PayPal im Umbruch

PayPal-Aktie im Fokus: Mögliche interessante Kandidaten für eine Übernahme neben Stripe

15.03.26 16:57 Uhr

Übernahmefantasien rund um PayPal-Aktie an der NASDAQ: Wer könnte PayPal kaufen? | finanzen.net

PayPal kämpft nach enttäuschenden Quartalszahlen und dem CEO-Wechsel mit Kurseinbrüchen. Gleichzeitig gibt es Übernahmegerüchte.

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• PayPal übertrifft die EPS-Schätzungen, verfehlt aber leicht den Umsatz
• Enrique Lores tritt an Stelle von Alex Chriss
• Neben Stripe weitere mögliche Kandidaten für eine Übernahme

Zahlen im Blick

Anfang Februar hat der Zahlungsdienstleister PayPal hat seine Bücher geöffnet und die Ergebnisse für das abgelaufene Quartal und das Gesamtjahr präsentiert. Im vierten Quartal lag der Gewinn je Aktie mit 1,53 US-Dollar über den Analystenschätzungen von 1,29 US-Dollar und dem Vorjahreswert von 1,11 US-Dollar je Anteilsschein. Der Quartalsumsatz stieg daneben von 8,33 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum auf 8,7 Milliarden US-Dollar. Experten hatten zuvor allerdings etwas mehr erwartet (8,79 Milliarden US-Dollar).

Im Gesamtjahr verdiente PayPal 5,41 US-Dollar je Aktie und damit mehr als im Vorjahr (3,99 US-Dollar je Aktie). Analysten hatten für das Geschäftsjahr 2025 zuvor einen Gewinnsprung auf 5,36 US-Dollar je Aktie erwartet. Der Umsatz lag bei 33,2 Milliarden US-Dollar nach 31,79 Milliarden US-Dollar im Vorjahr und verfehlte damit knapp die Erwartungen der Analysten von 33,27 Milliarden US-Dollar.

CEO-Wechsel bei PayPal

Zum Monatsstart kam es bei PayPal dann zu einem Wechsel an der Unternehmensspitze. Nach enttäuschenden Quartalsergebnissen und einem schwachen Ausblick hatte der Verwaltungsrat entschieden, dass Enrique Lores, zuvor Chef des Technologiekonzerns HP, die Führung übernimmt. Der vorherige CEO Alex Chriss, der seit September 2023 im Amt war, schied damit aus. Das Unternehmen begründete seine Entscheidung damit, dass eine umfassende Prüfung ergeben habe, dass PayPal im Vergleich zu Wettbewerbern und zur Branche nicht schnell genug vorangekommen sei.

PayPal-Aktie im Fokus

Die PayPal-Aktie reagierte auf die Quartalszahlen und die Nachricht des Chefwechsels Anfang Februar mit kräftigen Verlusten: Sie zeigte sich im Handel an der NASDAQ letztlich 20,22 Prozent tiefer bei 41,94 US-Dollar. Am 13. Februar rutschten die Anteilsscheine sogar auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 38,47 US-Dollar. In den letzten Wochen konnten sich die Papiere wieder etwas von ihrem Kurssturz erholen. So notiert die PayPal-Aktie inzwischen wieder bei 44,36 US-Dollar und damit rund 15,3 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn schlägt dennoch ein Minus von rund 24 Prozent zu Buche und innerhalb der letzten zwölf Monate hat die PayPal-Aktie rund 35,7 Prozent an Wert verloren (Stand: Schlusskurs vom 12.03.2026).

Einstufungen der Analysten zur PayPal-Aktie

Die Analysten zeigen sich zurückhaltend für die Papiere des Zahlungsdienstleisters, sehen aber noch etwas Aufwärtspotenzial. Laut TipRanks haben in den letzten drei Monaten 34 Wall-Street-Analysten ein 12-Monats-Kursziel für PayPal abgegeben. Von diesen empfehlen nur fünf die Aktie zum Kauf, während 25 ein "Hold"-Rating vergaben und vier zum Verkauf raten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 50,71 US-Dollar, mit einer Höchstprognose von 74,00 US-Dollar und einer Tiefstprognose von 34,00 US-Dollar. Das durchschnittliche Kursziel liegt 14,3 Prozent über dem letzten Kurs von 44,36 US-Dollar (Stand: 12.03.2026).

Übernahmegerüchte

Wie Bloomberg vergangenen Monat unter Berufung auf Insiderinformationen berichtete, zog der Kursrückgang von PayPal das Interesse potenzieller Käufer auf sich. Das Unternehmen habe aufgrund der Nachfrage Gespräche mit Banken geführt. Es hieß der Zahlungsabwickler Stripe erwäge die vollständige oder teilweise Übernahme von PayPal. Die Beratungen würden sich allerdings noch in einem frühen Stadium befinden. Ein Vertreter von Stripe habe eine Stellungnahme abgelehnt, hieß es weiter. der Zahlungsabwickler Stripe die vollständige oder teilweise Übernahme von PayPal. Ob es letztlich zu einem Deal kommen werde, sei daher noch vollkommen offen.

Weitere mögliche Käufer für PayPal

Die bekannten potenziellen Käufer wie Stripe, Apple oder Amazon stehen laut Forbes jedoch vor regulatorischen Hürden, Integrationsproblemen oder haben weniger Anreize, PayPal zu übernehmen. Daher würden die interessantesten Kandidaten aus angrenzenden Branchen stammen, die PayPal aus strategischen Gründen außerhalb des direkten Wettbewerbs erwerben könnten.

Einer dieser Kandidaten sei der Einzelhandelsriese Walmart, der mit One ein Fintech-Joint-Venture betreibe und wöchentlich 240 Millionen Kunden erreiche. PayPal könnte Walmarts Zahlungsnetzwerk, Venmos junge Kundschaft und Händlerbeziehungen ergänzen. Regulatorische Hürden wären überschaubar, da Walmart keine Bank ist, auch wenn die Unternehmenskulturen unterschiedlich sind.

Ein weiterer möglicher Käufer könnte Intuit sein. Das Unternehmen verfüge über Finanzdaten für mehr als 100 Millionen Verbraucher und 8 Millionen kleine Unternehmen. PayPal würde dem Unternehmen die Transaktionsebene liefern, sodass ein kombiniertes QuickBooks/PayPal-System als All-in-One-Lösung für kleine Unternehmen attraktiv wäre. Intuit hätte laut Forbes die Marktkapitalisierung und die strategische Vision, um ein solches Paket umzusetzen.

Als weiteren potenziellen Käufer führt Forbes IntercontinentalExchange (ICE) auf. Das Unternehmen besitzt bereits die NYSE, Ellie Mae und Black Knight und hat Erfahrung im Aufbau von Bankinfrastrukturen. PayPals Zahlungsinfrastruktur würde das Portfolio um Transaktionsdaten im Privatkundenbereich erweitern und strategisch gut passen.

Daneben könnte eine Übernahme durch T-Mobile interessant sein. Der Mobilfunkanbieter hat 120 Millionen Kunden und eigene Bankversuche mit T-Mobile Money gestartet. PayPal würde Venmo, ein Verbraucher- und Händlerzahlungsnetzwerk, sowie Auszahlungsfunktionen für Kunden und Händler liefern. Dieses Modell funktioniert in Asien und könnte in den USA erstmals ernsthaft umgesetzt werden.

Außerdem könnte PayPal auch für den Fahrdienstvermittler Uber interessant sein, wie Forbes berichtet. Uber wickele jährlich 75 Milliarden US-Dollar über 150 Millionen Fahrgäste und sieben Millionen Fahrer ab. PayPal würde dem Unternehmen eine eigene Wallet, Venmo für die Kernzielgruppe 18 bis 34, eine Auszahlungsinfrastruktur und ein internationales Zahlungsnetzwerk liefern. Besonders die Kontrolle über Fahrer- und Händlerauszahlungen könnte enorme Kostenvorteile bringen.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Ken Wolter / Shutterstock.com, Gil C / Shutterstock.com

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