Japan großer Verlierer

Asiens Börsen: US-Zölle lösen Verkäufe aus - Nikkei unter Druck

03.04.25 14:31 Uhr

Börsen-Beben durch US-Zölle: Nikkei knickt ein | finanzen.net

Nachdem US-Präsident Donald Trump neue Importzölle gegen alle Länder verkündet hat, mit denen die USA Handel treiben, geht es an den Aktienmärkten in Asien am Donnerstag kräftig abwärts.

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Neben einem Basiszoll von 10 Prozent kündigte Trump von Land zu Land unterschiedliche zusätzliche Zölle an, die ab Mitte kommender Woche in Kraft treten sollen.

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Wie die Analysten der Commerzbank ausführen, werden somit beispielsweise Importe aus China zukünftig in Summe mit 54 Prozent belastet, weil für China ohnehin schon ein Zoll von 20 Prozent erhoben worden sei. Importe aus Japan würden mit 27, aus Südkorea mit 26 Prozent belastet, für Einfuhren aus Australien werde es dagegen lediglich 10 Prozent teurer.

"Die asiatischen Volkswirtschaften werden von den gegenseitigen Zöllen der USA am stärksten betroffen sein", sagt Marcel Thieliant, Leiter des Bereichs Asien-Pazifik bei Capital Economics. Ökonomen gehen allgemein davon aus, dass die Zölle letztlich nicht nur wachstumshemmend und inflationstreibend sein werden - umso mehr als mit Gegenreaktionen zu rechnen ist, mit der Gefahr eines globalen Handelskrieges.

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Nach Schätzungen der Citigroup könnten die Zölle beispielsweise das Wirtschaftswachstum Chinas um 2,4 Prozentpunkte und das Exportwachstum um 15,4 Prozentpunkte verringern.

Am stärksten fiel die negative Reaktion in Tokio aus. Der Nikkei-225-Leitindex gab 2,77 Prozent auf 34.735,93 Punkte nach. Hier wird der Druck auf die Kurse dadurch verstärkt, dass der Yen kräftig aufwertet im Zuge einer breiten Dollarschwäche mit den befürchtet negativen Folgen für die US-Konjunktur durch die Zölle. Das verteuert Exporte Japans auf Dollarbasis zusätzlich.

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In Tokio führten Chip- und Finanzwerte die Verliererliste an. Am Anleihemarkt kam es derweil zu einer Kursrally, die Zinsen sanken also deutlich, weil die Anleger aus Aktien in vermeintlich sichere Anleihen wechseln.

An den chinesischen Börsen gab der Shanghai Composite letztlich um 0,24 Prozent auf 3.342,01 Zähler nach und in Hongkong verlor der Hang Seng 1,52 Prozent auf 22.849,81 Punkte. Die höher als erwartet ausgefallenen Zölle belasteten zwar die chinesischen Exporte, mit Blick auf potenzielle neue Stimuli Pekings und die Entwicklung der künstlichen Intelligenz in China könnten sich Aktien dennoch widerstandsfähig zeigen, meint Tai Hui, Marktstratege bei JPMorgan.

Dazu hieß es im Handel bereits im Vorfeld der nun angekündigten Zölle, China habe bereits Erfahrung mit US-Zöllen, entsprechend hätten sich viele Unternehmen in der Vergangenheit bereits positioniert. Derweil dürfte der Caixin-Einkaufsmanagerindex für den chinesischen Dienstleistungssektor, der im März weiter in den Expansion anzeigenden Bereich gestiegen ist, aktuell zumindest für etwas Unterstützung sorgen.

Von Steffen Gosenheimer

DOW JONES

Bildquellen: conrado / Shutterstock.com, Antony McAulay / Shutterstock.com

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