NATO-Großauftrag treibt Rheinmetall-Aktie - So reagieren TKMS, RENK und HENSOLDT

Rheinmetall landet einen NATO-Großauftrag über 35.000 Patronen Panzermunition im Wert von rund 200 Millionen Euro - und treibt parallel den Umbau des Konzerns voran.
Werte in diesem Artikel
• Rheinmetall erhält NATO-Munitionsauftrag
• 35.000 Patronen für Bündnisstaaten der NATO
• Übergangstarifvertrag sichert Jobs im Automotive-Bereich
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall sichert sich einen bedeutenden Großauftrag aus dem NATO-Umfeld: Über die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) wurden rund 35.000 Patronen 120-mm-Panzermunition im Wert von etwa 200 Millionen Euro bestellt. Endkunden sind mehrere Mitgliedsstaaten der NATO.
Laut der Pressemitteilung von Rheinmetall handelt es sich um die ersten Abrufe aus einem 2025 geschlossenen Rahmenvertrag, der die Beschaffung schwerer Munition innerhalb des Bündnisses deutlich vereinfachen soll.
Rahmenvertrag vereinfacht Beschaffung im Bündnis
Basis des Deals ist das im Juli 2025 unterzeichnete "Basic Contractual Instrument" (BCI). Dieses definiert laut Rheinmetall "die Geschäftsbedingungen sowie alle technischen Spezifikationen für verschiedene Munitionstypen von 120-mm-Panzermunition".
NATO- und gleichgestellte Staaten können ihre Munition künftig direkt über die NSPA abrufen. Rheinmetall betont in der Pressemitteilung: "Damit wird die Beschaffung von 120mm-Panzermunition im Atlantischen Bündnis deutlich vereinfacht." Für den Konzern bedeutet das eine stärkere Planbarkeit und eine weitere Festigung seiner Marktposition.
Bewährte Technologie mit weiterem Wachstumspotenzial
Rheinmetall liefert seit Jahrzehnten 120-mm-Munition für moderne Kampfpanzer und zählt weltweit zu den führenden Herstellern in diesem Segment. Das Unternehmen erklärt, dass es seine Rolle als "führender Anbieter von 120-mm-Munition weiter ausbauen" könne.
Zudem verweist Rheinmetall auf die Leistungsreserven seiner Systeme und sieht sich auch mittelfristig in der Lage, "innovative und bedrohungsgerechte technische Lösungen im Kaliber 120 mm" anzubieten. Für Investoren ist der Auftrag ein weiteres Signal für die anhaltend hohe Nachfrage im Verteidigungssektor - und unterstreicht Rheinmetalls wachsende Bedeutung als Schlüsselzulieferer der NATO-Staaten.
Übergangsregelung für Automotive-Beschäftigte beschlossen
Parallel zum Rüstungsausbau treibt Rheinmetall auch die Neuaufstellung seines Automotive-Geschäfts voran. Laut Unternehmensangaben wurde gemeinsam mit Betriebsräten und der IG Metall eine weitreichende Übergangsvereinbarung für die Beschäftigten der Division Power Systems beschlossen. Diese sieht unter anderem Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie Tarifgeltung für drei Jahre an den betroffenen deutschen Standorten vor. Die IG-Metall-Mitgliederversammlungen haben das Ergebnis bereits bestätigt.
Rheinmetall-Personalvorständin Vera Saal erklärt dazu laut der Pressemitteilung: "Rheinmetall steht zu seiner Verantwortung. Deshalb hat der Vorstand beschlossen, auch ohne bestehende gesetzliche Verpflichtung freiwillig einen Überleitungstarifvertrag mit der IG Metall abzuschließen." Ziel bleibe es, den Verkauf des Automotive-Bereichs im ersten Quartal 2026 vertraglich abzuschließen, während sich der Konzern künftig stärker auf das wachstumsstarke Rüstungsgeschäft konzentriert.
Rüstungsaktien im Blick
Marktteilnehmer reagierten begeistert auf die Neuigkeiten: Letztlich verzeichnete der Anteilsschein von Rheinmetall auf XETRA ein Plus von 1,87 Prozent auf 1.609,00 Euro.
Die anderen deutschen Rüstungstitel konnten ebenso Gewinne verbuchen. Für RENK ging es zum Handelsende um 1,11 Prozent auf 57,54 Euro nach oben, während HENSOLDT 1,83 Prozent auf 80,50 Euro gewannen. TKMS Aktien stiegen schlussendlich um 3,61 Prozent auf 93,25 Euro.
Redaktion finanzen.net
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