Goldberg: "DAX hat Chancen nach oben"
Joachim Goldberg von Cognitrend hält die Hochs des Jahres für wichtige Marken der Börsianer. Der Sentiment-Experte ist überzeugt, dass der DAX die Chance hat, seinen Seitwärtstrend nach oben aufzulösen.
Trotz Verabschiedung von Basel III und einer angepassten EU-Wachstumsprognose für Deutschland nach oben sehen die Profi-Anleger immer noch keinen Grund zu übermäßiger Freude. Im Wochenvergleich zeigt sich der Dax zwar stärker, 4 Prozent der Befragten wandern aus dem Bullenlager ab, sprich verkaufen ihre Engagements. Drei Prozent sind direkt short gegangen, den Bull/Bear-Index drückt das auf 55 Prozent. Joachim Goldberg von Cognitrend hält die Hochs des Jahres für die Orientierungspunkte der Marktteilnehmer. Nahe der Obergrenze würden sie jeweils einen Gang zurückschalten. Voraussetzung für die Initialzündung eines nachhaltigen Aufwärtstrends sei aber neues langfristiges Kapital. "So wird der Kommentar eines fast schon verzweifelt klingenden Journalisten vom Wochenende verständlich, der das Fehlen eines Katalysators für einen neuen Aktientrend beklagte", bemerkt der verhaltensorientierte Analyst. Die Anleger handelten - oft im Gleichklang mit den Rohstoffmärkten - immer noch etwa auf dem gleichen Niveau wie zu Jahresbeginn. Die schnellen Wechsel zwischen Risikofreude und Risikoaversion könnten sich noch eine Weile fortsetzen. Goldberg sieht in der aktuellen Stimmungslage aber Chancen der Auflösung nach oben.
TecDAX: Profis warten weiterhin ab
Unterdessen nimmt der TecDax zur Freude der Anleger wieder Sichtkontakt zum oberen Rand der Seitwärtsspanne auf. Der Bull/Bear-Index konnte den leichten Rückgang aus der Vorwoche wieder vollständig wettmachen, 3 Prozent mehr Bullen bringen das Sentiment auf 63,3 Punkte. Der Optimismus der Privatanleger erreicht sogar den höchsten Stand dieses Jahres. Die Laune der institutionellen Investoren verbesserte sich dagegen kaum. Sie sind unter dem Strich weiterhin mehrheitlich pessimistisch gestimmt. Däumchen zu drehen und in aller Ruhe abzuwarten, bis der Technologie-Index die Konsolidierungsoberkante erblickt, erscheine den meisten - losgelöst vom fundamentalen Umfeld - derzeit wohl als probateste Strategie, glaubt Katrin Nink von Cognitrend. Sollte ihnen der TecDAX diesen Gefallen tun, dann sieht sie die Möglichkeit eines Ansturms auf das Bärenlager. (DEUTSCHE-BOERSE AG)