Marc O. Schmidt-Kolumne

LNG-Markt gerät in Bewegung

24.03.26 06:29 Uhr

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LNG-Markt gerät in Bewegung | finanzen.net
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In diesen Tagen erleben Anleger an den Energie- und Aktienmärkten eine regelrechte Achterbahnfahrt der Gefühle. Im Fokus stehen der Iran-Krieg und Donald Trumps einmal mehr erratischer Politikstil.

Donald Trump rudert zurück

Zunächst hatte der US-Präsident dem Iran 48 Stunden gegeben, um die Straße von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr zu öffnen; andernfalls wollte er die Energieinfrastruktur des Landes „auslöschen“. Als Antwort hatte die iranische Führung noch stärkere Angriffe auf Öl- und Gasanlagen ihrer Nachbarn in Aussicht gestellt.

Wenig später folgte die Kehrtwende. Trump erklärte am Montag, er werde das Militär anweisen, die Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur um fünf Tage zu verschieben, nachdem „fruchtbare“ Gespräche über eine „vollständige Beilegung“ der Feindseligkeiten im Nahen Osten stattgefunden hätten.

Auf diese Ankündigung hin folgte eine deutliche Entspannung bei den Öl- und Gaspreisen, während die Aktienkurse in die Höhe schossen. Trotz dieser Erleichterung bleiben viele Unsicherheiten im Markt. Zumal der Fall der zerstörten katarischen LNG-Produktionsstätten zeigt, dass die Reparatur und der Wiederaufbau der entsprechenden Anlagen Jahre dauern können.

Wiederauffüllung der Lagerbestände braucht Zeit

Als Antwort auf den Angriff auf das für den Iran bedeutende Gasfeld South Pars griff der Iran den Komplex Ras Laffan in Katar an. Dabei handelt es sich um nichts weniger als die weltweit größte Produktionsstätte für Flüssigerdgas (LNG). Laut dem staatlichen Unternehmen QatarEnergy wird die Reparatur der Anlagen drei bis fünf Jahre dauern. Die folgenden Nachfrage- und Preiseffekte betreffen vor allem Europa und Asien, während die jüngsten Entwicklungen für Devin McDermott, Analyst bei Morgan Stanley, Grund genug waren, seine Einschätzung der LNG-Branche insgesamt auf „In-Line“ zu setzen.

Grund seien die Schäden an der Flüssigerdgasanlage in Ras Laffan. Verzögerungen bei der Erweiterung führen aus Analystensicht in diesem Jahr zu einem großen LNG-Defizit und mindern das Risiko eines Überangebots in den Jahren 2027 und 2028. Der Experte erklärt, dass selbst bei einer kurzfristigen Lösung des Nahostkonflikts der globale Gasmarkt angesichts eines großen Versorgungsausfalls mit der Wiederauffüllung der Lagerbestände zu kämpfen haben werde, was Aufwärtsrisiken für die Preise mit sich bringt.

LNG war bereits vor dem Iran ein Thema

Der Krieg im Iran hat die Lage an den weltweiten LNG-Märkten verkompliziert; bereits zuvor hatten jedoch einige Entwicklungen für eine erhöhte Nachfrage gesprochen. Als Folge des Krieges in der Ukraine versucht Europa, seine Energieversorgung von Russland abzukoppeln. Dazu soll unter anderem eine Vielzahl von LNG-Terminals beitragen, zumal man auf dem alten Kontinent nicht bereit zu sein scheint, Gas als Energieträger Lebewohl zu sagen.

Vielmehr ist es beispielsweise die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD, die beim Ausstieg aus der Kohleenergie in Sachen Versorgungssicherheit auf Gas setzen möchte. Zu diesem Zweck soll auch Europa immer mehr LNG aus den USA kaufen. Auf diese Weise würde man auch US-Präsident Donald Trump etwas beruhigen, der den LNG-Export den heimischen Wählern als Erfolg verkaufen könnte.

Mein Fazit

Zwar sorgte die kurzfristige Deeskalation durch Donald Trumps Kurswechsel für eine vorübergehende Beruhigung bei Öl- und Gaspreisen sowie steigende Aktienkurse, doch die strukturellen Risiken bleiben bestehen. Insbesondere die schweren Schäden an zentralen LNG-Anlagen und die daraus resultierenden langfristigen Produktionsausfälle könnten den globalen Gasmarkt noch Jahre belasten. Gleichzeitig treibt Europas strategische Abkehr von russischen Energielieferungen die Nachfrage nach Flüssigerdgas weiter an.

Für Anleger ist das Thema LNG unlängst von Interesse. Ein entsprechendes Investmentvehikel stellt das Index-Zertifikat auf den Börse Online Flüssiggas Index (WKN: DA0ABT / ISIN: DE000DA0ABT2) dar. Dort sind Unternehmen zusammengefasst, die sich mit Themen wie Transportschiffen- und Behälter, dem Betrieb von Häfen und Umschlagplätzen sowie Technologien zur Verflüssigung und Regasifizierung des Rohstoffs beschäftigen.

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