LANXESS-Aktie sackt ab: Envalior-Verkauf für 2026 scheitert vorläufig

LANXESS kann die Anteile an seinem mit dem Finanzinvestor Advent betriebenen Gemeinschaftsunternehmen Envalior nicht wie geplant dieses Jahr losschlagen.
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Wie LANXESS mitteilte, wird Advent die von LANXESS im September angedienten Anteile nicht 2026 übernehmen. Advent berufe sich dabei auf seinen vertraglich festen Finanzierungsvorbehalt.
Es gelten jetzt die weiteren Andienungs- bzw. Ankaufsrechte für die LANXESS-Anteile an Envalior in den Jahren 2027 und 2028.
LANXESS und Advent hatten den Deal im September 2025 vereinbart. Geplant war, dass der Kölner MDAX-Konzern dieses Jahr aus dem Gemeinschaftsunternehmen aussteigt. Vereinbart wurde ein Basis-Kaufpreis von rund 1,2 Milliarden Euro für die angedienten Anteile.
In der Vereinbarung war die Klausel hinterlegt, dass Advent 2027 das Erwerbsrecht für die LANXESS-Anteile zum selben Kaufpreis wie 2026 hat, sollte der Verkauf dieses Jahr nicht zustande kommen. Sollte dies nicht ausgeübt werden, könnte LANXESS 2028 in jedem Fall für die Hälfte seiner Beteiligung den Kauf des Anteils durch Advent verlangen.
LANXESS teilte nun mit, auch ohne die Einnahmen aus dem Anteilsverkauf in diesem Jahr langfristig solide finanziert zu sein. Man verfüge über einen starken Kassenbestand sowie nicht gezogene, fest zugesagte Kreditlinien im Umfang von über 1,35 Milliarden Euro. Die Rückzahlung der im Oktober 2026 fälligen Anleihe sei gesichert.
LANXESS-Aktie auf Tief seit 2009 - Bleibt auf Envalior-Anteilen sitzen
p> Das vorläufige Scheitern des Verkaufs der restlichen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Envalior hat bei den Aktionären von LANXESS am Freitag einmal mehr Finanzierungssorgen geweckt. Nach dem ersten Rutsch unter die 15-Euro-Marke drückten die Papiere ihr niedrigstes Niveau seit 2009 auch noch unter 14 Euro. Mit 13,45 Euro war der Abschlag am Nachmittag via XETRA auf mehr als 17,79 Prozent ausgeweitet worden.Der Joint-Venture-Partner Advent will die Anteile an Envalior vorerst nicht übernehmen und beruft sich dabei auf den vereinbarten Finanzierungsvorbehalt. Nun gelten für 2027 und 2028 vereinbarten Kaufrechte an dem Unternehmen, das auf technische Kunststoffe spezialisiert ist.
Anil Shenoy von der Barclays Bank schrieb, dass er in diesem Jahr ohnehin nicht an einen Abschluss geglaubt habe. Der Fokus von Anlegern verlagere sich nun aber auf die Verschuldung von LANXESS. Er hält die Notwendigkeit einer Kapitalerhöhung für möglich und sieht seine negativen Einschätzungen zu den Aktien und Anleihen von LANXESS untermauert.
Laut Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan waren Bilanzsorgen bei LANXESS schon länger das dominierende Thema der Aktienstory. Christian Bell von der UBS befürchtet, dass LANXESS bei Rating-Agenturen den Status "Investment Grade" verlieren könnte. Das Verhältnis zwischen Schulden und operativem Ergebnis liege mit 3,7 nämlich deutlich über der Schwelle von 2,5 für Anleihen von bester bis mittlerer Bonität.
Gemeinhin wird bei einem Verlust dieses Ratings auch von "Ramsch-Niveau" gesprochen. Damit könnten die Finanzierungskosten für das recht hoch verschuldete Unternehmen steigen. LANXESS selbst sieht sich allerdings auch ohne die Einnahmen aus dem Anteilsverkauf langfristig solide finanziert. Die Rückzahlung der im Oktober fälligen Anleihe sei bereits gesichert, hieß es am Donnerstagabend. LANXESS wollte dieses Jahr wie im vergangenen September angekündigt ursprünglich 1,2 Milliarden Euro durch den Verkauf einnehmen.
Udeshi schließt aus der Advent-Entscheidung, dass diese auch mit einem schwierigen Umfeld für zyklische Chemieunternehmen in Zusammenhang steht. Dieses spiegelt sich seiner Einschätzung nach auch in anderen Branchenwerten wie BASF oder WACKER CHEMIE noch nicht vollständig wider. In einem Marktumfeld, das weiterhin von Ölpreis-Unsicherheit geprägt war, fielen am Freitag auch die BASF-Aktien um 2,6 Prozent, während Wacker im MDa x mit mehr als fünf Prozent Abschlag auffielen.
DJG/mgo/gos
DOW JONES / FRANKFURT (dpa-AFX)
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