Tesla-Aktie vor Bewährungsprobe: Wieso Robotaxis zum Problem werden könnten

Teslas Robotaxi-Programm in Austin verzeichnet eine hohe Unfallrate. In Kalifornien kämpft das Unternehmen zugleich um das Recht, seinen Dienst als Robotaxi zu bezeichnen.
Werte in diesem Artikel
• Teslas Robotaxi-Flotte in Austin hat seit Juni 2025 insgesamt 14 Unfälle an die NHTSA gemeldet
• Die Unfallrate liegt laut Electrek bei einem Vorfall alle 57.000 Meilen
• Menschliche Fahrer sind laut Teslas eigenen Daten viermal seltener in Unfälle verwickelt
Unfallrate viermal höher als bei menschlichen Fahrern
Teslas Robotaxi-Flotte in Austin hat seit dem Start im Juni 2025 insgesamt 14 Unfälle an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA gemeldet. Aus den im Februar 2026 aktualisierten NHTSA-Daten geht hervor, dass allein im Dezember 2025 und Januar 2026 fünf neue Vorfälle registriert wurden. Darunter eine Kollision mit einem festen Objekt bei 17 Meilen pro Stunde, ein Zusammenstoß mit einem Stadtbus bei Stillstand des Tesla-Fahrzeugs sowie zwei Vorfälle, bei denen ein Robotaxi beim Rückwärtsfahren gegen Gegenstände stieß. Ein früherer Vorfall wurde nachträglich als Unfall mit leichter Verletzung und Krankenhausaufenthalt eingestuft, ohne dass Tesla dies zuvor öffentlich kommuniziert hatte.
Wie aus einer Analyse des Fachportals Electrek vom 17. Februar 2026 hervorgeht, die die NHTSA-Daten mit Teslas eigenen Meilenangaben aus dem Q4-Ergebnisbericht abgeglichen hat, ergibt sich bei rund 800.000 kumulierten bezahlten Fahrmeilen ein Durchschnitt von einem Unfall alle 57.000 Meilen. Teslas eigener Vehicle Safety Report, auf den sich Electrek bezieht, gibt an, dass ein durchschnittlicher US-Fahrer alle 229.000 Meilen in einen kleineren Unfall verwickelt ist. Die Robotaxi-Flotte liegt damit bei einer rund viermal höheren Unfallrate als der menschliche Durchschnitt. Sämtliche dieser Meilen wurden zudem mit einem geschulten Sicherheitsfahrer auf dem Beifahrersitz zurückgelegt, der jederzeit hätte eingreifen können. Trotz dieser Bilanz begann Tesla Ende Januar 2026, in Austin erstmals Fahrten ohne Sicherheitsbegleitung im Fahrzeug anzubieten.
Streit um den Begriff "Robotaxi" in Kalifornien
Parallel zu den Sicherheitsbedenken in Austin gerät Tesla in Kalifornien unter regulatorischen Druck. Wie aus einer von Tesla am 13. Februar 2026 bei der California Public Utilities Commission (CPUC) eingereichten Stellungnahme hervorgeht, räumt das Unternehmen ein, dass sein Dienst in der San Francisco Bay Area nach wie vor auf menschliche Fahrer im Fahrzeug sowie auf ferngesteuerte Assistenzoperatoren angewiesen ist. Das System arbeitet dort mit FSD (Supervised), einem Level-2-Fahrerassistenzsystem, das per Definition eine ständige menschliche Überwachung erfordert.
In derselben Stellungnahme argumentiert Tesla, dass seine Level-2-Fahrzeuge nicht unter die kalifornischen Regeln für autonome Fahrzeuge fallen sollten. Gleichzeitig wehrt sich das Unternehmen gegen einen Vorschlag von Alphabets Waymo, der es Level-2-Diensten untersagen würde, Begriffe wie "driverless", "self-driving" oder "robotaxi" in der Vermarktung zu verwenden. Tesla hatte bereits im Dezember 2025 eine Entscheidung des kalifornischen DMV verloren, wonach die Verwendung der Begriffe "Autopilot" und "Full Self-Driving" gegen das kalifornische Werberecht verstößt. Die regulatorische Lage in Kalifornien verdeutlicht den Widerspruch zwischen Teslas Marketing und dem tatsächlichen Entwicklungsstand: Das Unternehmen erklärt den Behörden, seine Fahrzeuge seien nicht autonom und erforderten menschliche Fahrer, während es den Dienst gegenüber Kunden und Investoren als "Robotaxi" vermarktet.
Die Bewertungsfrage für die Aktie
Die Robotaxi-Problematik hat unmittelbare Relevanz für die Bewertung der Tesla-Aktie. Wie The Motley Fool in einer Analyse vom 23. Februar 2026 darlegt, wurde die Aktie zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zu einem Forward-KGV von 199 auf Basis der Analystenschätzungen für 2026 gehandelt. Bei einem schwächelnden Kerngeschäft im Elektrofahrzeugbereich, das im vergangenen Geschäftsjahr Umsatzrückgänge und sinkende operative Margen verzeichnete, ruht ein erheblicher Teil der Bewertung auf den Robotaxi- und Robotik-Ambitionen des Unternehmens. Laut Electrek verfügt Tesla in Austin zum Stand Februar 2026 über etwa 42 aktive Robotaxis mit einer Verfügbarkeit von unter 20 Prozent während der Betriebszeiten. Das liegt weit hinter den 500 Fahrzeugen, die Elon Musk bis Ende 2025 für Austin in Aussicht gestellt hatte. Auch die geplante Expansion auf acht bis zehn Städte bis Ende 2025 wurde nicht erreicht.
Während Tesla noch an der Skalierung seines Pilotprogramms arbeitet, baut Konkurrent Waymo seinen Vorsprung aus. Waymo bietet nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 450.000 vollständig fahrerlose Fahrten pro Woche an und expandierte am 24. Februar 2026 in vier weitere US-Städte, womit der Dienst nun in zehn Metropolregionen verfügbar ist. Tesla hat zwar angekündigt, die Produktion des dedizierten Cybercab-Fahrzeugs ab Juni 2026 aufzunehmen, doch der entscheidende Nachweis steht noch aus: dass das Unternehmen über ein Fahrsystem verfügt, das sicher und zuverlässig genug ist, um ohne menschliche Aufsicht im großen Maßstab zu operieren.
D. Maier / Redaktion finanzen.net
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