EV-Wettbewerb

Tesla-Aktie im Blick: Musk kommentiert BYDs stärksten Umsatzrückgang seit Jahren

10.03.26 22:01 Uhr

NASDAQ-Wert Tesla-Aktie im Branchenvergleich: Musk äußert sich zu BYDs Absatzrückgang | finanzen.net

Tesla-CEO Elon Musk reagierte auf den sechsten Monat in Folge mit rückläufigen Absatzzahlen bei BYD. In einem Beitrag auf der Plattform X ordnete er die Situation ein.

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• Tesla-CEO Elon Musk kommentierte BYDs Absatzeinbruch auf X
• Musk erklärte, eine Fabrikauslastung unter 50 Prozent sei "mega schmerzhaft"
• Es war der sechste Monat in Folge mit rückläufigen Absatzzahlen bei BYD

Musks Reaktion auf BYDs Absatzzahlen

Am 2. März 2026 antwortete Tesla-CEO Elon Musk auf der Plattform X auf einen Beitrag des Analysten AJ Investment Research (@alojoh), der BYDs Absatzentwicklung der vergangenen fünf Jahre grafisch aufbereitet hatte. Der Analyst schrieb, er habe noch nie einen derart schnellen Absatzeinbruch außerhalb einer schweren Rezession gesehen und bezifferte den bereinigten Rückgang auf 36 Prozent. BYD laufe derzeit mit weniger als 50 Prozent seiner Kapazität. Musk kommentierte dies mit den Worten, das "sei eine schwierige Situation" (tough sledding). Fabriken liefen gut bei über 80 Prozent Auslastung, nur noch knapp bei 60 Prozent und unterhalb von 50 Prozent werde es "mega schmerzhaft". Damit benannte Musk BYD zwar nicht direkt, die Aussage bezog sich aber eindeutig auf die vom Analysten dargestellten Zahlen des chinesischen Herstellers.

Der Hintergrund von Musks Einschätzung ist auch für Tesla selbst relevant: Andre Thierig, Senior Director Manufacturing bei Giga Berlin, erklärte Anfang März 2026 in einem LinkedIn-Beitrag, dass die Gigafactory Berlin 2025 erneut über 200.000 Fahrzeuge produziert habe. Die jährliche Gesamtkapazität des Werks liegt laut Teslas offiziellem Quartalsbericht bei über 375.000 Fahrzeugen, womit auch Teslas europäisches Werk deutlich unter Volllast lief. In China verkaufte Tesla im Januar 2026 laut Daten der China Passenger Car Association (CPCA) nur 18.485 Fahrzeuge im Inland, ein Rückgang von 45 Prozent im Jahresvergleich. Wie aus einem Bericht von Electric Vehicles vom 2. März 2026 hervorgeht, priorisiert Teslas Werk in Shanghai typischerweise zu Quartalsbeginn den Export, bevor es sich auf den Inlandsmarkt konzentriert.

BYDs Absatzeinbruch in Zahlen

In BYDs offizieller Absatzmeldung vom 1. März 2026 hieß es, der Konzern mit Sitz in Shenzhen verkaufte im Februar insgesamt 190.190 New Energy Vehicles (NEV), ein Rückgang von 41,09 Prozent im Jahresvergleich. Im Vergleich zum Januar 2026 (210.051 Einheiten) sanken die Verkäufe um weitere 9,5 Prozent. Es war der sechste Monat in Folge mit rückläufigen Absatzzahlen. Im Segment der rein elektrischen Fahrzeuge (BEV) lieferte BYD 79.539 Einheiten aus, ein Minus von 36,3 Prozent. Noch stärker fiel der Rückgang bei den Plug-in-Hybriden (PHEV) mit 108.243 Einheiten und einem Minus von 44 Prozent aus. Die Produktion sank im Februar auf 175.280 Fahrzeuge und hatte sich damit gegenüber dem Vorjahresmonat fast halbiert. Bereits im Januar war die Produktion um 29,1 Prozent auf 232.358 Einheiten gefallen. Über die ersten beiden Monate 2026 zusammengerechnet verkaufte BYD 400.241 Fahrzeuge, ein Rückgang von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

BYD selbst verwies auf das chinesische Neujahrsfest als wesentlichen Faktor für den Februar-Einbruch. Die Feiertage fielen 2026 vom 15. bis 23. Februar und beeinträchtigten Produktion und Auslieferungen stärker als im Vorjahr, als sie überwiegend in den Januar fielen. Zusätzlich belastet seit Anfang 2026 eine von der chinesischen Regierung eingeführte Kaufsteuer von 5 Prozent auf New Energy Vehicles den gesamten NEV-Markt.

Exportstärke als Gegengewicht und wachsende Konkurrenz durch Geely

Darüber hinaus heißt es in der Absatzmeldung, dass BYD im Februar 100.600 Fahrzeuge ins Ausland geliefert hat, ein Plus von 50,1 Prozent im Jahresvergleich. Damit überstiegen die Auslandsverkäufe erstmals in einem einzelnen Monat die Inlandsverkäufe. In Europa stieg der BYD-Absatz laut ACEA-Daten im Januar 2026 um 175 Prozent auf 13.790 Fahrzeuge, wobei der Marktanteil von 0,6 auf 1,7 Prozent kletterte. Im ungarischen Szeged begann BYD im Januar 2026 mit der Testproduktion seines ersten europäischen Werks; die Serienproduktion soll im zweiten Quartal 2026 folgen.

Im chinesischen Heimatmarkt geriet BYD allerdings weiter unter Druck. Konkurrent Geely teilte in einer Pressemitteilung mit, dass im Februar 206.160 Fahrzeuge verkauft wurden - damit überholte das Unternehmen BYD im chinesischen Markt den zweiten Monat in Folge. In den ersten beiden Monaten 2026 lag Geely in China insgesamt rund 76.000 Einheiten vor BYD. Einem Bericht von Electric Vehicles zufolge, betreibt BYD neun große Produktionsstandorte in China mit einer kombinierten Jahreskapazität von 5,82 Millionen Fahrzeugen. Beim aktuellen Absatzniveau von rund 200.000 Einheiten pro Monat ergibt sich eine annualisierte Produktion von etwa 2,4 Millionen Fahrzeugen, was einer Auslastung von deutlich unter 50 Prozent entspricht. Um dem entgegenzuwirken, führte BYD Ende Februar 2026 ein Finanzierungsprogramm mit Niedrigzins-Raten über bis zu sieben Jahre ein und kündigte für den 5. März 2026 die Vorstellung einer als "bahnbrechend" bezeichneten neuen Technologie an, darunter ein ultraschnelles Ladesystem der zweiten Generation.

D. Maier / Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: kovop / Shutterstock.com, Joshua Lott/Getty Images

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