MÄRKTE USA/Hoffnungsrally nach Trump-Rückzieher - Brent-Öl unter 100 USD
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Von Steffen Gosenheimer
DOW JONES--US-Präsident Trump hat am Montag mit einem Rückzieher in Form einer Verlängerung seines Ultimatums an den Iran, die Straße von Hormus freizugeben, für Aufatmen an den Börsen gesorgt. Er sprach von Gesprächen mit einem iranischen Spitzenvertreter, worauf auf breiter Front die Aktienkurse stiegen und die Ölpreise nachgaben. Wegen dieser Gespräche würden die USA nun für fünf Tage auf Angriffe gegen die iranische Energieinfrastruktur verzichten. Zuvor hatte Trump Iran eine Frist von 48 Stunden gesetzt, die Straße von Hormus zu öffnen.
Trump nannte den Namen des iranischen Vertreters allerdings nicht. Das iranische Außenministerium dementierte die Gespräche laut dem staatlichen Sender IRIB, was dazu beigetragen haben dürfte, dass die Kurse von den Tageshochs wieder deutlicher zurückkamen.
Iran hatte seinerseits auf das Ultimatum Trumps mit der Drohung reagiert, alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier zu nehmen. Im Handel hieß es, Trump knicke wieder einmal ein, wie schon öfter gesehen, wenn der Gegenwind - vor allem an den Finanzmärkten - zu stark werde.
Zum Ende des Handels lag der Dow-Jones-Index 1,4 Prozent höher bei 46.209 Punkten. Der breite S&P-500 erholte sich um 1,2 Prozent, die Nasdaq-Indizes legten bis zu 1,4 Prozent zu. Im frühen Handel hatten die Indizes durchweg auch schon deutlicher über 2 Prozent zugelegt. Nach einer ersten Zählung gab es an der Nyse 2.323 (Freitag: 375) Kursgewinner und 445 (2.409) -verlierer. Unverändert gingen 37 (23) Titel aus dem Handel.
Die Ölpreise kamen von den frühen Tageshochs mit dem Entspannungssignal deutlich zurück. Zuletzt kostete Brent-Öl im Vergleich zum Freitag 11 Prozent weniger, rund 99,80 Dollar je Fass. Im Tageshoch waren noch 114 Dollar fällig gewesen.
Der Dollar verlor mit der Hoffnung auf eine Deeskalation von seinem Nymbus als sicherer Hafen und wertete stark ab. Der Euro schnellte auf 1,1612 Dollar nach oben, verglichen mit Ständen um 1,1485 Dollar vor den Trump-Einlassungen.
Auch der Anleihemarkt reagierte, dort sanken die Renditen, im Zehnjahresbereich um 4 Basispunkte 4,35 Prozent. Im Tagestief waren es 4,31 Prozent gewesen. Mit den fallenden Ölpreisen sinke das Risiko eines Inflationsanstiegs, was zugleich Zinserhöhungsspekulationen dämpfe, erklärten Marktteilnehmer.
Gold war weiter nicht gesucht, Der Preis der Feinunze sank um 2,3 Prozent auf 4.385 Dollar. "Die Preise verzeichneten ihren größten Wochenverlust seit 1983 aus Sorge, dass eine höhere Inflation die Fed zu Zinserhöhungen veranlassen wird", warfen die Analysten von ANZ einen Blick auf den jüngsten starken Preisrückgang.
Am Aktienmarkt ging es für die prominentem Schwergewichte Apple, Nvidia oder Amazon zwischen 1,4 und 2,4 Prozent nach oben. Branchenseitig lagen Aktien aus dem Konsumgütersektor an der Spitze mit einem Plus von 2,5 Prozent, gefolgt von Rohstoffaktien (+1,8%). Am Ende rangierten die als defensiv geltenden Pharmawerte (+0,3%).
Bei den Einzelwerten verteuerten sich Tesla um 3,5 Prozent, nachdem CEO Elon Musk Pläne veröffentlicht hatte, wonach der Elektroautobauer und das Weltraumunternehmen SpaceX gemeinsam eine neue Chipfabrik in Texas errichten werden.
Synopsys kamen um 2,9 Prozent voran mit der Nachricht, dass Elliott Investment einen größeren Anteil an dem Chipentwickler hält und nun Druck ausüben will, damit mehr Geld mit Software und Dienstleistungen erlöst wird.
Dass der Pharmariese Pfizer und der französische Impfstoffhersteller Valneva positive Studienergebnisse eines Impfstoffkandidaten meldeten, sorgte bei Pfizer für keinen positiven Impuls. Die Aktie gab gegen den freundlichen Markt sogar um 0,7 Prozent nach.
Uneinheitlich zeigten sich die vier Aktien, die zu Handelsbeginn in den S&P-500-Index aufgenommen wurden. Vertiv gingen unverändert aus dem Tag, Lumentum gewannen 3,2 und Coherent 0,6 Prozent, während Echostar um 0,3 Prozent nachgaben.
INDEX zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
DJIA 46.208,53 +1,4 +631,06 45.577,47
S&P-500 6.581,04 +1,2 +74,56 6.506,48
NASDAQ Comp 21.946,76 +1,4 +299,15 21.647,61
NASDAQ 100 24.188,59 +1,2 +290,44 23.898,16
US-Treasuries Rendite +/- Tageshoch Tagestief
2 Jahre 3,85 -0,04 4,02 3,79
5 Jahre 3,97 -0,05 4,11 3,92
10 Jahre 4,35 -0,04 4,45 4,31
DEVISEN zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag Fr, 17:28
EUR/USD 1,1612 +0,4 0,0042 1,1570 1,1561
EUR/JPY 183,97 -0,1 -0,2400 184,21 184,0300
EUR/CHF 0,9128 +0,1 0,0010 0,9118 0,9107
EUR/GBP 0,8644 -0,3 -0,0027 0,8671 0,8675
USD/JPY 158,43 -0,5 -0,7900 159,22 159,1800
GBP/USD 1,3427 +0,7 0,0088 1,3339 1,3323
USD/CNY 6,8807 -0,1 -0,0050 6,8857 6,8857
USD/CNH 6,8855 -0,3 -0,0194 6,9049 6,9020
AUS/USD 0,7007 -0,2 -0,0016 0,7023 0,7043
Bitcoin/USD 70.608,04 +3,6 2.428,75 68.179,29 70.005,90
ROHOEL zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
WTI/Nymex 88,87 -9,5 -9,36 98,23
Brent/ICE 99,79 -11,1 -12,40 112,19
Metalle zuletzt +/- % +/- abs. Schluss Vortag
Gold 4.385,32 -2,3 -102,33 4.487,65
Silber 68,72 +1,4 0,96 67,76
Platin 1.869,55 -2,7 -52,52 1.922,07
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/gos
(END) Dow Jones Newswires
March 23, 2026 16:08 ET (20:08 GMT)
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