Deutschland 2,99 Euro), die neue Ultra-Version soll 4,99 US-Dollar kosten - eine Preiserhöhung von 67 Prozent.
Bisher ist unklar, ob und wann Prime Video Ultra inklusive der Änderungen für Bestandsabonnenten nach Deutschland kommt. In der Regel testet Amazon solche Abo-Neuerungen zunächst auf dem Heimatmarkt, bevor sie international eingeführt werden.
Neue Features gegen Aufpreis
Prime Video Ultra soll mehr als nur werbefreies Streaming bieten. Laut Amazon werden 4K/UHD-Inhalte sowie Dolby Atmos exklusiv für Ultra-Kunden verfügbar sein. Reguläre Prime-Kunden müssen sich mit HD-Qualität, Dolby Vision und HDR begnügen. Zudem ermöglicht der neue Tarif fünf parallele Streams und bis zu 100 Downloads für die Offline-Nutzung, während Standardkunden weiterhin vier Streams und 50 Downloads nutzen können. Die Zusatzoption signalisiert, dass Amazon zunehmend auf ein gestuftes Preismodell setzt: mehr Komfort und exklusive Inhalte gegen Aufpreis.
Reaktionen der Verbraucher in Deutschland
In Deutschland stößt diese Entwicklung auf Kritik. Verbraucherorganisationen sehen die Einführung von Werbung bei Prime Video als de facto Preiserhöhung, die für Bestandskunden nicht einseitig umgesetzt werden darf. Für eine Sammelklage der Verbraucherzentrale Sachsen gegen den Streamingdienst haben sich nach Angaben der Organisation inzwischen mehr als 200.000 Menschen registriert. Streitpunkt ist die Einführung von Werbung bei Prime Video, die von der Verbraucherzentrale als versteckte Preiserhöhung bewertet wird.
Deutsche Gerichte haben in der Vergangenheit entschieden, dass Vertragsänderungen bei Streamingdiensten der Zustimmung der Kunden bedürfen - ein rechtliches Spannungsfeld, das Amazon vor Herausforderungen stellt.
Auswirkungen auf die Amazon-Aktie
Finanziell könnte Prime Video Ultra für Amazon ein echter Geldbringer werden. Analysten sehen darin Potenzial für deutlich höhere Abo Umsätze. Denn schon jetzt zeigt sich: Aufpreismodelle für Streamingdienste sind profitabel, da Kunden bereit sind, für Werbungskarenz und bessere Qualität zu zahlen - ein Trend, der den Abonnementumsatz steigern und somit auch das Wachstum der Amazon-Aktie unterstützen könnte.
Nach der Ankündigung hat BofA Securities ihre Buy-Empfehlung für die Amazon-Aktie mit einem Kursziel von 275 US-Dollar bekräftigt, wie Investing.com berichtet. Die Analysten schätzen, dass die Preissteigerung bei etwa 20 Prozent der Prime Video-Nutzer jährlich bis zu 780 Millionen US-Dollar zusätzliche Umsätze generieren könnte, heißt es. Insgesamt könne die Maßnahme das Abonnementwachstum um rund 1 Prozentpunkt steigern und die bereits kräftigen Aboerlöse von rund 52 Milliarden US-Dollar jährlich weiter ausbauen - was als gutes Signal für Anleger gilt und die Bewertung der Aktie stützen könnte.
Die Amazon-Aktie reagierte bisher ohne größere Kurssprünge auf die Preisanpassung. Am Montag notierte sie letztlich 1,96 Prozent im Plus bei 211,74 US-Dollar. Am Dienstag notiert sie zeitweise 1,40 Prozent höher bei 214,71 US-Dollar.
Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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