Entlassungswelle schiebt Oracle-Aktie nicht weiter an an - Kann SAP vom neuen KI-Mut der Anleger profitieren?

Oracle streicht tausende Stellen, um Mittel für den Ausbau seiner KI-Infrastruktur freizusetzen - die Aktie gewinnt deutlich. Konkurrent SAP verfolgt eine andere KI-Strategie.
Werte in diesem Artikel
• Oracle leitet globale Entlassungen ein im Kontext von KI-Investitionen
• Aktie zeigt positive Marktreaktion trotz Herausforderungen
• SAP verfolgt andere KI-Strategie
Der Softwaregigant Oracle hat am Dienstag eine umfangreiche Entlassungswelle eingeleitet, die tausende Mitarbeiter weltweit betreffen soll. Wie CNBC unter Berufung auf Insider berichtet, erfolgt dieser drastische Schritt vor dem Hintergrund einer massiven strategischen Neuausrichtung. Das Unternehmen unter der Leitung von Larry Ellison versucht derzeit, erhebliche Mittel freizusetzen, um die enormen Investitionskosten für den Ausbau seiner Infrastruktur im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) zu decken. Betroffene Mitarbeiter in den USA, Indien und weiteren Regionen erhielten Berichten zufolge E-Mails, die sie über das sofortige Ende ihres Arbeitsverhältnisses informierten.
Strategischer Fokus auf Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur
Die personellen Einschnitte sind Teil eines größeren Plans, Oracle im harten Wettbewerb mit Rivalen wie Amazon und Alphabet zu positionieren. Analysten von TD Cowen schätzen CNBC zufolge, dass durch den Abbau von 20.000 bis 30.000 Stellen ein zusätzlicher freier Cashflow von acht bis zehn Milliarden US-Dollar generiert werden könnte. Dieses Kapital wird dringend benötigt, um das ehrgeizige Ziel einer weltweit führenden KI-Cloud-Infrastruktur zu finanzieren. Bereits in einem SEC-Filing im März hatte Oracle Restrukturierungskosten von bis zu 2,1 Milliarden US-Dollar angekündigt, die primär für Abfindungen und damit verbundene Aufwendungen vorgesehen sind.
SAP verfolgt konträre Strategie zur KI-Integration
Während Oracle auf massive Stellenstreichungen setzt, um Kapital für die physische Infrastruktur frei zu machen, schlägt der europäische Rivale SAP einen anderen Weg ein. Die Walldorfer konzentrieren sich primär auf die Integration von KI in bestehende Geschäftsprozesse, ohne dabei eine vergleichbare Entlassungswelle anzukündigen. SAP setzt verstärkt auf Partnerschaften mit Infrastruktur-Anbietern wie NVIDIA und Microsoft, anstatt wie Oracle Milliarden in den eigenständigen Bau riesiger Rechenzentren zu investieren. Branchenexperten beobachten gespannt, welcher Ansatz sich langfristig durchsetzen wird: Oracles Fokus auf die Hardware-Basis oder der softwarezentrierte Weg von SAP, der stärker auf die Veredelung von Unternehmensdaten durch Künstliche Intelligenz abzielt.
Marktreaktion und wirtschaftliche Hintergründe
An der Börse wurde die Nachricht von den Stellenstreichungen zunächst positiv aufgenommen, die Oracle-Aktie reagierte am Dienstag an der NYSE mit Kursgewinnen von 5,99 Prozent auf 147,11 US-Dollar auf die Aussicht auf eine schlankere Kostenstruktur. Am Mittwoch ging es hingegen um 1,24 Prozent auf 145,28 US-Dollar nach unten.
Dennoch steht Oracle unter Druck, da Investoren zunehmend skeptisch auf die hohe Verschuldung blicken, die für den Bau neuer Rechenzentren aufgenommen wurde. Dies beweist auch ein Blick auf die Kursentwicklung in diesem Jahr: Allein seit Januar haben Investoren ein Minus von rund 30 Prozent in ihren Depots. Die Kooperation mit OpenAI und das ambitionierte Infrastrukturprojekt "Stargate" fordern enorme finanzielle Ressourcen. Während Oracle neue KI-gestützte Anwendungen für Personalwesen und Finanzen einführt, zeigt die aktuelle Entlassungswelle deutlich, dass der technologische Fortschritt im Bereich der KI bei den großen Tech-Konzernen derzeit mit einem massiven Umbau der Belegschaft einhergeht.
Auch SAP-Anleger hatten zuletzt aber keine Freude an ihren Investment: Die Aktie hat im XETRA-Handel im bisherigen Jahresverlauf und 28 Prozent verloren. Am Mittwoch aber fassten Investoren wieder Mut: Die Anteilsscheine gewannen auf XETRA 1,33 Prozent auf 148,86 Euro.
Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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