MÄRKTE USA/Chinas Gegenzölle sorgen für erneuten Ausverkauf
Werte in diesem Artikel
DOW JONES--Der Kursrutsch an der Wall Street setzt sch auch zum Wochenausklang fort. Am Mittag (Ortszeit) knickt der Dow-Jones-Index um 3,6 Prozent auf 39.093 Punkte ein. Der S&P-500 fällt um 4,1 Prozent und der Nasdaq-Composite büßt 4,0 Prozent ein. Ursächlich für den neuerlichen Ausverkauf ist, dass China die US-Zölle mit eigenen Zöllen beantworten will. Starke US-Arbeitsmarktdaten ("Payrolls") können dem nichts entgegensetzen. Am Markt geht die Angst um, dass der heraufziehende Handelskrieg die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen wird. Ökonomen senken reihenweise ihre Wachstumsprognosen.
China hatte angekündigt, einen Einfuhrzoll von 34 Prozent auf alle aus den USA importierten Waren zu erheben. Wie die Zolltarifkommission des Staatsrats mitteilte, tritt dieser am 10. April in Kraft. China führt außerdem Ausfuhrkontrollen für sieben Kategorien von Seltene-Erden-Gütern ein. Die Export-Kontrolle geschehe zum Schutz der nationalen Sicherheit und der nationalen Interessen, so das chinesische Handelsministerium.
US-Präsident Donald Trump scheint die jüngsten Vergeltungsmaßnahmen Chinas in einem Social-Media-Post auf die leichte Schulter zu nehmen. "China hat falsch gehandelt, sie sind in Panik geraten - das einzige, was sie sich nicht leisten können", sagte er auf seiner Plattform Truth Social, ohne weitere Erklärungen abzugeben. Die Entwicklungen verstärken die Befürchtungen, das ein massiver Zoll-Krieg die globale Konjunktur schwer belasten könnte. Zudem wollten viele Investoren vor dem Wochenende weitere Bestände abbauen, denn dieses könnte negative Entwicklungen bringen.
Die US-Wirtschaft dürfte nach Aussage von US-Notenbankpräsident Jerome Powell in eine Phase höherer Preise und schwächeren Wachstums eintreten, wie sie noch vor wenigen Wochen nicht für möglich gehalten worden wäre. Grund dafür seien die von Präsident Trump angekündigten, unerwartet starken Zollerhöhungen, sagte er laut Text in einer Rede zum Wirtschaftsausblick. Seine Äußerungen verrieten eine gewisse Vorsicht im Hinblick auf mögliche Reaktionen der Fed, die verhindern will, dass aus einem einmaligen Preisniveaueffekt ein anhaltender Anstieg der Inflation wird. Powell deutete an, dass die Fed bei ihrer abwartenden Haltung bleiben könnte.
Starker Arbeitsmarktbericht ohne Einfluss
Der offizielle Arbeitsmarktbericht für März zeugte von einem überraschend starken Beschäftigungsaufbau. Es wurden im vergangenen Monat außerhalb der Landwirtschaft 228.000 zusätzliche Stellen geschaffen. Volkswirte hatten mit einem Zuwachs von 140.000 Stellen gerechnet. Die Beschäftigungslage ist eines der Kriterien, an denen die Fed ihre Geldpolitik ausrichtet und wird normalerweise unter diesem Aspekt stark beachtet. Dieses Mal dürften die Daten aber von der Zoll-Thematik in den Hintergrund gedrängt werden, heißt es aus dem Handel.
"Sicherer Hafen" Anleihen bleibt gesucht
Rezessionsängste überwiegen die Inflationssorgen, und die Anleger suchen weiter Zuflucht in US-Staatsanleihen, was die Renditen sinken lässt. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen fällt um weitere 13 Basispunkte auf 3,93 Prozent.
Der Dollar erholt sich etwas von den jüngsten kräftigen Verlusten. Der Dollar-Index steigt um 0,4 Prozent. Teilnehmer wollen die Bewegung aber nicht überbewerten. Zwar müsste der US-Protektionismus nach herrschender Meinung den Dollar eigentlich stützen, doch die Sorge vor einem schweren Schlag für die US-Wirtschaft und letztlich die globale Konjunktur überwiegt.
Der Goldpreis verzeichnet ein deutliches Minus. Der Preis für die Feinunze fällt um 3,0 Prozent auf 3.021 Dollar. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Gold in Zeiten hoher Risikoaversion unter Druck gerät, da Marktteilnehmer oft Goldpositionen liquidieren, um Verluste anderswo auszugleichen, heißt es von der Commerzbank.
Die Ölpreise setzen ihre Talfahrt in rasantem Tempo fort. Die Kontrakte auf Brent und WTI brechen um bis zu 6,9 Prozent ein. Die Akteure am Ölmarkt befürchten eine konjunkturbedingte Nachfrageschwäche. Zudem erwägt die Opec+ eine Erhöhung der Fördermenge.
Halbleiteraktien stürzen den zweiten Tag in Folge ab, da die Investoren die Auswirkungen der von Präsident Trump verhängten Zölle auf Importe bewerteten. Der Philadelphia Semiconductor Index (SOX) rutschte auf den niedrigsten Stand seit November 2023. Dieser umfasst die 30 größten in den USA gehandelten Halbleiteraktien. Auch Halbleiteraktien, die mit dem Megatrend künstliche Intelligenz verbunden sind, stürzen erneut ab. Die Nvidia-Aktie fällt um 6,3 Prozent, Broadcom büßen 6,2 Prozent ein und Marvell Technology verlieren 9,9 Prozent.
===
INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD
DJIA 39.093,15 -3,6% -1452,78 -0,7%
S&P-500 5.176,01 -4,1% -220,51 -3,6%
NASDAQ Comp 15.886,51 -4,0% -664,09 -14,3%
NASDAQ 100 17.782,31 -4,0% -739,16 -11,9%
DEVISEN zuletzt +/- % 0:00 Do, 17:15 % YTD
EUR/USD 1,1011 -0,4% 1,1052 1,1092 +6,8%
EUR/JPY 160,7465 -0,3% 161,2565 161,6105 -1,0%
EUR/CHF 0,9419 -0,7% 0,9491 0,9509 +1,5%
EUR/GBP 0,8522 +1,0% 0,8434 0,8440 +2,0%
USD/JPY 145,9970 +0,1% 145,9185 145,7015 -7,3%
GBP/USD 1,2920 -1,4% 1,3103 1,3143 +4,6%
USD/CNY 7,1872 +0,2% 7,1751 7,1817 -0,5%
USD/CNH 7,2850 +0,1% 7,2803 7,2858 -0,7%
AUS/USD 0,6043 -4,5% 0,6327 0,6366 +2,2%
Bitcoin/USD 83.022,90 +0,3% 82.747,70 81.633,20 -11,3%
ROHÖL zuletzt VT-Schluss +/- % +/- USD % YTD
WTI/Nymex 62,05 66,62 -6,9% -4,57 +1,6%
Brent/ICE 65,55 69,81 -6,1% -4,26 -6,3%
METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD
Gold 3020,87 3113,90 -3,0% -92,79 +18,6%
Silber 26,98 28,84 -6,4% -1,86 +3,3%
Platin 838,07 865,45 -3,2% -27,39 -1,1%
Kupfer 4,47 4,83 -7,4% -0,36 +10,1%
YTD bezogen auf Schlussstand des Vortags
===
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
DJG/DJN/ros/cbr
(END) Dow Jones Newswires
April 04, 2025 12:15 ET (16:15 GMT)
Übrigens: Apple und andere US-Aktien sind bei finanzen.net ZERO sogar bis 23 Uhr handelbar (ohne Ordergebühren, zzgl. Spreads). Jetzt kostenlos Depot eröffnen und als Geschenk eine Gratisaktie erhalten.
Ausgewählte Hebelprodukte auf Apple
Mit Knock-outs können spekulative Anleger überproportional an Kursbewegungen partizipieren. Wählen Sie einfach den gewünschten Hebel und wir zeigen Ihnen passende Open-End Produkte auf Apple
Der Hebel muss zwischen 2 und 20 liegen
Name | Hebel | KO | Emittent |
---|
Name | Hebel | KO | Emittent |
---|
Nachrichten zu NVIDIA Corp.
Analysen zu NVIDIA Corp.
Datum | Rating | Analyst | |
---|---|---|---|
03.04.2025 | NVIDIA Buy | UBS AG | |
20.03.2025 | NVIDIA Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
19.03.2025 | NVIDIA Buy | UBS AG | |
19.03.2025 | NVIDIA Outperform | Bernstein Research | |
17.03.2025 | NVIDIA Buy | UBS AG |
Datum | Rating | Analyst | |
---|---|---|---|
03.04.2025 | NVIDIA Buy | UBS AG | |
20.03.2025 | NVIDIA Overweight | JP Morgan Chase & Co. | |
19.03.2025 | NVIDIA Buy | UBS AG | |
19.03.2025 | NVIDIA Outperform | Bernstein Research | |
17.03.2025 | NVIDIA Buy | UBS AG |
Datum | Rating | Analyst | |
---|---|---|---|
10.01.2025 | NVIDIA Hold | Deutsche Bank AG | |
21.11.2024 | NVIDIA Halten | DZ BANK | |
21.11.2024 | NVIDIA Hold | Deutsche Bank AG | |
29.08.2024 | NVIDIA Hold | Deutsche Bank AG | |
11.06.2024 | NVIDIA Halten | DZ BANK |
Datum | Rating | Analyst | |
---|---|---|---|
04.04.2017 | NVIDIA Underweight | Pacific Crest Securities Inc. | |
24.02.2017 | NVIDIA Underperform | BMO Capital Markets | |
23.02.2017 | NVIDIA Reduce | Instinet | |
14.01.2016 | NVIDIA Underweight | Barclays Capital | |
26.07.2011 | NVIDIA underperform | Needham & Company, LLC |
Um die Übersicht zu verbessern, haben Sie die Möglichkeit, die Analysen für NVIDIA Corp. nach folgenden Kriterien zu filtern.
Alle: Alle Empfehlungen