ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik

03.04.25 08:59 Uhr

Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires

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Trump kündigt 10 Prozent Zoll auf alle Importe an

Die USA werden einen pauschalen Zoll in Höhe von 10 Prozent auf alle Importe verhängen und noch höhere Zölle bei anderen Länder erheben, die das Weiße Haus als schlechte Handelsakteure ansieht. US-Präsident Donald Trump erklärte bei seiner Pressekonferenz, dass er in Kürze ein Dekret über "reziproke Zölle" unterzeichnen wird. "Wir werden von anderen Ländern das verlangen, was sie von uns an Zöllen verlangen", sagte Trump. "Reziprok, das heißt, sie tun es uns an und wir tun es ihnen an, ganz einfach, einfacher geht es nicht." Trump sagte, ab Mitternacht werde ein Zoll in Höhe von 25 Prozent auf alle im Ausland hergestellten Automobile erhoben.

Habeck: "Liberation Day" wird zum "Inflation Day" für Verbraucher

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Zolloffensive mit deutlichen Worten kritisiert. "Die von den USA angekündigten Zölle schaden der europäischen wie der US-Wirtschaft und dem internationalen Handel", sagte Habeck. "Für die Verbraucher in den USA wird der Tag nicht zum Liberation Day, sondern zum Inflation Day. Die US-Zoll-Manie kann eine Spirale in Gang setzen, die auch Länder in die Rezession reißen kann und weltweit massiv schadet - mit schlimmen Folgen für viele Menschen."

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IfW-Ökonom: Deutschland droht mit Zöllen erneut Rezession

Die von Donald Trump angekündigten "reziproken" Zölle kosten Deutschland laut einem Szenario des Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) im Jahr nach dem Inkrafttreten 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum. "Wir sehen, wie sich die USA aus dem Freihandel verabschieden", sagte der Handelsökonom Julian Hinz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Für die Pharma-, Chemie und die Autoindustrie sowie den Maschinenbau seien die USA einer der wichtigsten Märkte. Das Wachstumsminus von 0,5 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts entspricht umgerechnet mehr als 20 Milliarden Euro. Das Kieler Szenario enthält noch keine möglichen Gegenmaßnahmen der EU. Derzeit bewegen sich die Wachstumsprognosen für Deutschland knapp oberhalb der Nullline.

VDA: "Kein America first, das ist America alone"

Die von US-Präsident Donald Trump am Mittwoch angekündigten neuen reziproken US-Zölle markierten einen "fundamentalen handelspolitischen Einschnitt", sagte Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie (VDA). "Es ist die Abkehr der USA von der regelbasierten globalen Handelsordnung - und somit die Abkehr von der Grundlage für weltweite Wertschöpfung und entsprechendes Wachstum und Wohlstand in vielen Regionen der Welt. Das ist kein America first, das ist America alone."

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Trump definiert Handelsbeschränkungen sehr breit

Stephen Dover, Chief Market Strategist beim Franklin Templeton Institute, weist darauf hin, dass US-Präsident Donald Trump eine sehr breite Definition von Handelsbeschränkungen anwendet. "Trumps Definition von wechselseitigen Zöllen umfasst Zölle, Mehrwertsteuern, nicht marktorientierte Maßnahmen, Zertifizierungsanforderungen, Vorschriften, Währungsmanipulation und alles, was das Konsumniveau senkt", erklärt Dover in einem Kommentar. "Dies ist eine viel umfassendere Definition von Handelsbeschränkungen als die meisten Ökonomen anwenden. Dies erschwert es anderen Ländern erheblich, ihre neu festgelegten Zollsätze politisch zu senken."

US-Zoll auf EU-Waren steigt von 9 auf über 20 Prozent

Die von den USA verhängten reziproken und Universalzölle steigern die Zollbelastung von EU-Waren nach Aussage von Berenberg-Chefvolkswirt Holger Schmieding von 9 auf deutlich über 20 Prozent. "Wir rechnen damit, dass schon morgen ernsthafte Verhandlungen mit der EU und anderen US-Handelspartnern beginnen werden", schreibt er in einem Kommentar. Das Basisszenario von Berenberg sei, dass Trump den Zins bis Ende des zweiten Quartals wieder auf 15 Prozent senken werde, was immer noch höher als der Zollsatz von etwa 2,5 Prozent von Ende 2024 wäre. Sollten die Zölle unverändert bleiben, wäre das ein Abwärtsrisiko für die Wachstumsprognosen für die USA und die Eurozone von 2,3 und 1,0 Prozent 2025 und 2,0 und 1,5 Prozent 2026 und ein Aufwärtsrisiko für die Inflation.

Von der Leyen kündigt Reaktion auf US-Zolloffensive an

Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, hat angekündigt, auf die jüngste Runde von Zöllen des US-Präsidenten Donald Trump zu reagieren. Das sei ein "schwerer Schlag für die Weltwirtschaft und die Weltwirtschaft wird massiv darunter leiden", sagte sie bei einer Pressekonferenz in Usbekistan. "Die Unsicherheit wird zunehmen und den Protektionismus weiter anheizen. Die Folgen werden schrecklich sein", ergänzte sie. Die EU sei bereits, darauf zu reagieren. Eine Maßnahme gegen die Stahlzölle werde derzeit fertiggestellt und eine zweite Antwort sei ebenfalls in Arbeit. "Wir bereiten uns jetzt auf weitere Gegenmaßnahmen vor, um unsere Interessen und unsere Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern", sagte sie und fügte hinzu, dass die EU die indirekten Auswirkungen der gegenseitigen Zölle beobachten werde.

Lagarde: EU sollte Einstimmigkeitsprinzip abschaffen

Die EU sollte sich nach Aussage der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, von dem Prinzip verabschieden, Entscheidungen nur einstimmig zu treffen. "Um uns zu behaupten, müssen wir in der Lage sein, in mehreren Schlüsselbereichen als eine Einheit zu handeln. Und das bedeutet, dass wir die Art und Weise, wie wir Entscheidungen treffen, strukturell ändern müssen", sagte sie laut veröffentlichtem Text in einer Rede anlässlich der Verleihung des Sutherland Leadership Award an sie selbst.

Effektiver Zollsatz der höchste seit 131 Jahren

Die länderspezifischen reziproken Zölle von Präsident Trump seien größer ausgefallen als erwartet, so Neil Shearing, Chefökonom bei Capital Economics. Die Ankündigungen implizierten, dass der effektive Zollsatz für alle Importe bis 2025 von 2,3 Prozent im vergangenen Jahr auf rund 26 Prozent steigen und damit ein 131-Jahres-Hoch erreichen werde. Ganz allgemein betrachtet seien Kanada und Mexiko glimpflich davongekommen, während Länder in Asien, insbesondere China und Vietnam, hart getroffen worden seien. Die Europäische Union und Japan lägen irgendwo dazwischen, sagte Shearing.

China plant "entschlossene Gegenmaßnahmen" gegen US-Zölle

China wird "entschlossene" Gegenmaßnahmen gegen die Zölle der Trump-Regierung auf chinesische Waren ergreifen, um seine Interessen zu schützen, teilte das chinesische Handelsministerium am Donnerstag mit. Das Ministerium gab diese Erklärung ab, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, dass die USA eine weitere Abgabe von 34 Prozent auf chinesische Waren erheben werden, zusätzlich zu den Anfang des Jahres verhängten Zöllen in Höhe von 20 Prozent.

Caixin/S&P Global: PMI in Chinas Servicesektor im März gestiegen

Bei den chinesischen Dienstleistern hat sich die Geschäftsaktivität im März verbessert. Der von Caixin Media Co und dem Research-Haus S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex (PMI) für den Servicesektor erhöhte sich auf 51,9 (Februar: 51,4) Punkte. Ein PMI-Stand über 50 deutet auf eine Expansion des Sektors hin, Werte darunter auf eine Schrumpfung. Der Index lag den 27. Monat in Folge oberhalb der Wachstumsschwelle.

Japan: Werden USA weiterhin um Ausnahme von neuen Zöllen bitten

Japans Regierung wird seinem Handelsminister zufolge die USA weiterhin auffordern, das asiatische Land von neuen US-Zöllen auszunehmen. Yoji Muto, Japans Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, sagte am Donnerstagmorgen auf einer Pressekonferenz, dass die Erhebung von Zöllen auf Importe aus Japan durch die USA sehr bedauerlich sei.

Südkorea: "Notfallhilfe" für Branchen wie Autobauer wegen US-Zöllen - WSJ

Südkorea hat "Notfallmaßnahmen" zur Unterstützung von Branchen wie der Automobilindustrie angekündigt, die sich auf die von US-Präsident Donald Trump am Mittwoch angekündigten US-Zölle vorbereiten. "Angesichts dessen, dass die Schwere eines globalen Zollkriegs nun Realität geworden ist, müssen wir alle Kapazitäten der Regierung einsetzen, um diese Handelskrise zu überwinden", sagte Südkoreas amtierender Präsident Han Duck-soo.

+++ Konjunkturdaten +++

Schweiz März Verbraucherpreise unverändert gg Vormonat

Schweiz März Verbraucherpreise +0,3% (PROGNOSE: +0,5%) gg Vorjahr

DJG/DJN/apo

(END) Dow Jones Newswires

April 03, 2025 03:00 ET (07:00 GMT)