Micron-Aktie rutscht als potenzieller Verlierer im KI-Rennen ab - NVIDIA als Kunde verloren?

Der Wettlauf um Hochleistungsspeicher für Künstliche Intelligenz verschärft sich. Zum Wochenstart rücken unter anderem Samsung und Micron in den Anlegerfokus.
Werte in diesem Artikel
• Samsung soll laut Bloomberg ab Februar HBM4-Speicher an NVIDIA liefern
• NVIDIA plant HBM4 für die nächste KI-Chipgeneration wohl ohne Micron
• Analysten sehen Rückschlag für Micron im margenstarken KI-Segment
Wie "Bloomberg" berichtet, steht der südkoreanische Elektronikriese Samsung kurz vor dem Start der Massenproduktion von HBM4-Speicherchips. Demnach plant der südkoreanische Konzern, HBM4-Chips bereits ab der dritten Februarwoche an NVIDIA zu liefern, diese sollen in den neuen "Vera Rubin"-KI-Chips zum Einsatz kommen. Branchenkreise sehen darin ein Signal, dass Samsung den technologischen Rückstand auf den bisherigen HBM-Platzhirsch SK hynix verkleinern könnte. Damit bliebe Micron bei NVIDIAs nächster KI-Generation zunächst außen vor. HBM4 gilt als sechste Generation hochbandbreitiger Speicher und als zentraler Baustein für kommende KI-Beschleuniger. Die Chips liefern extrem hohe Bandbreiten, die für Training und Inferenz großer KI-Modelle entscheidend sind. Wer hier früh in die Massenfertigung geht, sichert sich nicht nur technologische Reputation, sondern auch langfristige, margenstarke Lieferverträge mit den großen Hyperscalern.
Samsung-Aktie im Aufwind dank HBM4-Fantasie
Die Aktie von Samsung gehörte am Montag daraufhin zu den größten Gewinnern am Markt. Am Aktienmarkt in Südkorea ging es schlussendlich um 4,92 Prozent auf 166.400 KRW nach oben, womit sich das Kursplus seit Jahresstart auf fast 39 Prozent ausweitet.
Die Aussicht auf frühe HBM4-Volumina stärkt die Erwartung, dass Samsung vom anhaltenden Investitionsboom der Cloudanbieter in KI-Rechenzentren überproportional profitieren dürfte. Gestützt wird die Kursfantasie zusätzlich von steigenden Speicherpreisen, die durch die hohe Nachfrage nach KI-Infrastruktur befeuert werden, wie es bei CNBC TV heißt.
Micron hat das Nachsehen
Für Micron bringt die jüngste Entwicklung hingegen einen empfindlichen Rückschlag. Nach Einschätzung von SemiAnalysis, einem auf Halbleiter und KI fokussierten Forschungs- und Analyseunternehmen, soll NVIDIA seine HBM4-Beschaffung für die "Vera Rubin"-Generation nahezu vollständig auf SK hynix und Samsung konzentrieren; Micron werde in diesem Designzyklus nicht mehr als Lieferant berücksichtigt. "Wir sehen derzeit keine Anzeichen dafür, dass NVIDIA HBM4-Speicher von Micron bestellt", zitiert Investing aus dem Bericht des Analysehauses.
Diese Einschätzung folgte auf die vorherige Herabstufung der HBM4-Aussichten von Micron durch Semianalysis Anfang Januar. Begründet wurde dies mit der "schlechten Geschwindigkeit aufgrund der Verwendung eines internen Basischips". Das Unternehmen geht nun davon aus, dass NVIDIAs HBM4-Lieferungen zu etwa 70 Prozent von SK hynix und zu 30 Prozent von Samsung abgewickelt werden.
Micron-Chips sollen dabei die technischen Spezifikationen von NVIDIA nicht zuverlässig erfüllen, konkret nennen die Experten die Zielvorgaben für die Datenraten bei HBM4, die auf über 11 Gigabit pro Sekunde angehoben worden sein sollen. Für den US-Konzern bedeutet das, dass ein zentraler Wachstumstreiber im margenstarken KI-Segment zumindest vorerst wegbricht, auch wenn Micron weiterhin von der generell hohen Nachfrage nach Speicher für Rechenzentren profitiert.
Entsprechend verschnupft reagierten Anleger: Die Micron-Aktie rutschte zum NASDAQ-Schluss um 2,84 Prozent auf 383,50 US-Dollar ab.
Redaktion finanzen.net
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