MORNING BRIEFING - Deutschland/Europa -2-
+++++ DEVISENMARKT +++++
DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Vortag Mi, 17:10 % YTD
EUR/USD 1,0910 +0,8% 1,0828 1,0857 +4,3%
EUR/JPY 160,8370 -0,1% 161,0315 162,7140 -0,8%
EUR/CHF 0,9556 +0,1% 0,9551 0,9578 +2,0%
EUR/GBP 0,8353 +0,3% 0,8331 0,8372 +1,0%
USD/JPY 147,4240 -0,9% 148,7225 149,8705 -4,9%
GBP/USD 1,3062 +0,5% 1,3000 1,2968 +3,2%
USD/CNY 7,1968 -0,4% 7,2270 7,1771 -0,4%
USD/CNH 7,3133 -0,2% 7,3254 7,2756 -0,7%
AUS/USD 0,6269 +0,1% 0,6260 0,6301 +1,4%
Bitcoin/USD 83.740,10 -1,3% 84.829,95 86.392,45 -8,6%
Der Dollarindex verlor 0,4 Prozent. Die US-Währung dürfte weiterhin mit Unsicherheit behaftet sein, hieß es von Pepperstone. Erst einmal gelte es, die Reaktionen der von den Zöllen betroffenen Handelspartner abzuwarten. Der Euro legte zum Dollar zu und notierte bei 1,0850 Dollar. Die ING berichtete von Kaufinteresse im Euro bei Notierungen unter 1,08 Dollar. Die Investoren seien wohl nicht bereit, das Narrativ von den negativen Folgen der US-Zölle für den Euro zu übernehmen, vermuteten die Analysten.
Der Dollar stürzt am Morgen im asiatisch geprägten Handel ab, der Dollarindex verliert weitere 0,7 Prozent. Im Handel wird der Zwiespalt der US-Zölle deutlich. Einerseits heizen diese die Inflation an und erste Analysen rufen daher bereits Zinserhöhungen in den USA aus. Diese Überlegung müsste den Greenback stützen. Andererseits dürften die Zölle das US-Wachstum abwürgen, selbst eine Rezession halten einige Volkswirte nun für denkbar. Dies spricht für sinkende Zinsen. Am Markt wird der Konjunkturpessimismus aktuell höher gehängt.
+++++ ROHSTOFFE +++++
ROHÖL zuletzt VT-Settlem. +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 69,96 70,01 -0,1% -0,05 +1,6%
Brent/ICE 73,23 73,37 -0,2% -0,14 -0,6%
Die Ölpreise stiegen leicht. Brent und WTI gewannen bis zu 0,9 Prozent. Die Notierungen würden gestützt von den jüngsten Drohungen Trumps gegen Russland und den Iran, hieß es.
METALLE
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold (Spot) 3.146,06 3.134,15 +0,4% 11,91 +18,7%
Silber (Spot) 30,57 31,46 -2,8% -0,89 +12,0%
Platin (Spot) 899,01 911,67 -1,4% -12,66 +4,2%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
Die anhaltend hohe Unsicherheit trieb Anleger weiter in den "sicheren Hafen" Gold. Der Preis des Edelmetalls markierte erneut ein Rekordhoch. Die Feinunze verteuerte sich um 0,3 Prozent auf 3.124 Dollar.
+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG 17.30 UHR +++++
US-STRAFZÖLLE
Die EU soll an einem Paket kurzfristiger Maßnahmen zum Schutz von Sektoren, die von den geplanten US-Zöllen voraussichtlich am stärksten betroffen sein werden, arbeiten, berichtet Bloomberg. Die Europäische Kommission stelle wirtschaftliche Vorschläge zusammen, die parallel zu Plänen zur Reform einiger Vorschriften und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Blocks in Schlüsselsektoren laufen.
Der Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, Moritz Schularick, sieht weitreichende Folgen der neuen US-Zölle. "Das ist ein schwerer Schock für den Welthandel", sagte Schularick dem Handelsblatt. "Trump legt die Axt an das offene, regelbasierte Handelssystem. Wenn diese Zölle in dieser Form bestehen bleiben, dann ist das eine Zäsur für die Weltwirtschaft, wie wir sie kennen. Dann sind wir in einem anderen Welthandelsregime. Das tut richtig weh, auch den Amerikanern." (Handelsblatt)
Die US-Autoimportzölle werden nach Einschätzung des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer zu einer weiteren Verlagerung deutscher Produktion in die USA und zum Jobabbau in Deutschland führen. "Wenn die Zölle langfristig bleiben, werden deutsche Autobauer ihre Produktion weiter in die USA verlagern", sagte der Direktor des CAR Center Automotive Research den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Damit fielen weitere Arbeitsplätze in Deutschland weg.
Südkorea hat "Notfallmaßnahmen" zur Unterstützung von Branchen wie der Automobilindustrie angekündigt, die sich auf die angekündigten US-Zölle beziehen. "Angesichts dessen, dass die Schwere eines globalen Zollkriegs nun Realität geworden ist, müssen wir alle Kapazitäten der Regierung einsetzen, um diese Handelskrise zu überwinden", sagte Südkoreas amtierender Präsident Han Duck-soo.
Erhöhung der US-Zölle auf Importe aus der Europäischen Union wird nach Aussage von Francois Villeroy de Galhau den Rückgang der Inflationsrate in der Eurozone wahrscheinlich nicht aufhalten. Nach Ansicht des EZB-Ratsmitglieds ist nicht zu erwarten, dass die Trump-Zölle die europäische Desinflation wesentlich beeinflussen werden.
Japans Regierung wird seinem Handelsminister zufolge die USA weiterhin auffordern, das asiatische Land von neuen US-Zöllen auszunehmen.
China wird "entschlossene" Gegenmaßnahmen gegen die Zölle der Trump-Regierung auf chinesische Waren ergreifen, um seine Interessen zu schützen, teilte das chinesische Handelsministerium mit.
EZB / EU
Die EU sollte sich nach Aussage der Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, von dem Prinzip verabschieden, Entscheidungen nur einstimmig zu treffen.
MUSK / US-REGIERUNG
US-Präsident Trump soll einem Magazinbericht zufolge seinem engsten Kreis, einschließlich Mitgliedern seines Kabinetts, angekündigt haben, dass Elon Musk in den kommenden Wochen von seiner derzeitigen Rolle als Regierungspartner zurücktreten wird. Dies berichtet das Magazin Politico unter Berufung auf drei mit dem Vorgang vertraute Personen.
HENKEL
hat die Veräußerung seines Geschäfts mit den Handelsmarken in Nordamerika früher als erwartet abgeschlossen. Die Vereinbarung über den Verkauf des Geschäfts an ein Tochterunternehmen von First Quality Enterprises LLC mit Sitz in Great Neck, New York, wurde im Februar 2025 unterzeichnet und die Transaktion konnte laut Henkel zum 1. April 2025 abgeschlossen werden.
SIEMENS
erwirbt für 5,1 Milliarden US-Dollar das US-Unternehmen Dotmatics, einen führenden Anbieter von Forschungs- und Entwicklungssoftware für die Life-Sciences-Branche. Der Technologiekonzern erhöht so den adressierbaren Gesamtmarkt für Industriesoftware um 11 Milliarden Dollar, wie er mitteilte. Verkäufer ist Insight Partners.
VOLKSWAGEN
reagiert auf die US-Zölle. Der Autobauer werde eine "Importgebühr" auf Autos einführen, die von den Autozöllen von 25 Prozent betroffen sind. In dem Memo heißt es weiterhin, dass VW die Lieferungen aus Mexiko per Bahn temporär gestoppt habe. Außerdem würden aus Europa per Schiff ankommende Autos an den Häfen zurückgehalten. Der Schritt sein eine temporäre Anpassung.
GRENKE
hat Neugeschäft und Marge im ersten Quartal gesteigert. Die Nachfrage stieg in allen Kategorien und vor allem in der Region Deutschland, Österreich, Schweiz (DACH). Das Neugeschäft stieg um 11 Prozent auf 740,6 Millionen Euro. In der DACH-Region legte das Neugeschäft um 21 Prozent zu, im restlichen Westeuropa um 7,2 Prozent.
ROCHE
hat bei seiner Musette-Studie (Phase III) mit einer hochdosierten intravenösen Infusion von Ocrevus (Ocrelizumab) einen Misserfolg verbucht. In der Studie sollte festgestellt werden, ob eine höhere Dosis des derzeit zugelassenen Ocrevus IV 600 mg Menschen mit schubförmiger Multipler Sklerose einen zusätzlichen Nutzen bringen würde. Der primäre Endpunkt der Studie sei nicht erreicht worden, teilte Roche mit und verwies darauf, dass Ocrevus IV 600 mg als optimale Dosis zur Verlangsamung des Fortschreitens der Behinderung gelte.
BOEING
CEO Kelly Ortberg zeigt sich besorgt, dass neue US-Zölle zu einer Eskalation des Handelskriegs führen könnten, was die Exporte des Flugzeugherstellers gefährden könne. Der Luft- und Raumfahrtriese exportiert etwa 80 Prozent der von ihm gebauten Verkehrsflugzeuge.
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April 03, 2025 01:34 ET (05:34 GMT)