Netflix-Aktie im Fokus: Streamingriese setzt nach Warner-Absage auf KI-Deal

Netflix gab jüngst die Übernahme eines KI-Startups bekannt. Analysten zeigen sich nach der gescheiterten Warner Bros.-Übernahme zuversichtlich.
Werte in diesem Artikel
• Übernahme von InterPositive für bis zu 600 Millionen US-Dollar
• Warner-Deal gescheitert - Analysten heben Bewertungen an
• Wachstumstreiber: Werbung, Inhalte, internationale Nutzer und KI
Der Streamingriese Netflix hat kürzlich die Akquisition des KI-Startups InterPositive von Ben Affleck bekannt gegeben.
Große Akquisition
Affleck erklärte, dass er das Unternehmen bereits seit 2022 gemeinsam mit einem kleinen Entwicklerteam entwickelt habe. Nun wurde eine Vereinbarung über den Verkauf an Netflix getroffen, deren Volumen laut Bloomberg bis zu 600 Millionen US-Dollar erreichen kann. Damit würde der Deal eine der größten Übernahmen in der Geschichte des Streaminganbieters darstellen.
InterPositive entwickelt KI-Tools, die Filmschaffende bei der Optimierung ihrer Arbeit unterstützen sollen. Ziel ist es nicht, eigenständig Inhalte zu produzieren, sondern etwa Anpassungen vorzunehmen oder Fehler in der Postproduktion zu beheben. Affleck betonte, dass die Technologie darauf ausgelegt sei, visuelle Zusammenhänge und filmische Logik zu verstehen und dabei typische Produktionsprobleme zu berücksichtigen. Zugleich seien Einschränkungen integriert worden, um kreative Entscheidungen bei den Künstlern zu belassen. Netflix sieht die Technologie vor allem als internes Werkzeug, um die Produktion von Filmen und Serien zu verbessern. Nach Angaben des Unternehmens soll sie Kreativen helfen, ihre Ideen effektiver umzusetzen.
Laut Bloomberg hatte Affleck zuvor nach weiteren Investoren gesucht, letztlich entschied sich Netflix jedoch für eine vollständige Übernahme. Der Kaufpreis soll unterhalb von 600 Millionen US-Dollar liegen und sich bei Erreichen bestimmter Ziele erhöhen. Das Team von InterPositive wird in den Konzern integriert, während Affleck künftig als Seniorberater tätig sein soll.
Gescheiterte Warner Bros.-Übernahme
Die Übernahme folgt kurz nach dem gescheiterten Versuch, das Studio- und Streaminggeschäft von Warner Bros. Discovery zu kaufen. Paramount Skydance, das im vergangenen Jahr von der Familie Ellison übernommen wurde, hatte sein Angebot für Warner Bros. Discovery zuletzt von 30 auf 31 US-Dollar je Aktie erhöht. Der Verwaltungsrat von Warner bewertete dieses Angebot als attraktiver als die zuvor akzeptierte Offerte von Netflix. Zwar hätte Netflix im Anschluss noch die Möglichkeit gehabt, innerhalb von vier Tagen ein verbessertes Gegenangebot vorzulegen. Der Streamingkonzern entschied sich jedoch dagegen und erklärte, dass ein Überbieten des Rivalen aus finanzieller Sicht nicht sinnvoll wäre.
Optimismus an der Wall Street
Doch ausgerechnet das Scheitern der Übernahme wird von Analysten inzwischen als positiv bewertet und sorgt für wachsenden Optimismus an der Wall Street. Nachdem der Konzern seine Pläne zur Übernahme von Warner Bros. aufgegeben hat, haben mehrere Experten ihre Einschätzungen zur Aktie angehoben.
Besonders deutlich positionierte sich JPMorgan. Die Bank hatte die geplante Transaktion zuvor kritisch gesehen und ihre Analyse zeitweise ausgesetzt. Nach dem Ausstieg aus dem Deal wurde die Bewertung wieder aufgenommen und direkt auf "Overweight" angehoben. Das Kursziel liegt bei 120 US-Dollar und signalisiert deutliches Aufwärtspotenzial. Analyst Doug Anmuth sieht in dem Strategiewechsel ein positives Signal und betont, dass Netflix auch ohne große Übernahme über eine solide organische Wachstumsbasis verfüge.
Als Treiber nennen die Analysten unter anderem ein bislang nicht voll ausgeschöpftes Werbegeschäft sowie eine starke Pipeline an Inhalten, die sowohl neue Nutzer anziehen als auch bestehende Kunden binden soll. Zudem wird die führende Marktposition im Streaming sowie das wachsende internationale Geschäft als Vorteil hervorgehoben.
Beim Thema künstliche Intelligenz sahen die Experten Netflix bereits vor Bekanntgabe der Übernahme des KI-Startups von Ben Affleck gut aufgestellt. Während andere Technologiekonzerne stärker von möglichen Umbrüchen betroffen sein könnten, gilt das Geschäftsmodell des Streaminganbieters als vergleichsweise robust. Gleichzeitig könnte KI dem Unternehmen zusätzliche Chancen eröffnen, etwa durch bessere Personalisierung, effizientere Werbung und niedrigere Produktionskosten.
Netflix-Aktie im Fokus
Seit Jahresbeginn ging es für die Netflix-Aktie zunächst abwärts. Im Februar erreichten die Anteilsscheine bei 75,01 US-Dollar ein neues 52-Wochen-Tief. Darauf folgte jedoch eine starke Erholung, welche jedoch auf Year-to-date-Sicht noch nicht ausreicht: seit Jahresstart schlägt ein kleines Minus von 2,14 Prozent zu Buche. Zuletzt notierte die Netflix-Aktie bei 91,76 US-Dollar (Stand: Schlusskurs vom 19.03.2026).
Die Analysten zeigen sich mehrheitlich bullish für die Netflix-Aktie. In den letzten drei Monaten haben gemäß TipRanks 39 Wall-Street-Analysten ein 12-Monats-Kursziel für Netflix ausgegeben. Von diesen empfehlen 30 die Aktie zum Kauf, während neun Analysten dazu raten, die Anteilsscheine zu halten. Verkaufsempfehlungen gibt es derzeit keine. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 114,97 US-Dollar, mit einer Höchstprognose von 150,00 US-Dollar und einer Tiefstprognose von 95,00 US-Dollar. Das durchschnittliche Kursziel weist damit noch 21,4 Prozent Aufwärtspotenzial gegenüber dem letzten Kurs von 94,70 US-Dollar auf (Stand: Schlusskurs vom 18.03.2026).
Julia Walter, Alexandra Hesse, Redaktion finanzen.net
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