Biotech-Aktien unter Druck: Ist der Tiefpunkt bald erreicht?

Biotech-Aktien stehen unter Druck, doch ein Jefferies-Analyst sieht Licht am Ende des Tunnels. Laut ihm deuten mehrere Indikatoren darauf hin, dass der Tiefpunkt bei den Papieren erreicht sein könnte. Welche Risiken noch bestehen und welche Wachstumsfaktoren Investoren neue Hoffnung geben könnten.
Werte in diesem Artikel
• Zahlreiche Sorgen belasten Biotech-Aktien
• Sentiment womöglich zu schlecht
• Analyst hält Branchen-Titel aktuell für günstig
Laut "MarketWatch" gehört der Biotech-Sektor aktuell zu den unbeliebtesten Branchen an der Börse. Doch Experten sehen Anzeichen dafür, dass die negative Anlegerstimmung bald ihren Tiefpunkt erreicht haben dürfte. Sollte sich dies bewahrheiten, könnte nun ein günstiger Einstiegszeitpunkt sein.
Warum Anleger bei Biotech-Aktien aktuell vorsichtig sind
Der Biotech-Sektor wird laut "MarketWatch" aktuell gleich von mehreren Sorgen und Ängsten belastet, die teilweise jedoch unbegründet sein dürften. So würden Anleger etwa durch die von der US-Regierung geplanten Budgetkürzungen im Gesundheitsbereich verunsichert. Denn das Department of Government Efficiency (DOGE) hat bereits die Forschungsbudgets der Nationalen Gesundheitsinstitute (NIH) reduziert, und bei der US-Arzneimittelbehörde FDA könnte es womöglich zu einem Personalabbau kommen. Analyst Michael Yee von der Investmentbank Jefferies glaubt laut der Nachrichtenseite jedoch, dass sich diese Einsparungen kaum auf den Biotech-Sektor auswirken dürften. So würde die Kürzung der NIH-Finanzierung vor allem die akademische Forschung oder die Forschung im Frühstadium betreffen und voraussichtlich keine "direkten Auswirkungen auf die mittelfristigen Ergebnisse in der Biotechnologie haben", zitiert ihn "MarketWatch". Auch bei der FDA seien wichtige Bereiche der Arzneimittelregulierung bislang von den Kürzungen ausgenommen worden. Zudem hätten mehrere Biotech-Firmen kürzlich gegenüber Yee betont, dass sie bislang keine Verzögerungen oder Änderungen im Genehmigungsprozess bei der FDA wahrgenommen hätten.
Daneben seien Biotech-Anleger laut "MarketWatch" besorgt darüber, dass US-Präsident Donald Trump den Impfgegner Robert F. Kennedy Jr. zum Gesundheitsminister gemacht hat. Dieser könnte womöglich "Amok laufen", heißt es bei dem Nachrichtenportal. Bislang scheine er sich jedoch eher auf Lebensmittelsicherheit und Ernährungsthemen zu konzentrieren, als die Biotech-Branche ins Visier zu nehmen.
Als weiterer Risikofaktor werden Preisregulierungen für Medikamente genannt, denn diese sind in den USA oft deutlich teurer als in anderen Ländern. Sollte es zu drastischen Preiskontrollen kommen, könnten Biotech-Firmen stark darunter leiden. Morningstar-Analystin Karen Andersen bezifferte die Wahrscheinlichkeit dafür unter der aktuellen Regierung der Republikaner laut "MarketWatch" allerdings auf weniger als zehn Prozent. Ihrer Meinung nach würde sich eine konservative Regierung eher auf Apothekenleistungsanbieter konzentrieren, die Rabatte einstreichen, ohne diese vollständig an Patienten weiterzugeben.
Jefferies weist außerdem darauf hin, dass nur 37 Prozent der Biotech-Unternehmen im ersten Quartal erfolgreiche Phase-II- und Phase-III-Studien gemeldet hätten - ein sehr niedriger Wert, auch wenn er höher liegt als die 33 bis 35 Prozent im zweiten Halbjahr 2024 und möglicherweise den Beginn einer Trendwende markiert.
Ist der Tiefpunkt im Biotech-Sektor bereits erreicht?
Angesichts dieser Sorgen - auch wenn viele davon bislang unbegründet geblieben sind - ist es verständlich, warum Anleger bei Biotech-Aktien momentan lieber an der Seitenlinie bleiben. Michael Yee von Jefferies glaubt jedoch, dass das Sentiment momentan schon zu pessimistisch sein könnte und daher möglicherweise eine Trendwende bevorsteht.
So wies der Analyst laut "MarketWatch" darauf hin, dass kleinere und mittelgroße Biotech-Unternehmen zuletzt mit einem Unternehmenswert-Bargeld-Verhältnis von nur 1,2 gehandelt wurden. Der historische Durchschnitt liege jedoch bei 3,0. Zudem würden 23 Prozent der kleinen und mittelgroßen Biotech-Unternehmen derzeit mit einer Marktkapitalisierung bewertet, die ihrem Bargeldbestand entspreche oder sogar tiefer liege. "Biotechnologie erscheint auf diesem Niveau günstig", so Yee.
Eine Umfrage von Jefferies ergab außerdem, dass das Engagement von Investmentfonds und Anlegern im Biotech-Sektor zuletzt auf einem Tiefstand lag. "Alle sind so negativ positioniert. Das ist wahrscheinlich eine Kaufgelegenheit", wird Yee bei "MarketWatch" zitiert. All diese Faktoren könnten somit darauf hindeuten, dass das Sentiment die Talsohle bereits erreicht hat - und es ab jetzt wieder aufwärts gehen dürfte.
Welche Faktoren für Wachstum im Biotech-Sektor sprechen
Laut "MarketWatch" gibt es dann auch einige Argumente, die für eine zukünftige positive Entwicklung des Sektors sprechen würden. So könnten Biotech-Aktien einen Schub erhalten, sofern es unter US-Präsident Trump zu mehr Übernahmen und Fusionen kommen wird. "Unter einer republikanischen Regierung erwarten wir, dass mehr Deals genehmigt werden", so Jefferies-Experte Yee. Bei vielen großen Biopharma-Unternehmen würden zudem bald einige Blockbuster-Patente auslaufen, weshalb diese nach vielversprechenden Biotech-Unternehmen suchen könnten, um ihre Produktpipelines wieder zu stärken.
Ein weiterer Hoffnungsschimmer sei außerdem ein erwarteter Bericht der US-Regierung, genauer von der Nationalen Sicherheitskommission des Senats für neue Biotechnologien. Laut "MarketWatch" wird erwartet, dass diese am 7. April einen Bericht vorlegt, in dem die Biopharmazie als entscheidend für die nationale Sicherheit eingestuft wird. Zudem könnten darin Empfehlungen enthalten sein, wie die Entwicklung und Herstellung von Medikamenten im Inland gefördert werden kann. Sollte dies der Fall sein, könnte dies Biotech-Unternehmen erheblichen Rückenwind verliehen und das Interesse der Anleger wieder entfachen.
Welche Aktien derzeit Potenzial haben
Wie bereits erwähnt, wurden kleinere und mittelgroße Biotech-Unternehmen von der Schwäche des Sektors laut "Jefferies" besonders stark getroffen. Daher sieht Analyst Yee hier nun auch die attraktivsten Kaufgelegenheiten. "Im Vergleich zu historischen Kursen erscheinen Biotechnologieunternehmen mit kleiner und mittelgroßer Marktkapitalisierung sehr günstig", so Yee laut "MarketWatch".
Beispiele für solche Unternehmen, die für Anleger derzeit interessant sein könnten, seien etwa Denali Therapeutics, das in Kürze die FDA-Zulassung für seine DNL310-Therapie gegen das Hunter-Syndrom beantragen wolle und wohl bis Jahresende grünes Licht erhalten dürfte, sowie Biohaven Research, wo Insider seit Ende Dezember kräftig zugekauft hätten. Structure Therapeutics, Insmed und SpringWorks Therapeutics würde zudem als potenzielle Übernahmekandidaten gelten und könnten daher für Investoren attraktiv sein.
Während die Papiere von Denali Therapeutics, Biohaven und Structure Therapeutics an der Wall Street seit Jahresbeginn bislang mehr als 30 Prozent an Wert eingebüßt haben, können die Aktien von Insmed und SpringWorks Therapeutics im Jahr 2025 bislang Zuwächse vorweisen. Von ihren Allzeithochs sind jedoch auch diese beiden Titel noch weit entfernt (Stand: Schlusskurse vom 3. April 2025).
Redaktion finanzen.net
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09.08.2019 | Denali Therapeutics Buy | BTIG Research | |
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15.11.2018 | Denali Therapeutics Overweight | Cantor Fitzgerald |
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