VCI sieht wegen des Iran-Kriegs Risiken für die Versorgung mit Chemikalien

13.03.26 08:38 Uhr

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Von Olaf Ridder

DOW JONES--Die Blockade der Straße von Hormus im Iran-Krieg könnte nach Einschätzung des Chemie-Branchenverbandes VCI zu ernsten Versorgungsengpässen bei wichtigen Rohstoffen führen. Die Risiken gehen über die Öl- und Gasversorgung hinaus, wie der VCI anlässlich der Vorlage seines jüngsten Quartalsberichts erklärte. Engpässe könnte es etwa bei Ammoniak und Phosphat, Helium und Schwefel geben. Zusätzlich gebe es seitens der Mitgliedsunternehmen erste Hinweise auf Störungen bei internationalen Lieferketten.

"Das sind Produkte, die zum Teil direkt in der Straße von Hormus hängen und eben nicht durchkommen", sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup. Zudem halte China Produkte zurück, mit Blick auf eigene mögliche Knappheiten. "Je länger der Krieg dauert, desto heftiger sind die Folgen", so Große Entrup. Die hohen Preise und die anhaltende Unsicherheit brächten viele Betriebe an ihre Grenzen.

Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges zog der VCI seine im Dezember ausgegebene Prognose für 2026 zurück. Eine rasche Besserung der Lage in der chemischen Industrie sei in den kommenden Monaten nicht zu erwarten.

Zwar wachse die Industrieproduktion weltweit moderat, und auch in Deutschland gebe es in dieser Hinsicht erste Signale einer möglichen Erholung, so der Branchenverband. Die Unternehmen der Chemiebranche zweifelten aber daran, ob sich diese Impulse in ihren Auftragsbüchern widerspiegeln werden. Die Investitionsprogramme des Bundes könnten zu einer Belebung der Bauwirtschaft führen und damit auch der Chemieindustrie zugutekommen.

Im Schlussquartal 2025 setzte sich der Abwärtstrend der deutschen Chemie fort. Produktion, Preise und Umsätze waren gegenüber den drei Vormonaten jeweils rückläufig. Um 2,4 Prozent ging allein die Produktion im Quartalsvergleich zurück, besonders hoch war das Minus mit 5,8 Prozent im Bereich der Erzeugung von Kunststoff-Polymeren. Insgesamt verlor die Branche 1,2 Prozent Umsatz.

Ein Lichtblick war die Pharmabranche, wo die Erzeugung im vierten Quartal bei geringfügig höheren Preisen um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal zulegte. Doch auch dort nähmen die Sorgen zu, so der VCI.

Die Kapazitätsauslastung verbesserte sich etwas gegenüber dem dritten Quartal, blieb mit 72,5 Prozent aber erneut unter der Rentabilitätsschwelle. Die Zahl der Arbeitsplätze in der Chemie- und Pharmaindustrie in Deutschland ging im vergangenen Jahr um 0,5 Prozent auf knapp 478.000 Beschäftigte zurück. In der Pharmabranche wurden dagegen netto zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.

Kontakt zum Autor: olaf.ridder@wsj.com

DJG/rio/hab

(END) Dow Jones Newswires

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