Douglas-Aktie in Rot: Parfümeriekette erwartet hohen Quartalsverlust

Die Parfümeriekette Douglas hat das zweite Geschäftsquartal tief in den roten Zahlen abgeschlossen.
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Ein gesteigertes Preisbewusstsein der Kunden hat die Parfümeriekette Douglas im zweiten Geschäftsquartal belastet. Für das Geschäftsjahr 2025/26 zeigte sich das Management nun pessimistischer.
Für Henrik Paganetty vom Investmenthaus Jefferies sind die vorläufigen Quartalszahlen hinter den Konsensschätzungen zurückgeblieben, wobei erhebliche Wertminderungen zum hohen Nettoverlust geführt hätten. Zudem habe die Parfümeriekette ihre Ziele für das Geschäftsjahr 2025/26 angesichts einer schwachen Konsumentenstimmung im Euroraum reduziert. Der Experte senkte seine Prognosen für das Brutto- und Nettoergebnis. Auch Adam Cochrane von Deutsche Bank Research verwies auf die hohe Wertminderung und die vorsichtigeren Aussagen zum Umsatz im Geschäftsjahr.
Der Nettoverlust für die drei Monate per Ende März dürfte sich auf einen hohen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Millionenbetrag belaufen, teilte das Unternehmen bereits am Donnerstagabend vor dem langen Wochenende in Düsseldorf mit. Analysten haben Douglas zufolge bislang ein Minus von lediglich neun Millionen Euro auf dem Zettel.
Verantwortlich für den Verlust sind Abschreibungen auf französische Geschäftsaktivitäten, den Onlineshop Parfumdreams sowie die Luxus-Tochter Niche Beauty im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Dazu kämen weitere Wertberichtigungen mit einem niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag.
Vor allem in Europa zeigten sich die Verbraucher vorsichtig. Im zweiten Quartal hätten sich die Wachstumsraten in den reifen europäischen Märkten verlangsamt, so Douglas. Zugleich legten die Konsumenten einen stärkeren Fokus auf Preis und Aktionen. Der Umsatz stieg vorläufigen Zahlen zufolge um 1,1 Prozent auf 949,7 Millionen Euro. Dagegen sank das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 5,1 Prozent auf 116,1 Millionen Euro, was einer Marge von 12,2 Prozent entspricht, nach 13,0 Prozent im Vorjahreszeitraum.
Im laufenden Geschäftsjahr 2025/26 wird der Umsatz nun am unteren Ende der Spanne von 4,65 bis 4,8 Milliarden Euro erwartet. Die bereinigte operative Marge (Ebitda) sieht das Unternehmen nun bei rund 16,0 Prozent. Zuvor hatte das Management rund 16,5 Prozent in Aussicht gestellt.
"Der Markt, in dem wir aktiv sind, hat sich fundamental verändert und stabilisiert sich nun auf einem neuen Niveau", sagte Konzernchef Sander van der Laan laut Mitteilung. Zugleich leidet das Konsumklima weiterhin unter der geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheit. "In diesem Umfeld liegt unser Fokus kurz- und mittelfristig klar auf unserem Omnichannel-Modell, auf Differenzierung, und auf profitablem Wachstum."
Douglas will daher seine Strategie "nachschärfen" und die Umsetzung der dazugehörigen Initiativen beschleunigen. "Diese Maßnahmen sind keine kurzfristigen Reaktionen auf das Umfeld, sondern bewusste Investitionen in unser Geschäftsmodell, mit dem wir nachhaltig profitabel wachsen werden", so van der Laan. Zudem achte das Unternehmen auf strikte Kostendisziplin.
Douglas will die ausführlichen Zahlen zum zweiten Quartal am 12. Mai vorlegen.
So reagiert die Douglas-Aktie
Douglas-Aktien sind am Montag nach der Prognosesenkung deutlich unter Druck geraten. Mit einem Kursminus von 7,66 Prozent auf 9,40 Euro waren die im SDAX notierten Titel der Parfümeriekette das Schlusslicht im Nebenwerteindex und so günstig zu haben wie seit März nicht mehr. Auch im bisherigen Jahresverlauf zählen sie mit einem Kursrückgang um knapp 24 Prozent zu den schwächeren Titeln im SDax. Im April 2025 hatten die Papiere mit 8,97 Euro ihr Rekordtief seit der Rückkehr des Unternehmens an die Börse gut ein Jahr zuvor markiert.
Am Donnerstagabend vor dem verlängerten Feiertags-Wochenende hatte Douglas mit vorläufigen Quartalszahlen bekannt gegeben, beim Konzernumsatz im laufenden Geschäftsjahr nur noch das untere Ende der anvisierten Bandbreite anzustreben. Das Ziel für die operative Marge wurde leicht gesenkt. Gleichzeitig erwartet Douglas den Nettoverschuldungsgrad am oberen Ende der bisherigen Spanne.
Der Umsatz und das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) im zweiten Geschäftsquartal hätten die Erwartungen verfehlt, kommentierte Vandita Sood von der US-Bank Citigroup. Die Schätzungen für den Jahresumsatz sieht die Analystin nur knapp über der neuen Planung des Unternehmens. Derweil dürfte die Konsensprognose für die Marge etwas sinken.
/nas/err/men/mis
DÜSSELDORF (dpa-AFX)
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