Im Höhenflug

Steigende Ölpreise treiben Energie-Aktien an - ExxonMobil-Aktie mit besserer Performance als KI-Aktie NVIDIA

26.03.26 21:23 Uhr

Steigende Ölpreise beflügeln Energie-Aktien - NYSE-Aktie ExxonMobil stellt KI-Aktie NVIDIA in den Schatten | finanzen.net

Die Ölpreise haben am Donnerstag wieder zugelegt. Auch die Aktien von Energieriesen profitieren. Das geht soweit, dass die ExxonMobil-Aktie mittlerweile besser läuft als NVIDIA.

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• Ölpreise ziehen erneut an
• Energie-Aktien im Aufwind
• ExxonMobil-Aktie outperformt KI-Star NVIDIA

Die Ölpreise haben am Donnerstag deutlich zugelegt, nachdem sich die Aussichten auf eine rasche Beilegung des Kriegs mit dem Iran weiter verschlechtert haben. Die Sorte Brent verteuerte sich um über Prozent auf über 107 Dollar je Barrel und überschritt damit erneut klar die psychologisch wichtige Schwelle von 100 Dollar.

Widersprüchliche Signale aus Washington und Teheran

Washington betont weiterhin, dass diplomatische Gespräche mit Iran zur Beendigung des Kriegs im Gange seien. Trotz der Betonung "produktiver" diplomatischer Kontakte stellte Trump jüngst via Truth Social klar, dass er bereit sei, die "Hölle im Iran" losbrechen zu lassen, sollten die Verhandlungen scheitern. Die US-Administration kündigte verschärfte militärische Maßnahmen an, falls Teheran nicht einlenke.

Die iranische Führung weist jedwede Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten hingegen kategorisch zurück. Teheran knüpft mögliche Gespräche zudem an eigene Forderungen, darunter die Kontrolle über die strategisch bedeutsame Straße von Hormus.

Revolutionsgarden errichten Kontrollsystem in Straße von Hormus

Die iranischen Revolutionsgarden haben einer Analyse des Schifffahrts-Magazins "Lloyd's List" zufolge in der Straße von Hormus eine Art "Mautstellen"-System zur Kontrolle der internationalen Schifffahrt eingeführt, schreibt die Deutsche Presse-Agentur. Dabei müssten Schiffe vollständige Unterlagen vorlegen, Freigabecodes einholen und eine von den Revolutionsgarden begleitete Durchfahrt durch einen einzigen kontrollierten Korridor akzeptieren. Das Magazin beruft sich dabei unter anderem auf Schifffahrtsdaten und mehrere mit dem neuen System vertraute Quellen.

Seit dem 13. März hätten insgesamt 26 Schiffe die Meerenge auf dieser Route um die Insel Larak vor der Südküste Irans durchquert. Mit Hilfe von Echtzeit-Schiffsverkehrsdaten konnten nach dem 15. März keine Durchfahrten mehr über die übliche Route erfasst werden. In weiteren 21 Fällen habe aufgrund fehlender Daten keine Umleitung bestätigt werden können.

Blackrock warnt vor Preisschock bis 150 Dollar

Rob Kapito, Chef des weltgrößten Vermögensverwalters BlackRock, warnte am Donnerstag bei einer Veranstaltung in Melbourne, dass Investoren die Risiken der Iran-Krise unterschätzen würden, wie die Deutsche Presse-Agent schreibt. Selbst bei einem schnellen Kriegsende könne der Ölpreis noch auf 150 US-Dollar pro Barrel steigen, sagte Kapito laut Angaben von Teilnehmern. Er begründete dies damit, dass es Zeit brauche, bis die Lieferketten wieder voll funktionsfähig seien.

Energie-Aktien im Höhenflug

p> Die Sorgen rund um eine unsichere Energieversorgung hat nicht nur die Ölpreise in kürzester Zeit in die Höhe schießen lassen, auch die Aktien zahlreicher Energieunternehmen konnten profitieren, zeigen sich angesichts der oftmals unklaren Informationslage auch volatil.

Am Donnerstag geht es branchenweit aufwärts. So stieg die Shell-Aktie in London letztlich um 0,93 Prozent auf 34,65 britische Pfund. Das BP-Papier gewann hingegen 2,31 Prozent auf 5,8 britische Pfund.

Auch in den USA zeigte sich der Aufwärtstrend: Die Aktie des Ölriesen Chevron stieg zum NYSE-Schluss um 1,29 Prozent auf 207,79 Dollar. Occidental Petroleum kletterte unterdessen 4,06 Prozent auf 64,36 US-Dollar.

Exxon-Aktie performt besser als KI-Platzhirsch NVIDIA

Die ExxonMobil-Aktie schloss im NYSE-Handel 1,33 Prozent im Plus bei 165,43 US-Dollar.

An der starken Performance der Exxon-Aktie lässt sich aktuell noch ein weiterer Markttrend ablesen. So zeichnet sich laut MarketWatch eine bemerkenswerte Verschiebung an den Märkten ab. So werde KI-Platzhirsch NVIDIA mittlerweile zu niedrigeren Bewertungskennzahlen gehandelt als der US-Ölkonzern. Diese ungewöhnliche Konstellation deute darauf hin, dass Anleger zunehmend die massiven Kapitalausgaben der Technologiegiganten hinterfragen und stattdessen den Energiesektor mit seinen attraktiven Kapitalrückflüssen bevorzugen.

Bewertungsumkehr bei Technologie und Energie

Während Exxon-Aktien seit Jahresbeginn um 53 Prozent zugelegt haben, verzeichneten NVIDIA-Papiere einen Rückgang von 5,8 Prozent. Diese gegensätzliche Entwicklung hat zu einer unerwarteten Verschiebung der Bewertungsrelationen geführt. Exxon wird aktuell mit dem 18,3-Fachen der für das Kalenderjahr 2027 erwarteten Gewinne gehandelt, während NVIDIA lediglich mit dem 16,1-Fachen bewertet wird, wie aus Daten von FactSet hervorgeht, auf die sich MarketWatch beruft. Bei einem längeren Betrachtungshorizont verstärkt sich diese Divergenz noch: Für 2028 liegt NVIDIAs Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 13,9, während Exxon mit dem 16,4-Fachen der erwarteten Erträge bewertet wird.

Nicholas Colas, Mitgründer von DataTrek Research, machte in einer Mitteilung vom Mittwoch auf diese Entwicklung aufmerksam, schreibt MarketWatch. Er betonte, dass nicht nur Exxon, sondern Energieaktien generell deutlich teurer geworden seien. Die größten Energieunternehmen werden derzeit mit rund dem 20-Fachen der künftigen Gewinne gehandelt - knapp unterhalb des S&P 500-Index mit seinem Multiplikator von 20,7.

Strukturwandel im Energiesektor

Noch vor einem Jahr wäre es undenkbar gewesen, dass rohstoffabhängige Energiekonzerne derartige Bewertungsniveaus erreichen. Dabei erklären steigende Ölpreise allein nicht den jüngsten Boom bei Energieaktien. Laut Colas sind die strukturell höheren Bewertungen im Energiesektor zumindest teilweise darauf zurückzuführen, dass Investoren bewusst einen Sektor mit historisch starker Kapitaldisziplin wählen.

Technologiekonzerne unter Ausgabendruck

Die Tech-Giganten, die den Großteil des KI-Booms angetrieben haben, geben heute zunehmend mehr für künstliche Intelligenz aus. Einige Unternehmen hätten gar begonnen, auch Schulden aufzunehmen. Colas beschreibt die Transformation drastisch: In den vergangenen zwölf Monaten habe sich Big Tech von der beeindruckendsten Free-Cashflow-Maschine der Börsengeschichte zu einem Sektor entwickelt, der im Aggregat nahezu jeden Dollar der operativen Gewinne für den Ausbau seiner KI-Fähigkeiten ausgibt.

Energiesektor als Alternative für kapitalorientierte Investoren

Der Energiesektor sei laut Colas zu einem sehr sorgfältigen Verwalter des Aktionärskapitals geworden, was ihn für Investoren attraktiv mache, die eine Alternative zu den ausgabefreudigen Technologieunternehmen suchen. Er wies darauf hin, dass der Sektor über die Hälfte seiner Gewinne in Form von Dividenden ausschüttet, verglichen mit lediglich 11 Prozent im Technologiebereich.

Diese Dividenden seien laut Colas angesichts hoher Ölpreise praktisch gesichert. Investoren seien bereits vor dem jüngsten Ölpreisschock skeptisch gegenüber den KI-Kapitalausgaben von Big Tech gewesen, doch die aktuellen Ereignisse hätten ihnen nun eine produktive Möglichkeit gegeben, diese Frustration zum Ausdruck zu bringen.

Martina Köhler, Benedict Kurschat, Bettina Schneider, Redaktion finanzen.net
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Bildquellen: Rob Crandall / Shutterstock.com, Katherine Welles /Shutterstock.com

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