Apple-Aktie dreht ins Plus: Milliardengewinn überstrahlt Warnung vor Chip-Knappheit

Der US-Techriese Apple hat seine mit Spannung erwarteten Quartalszahlen vorgelegt. So haben sich die Geschäfte des iPhone-Konzerns zuletzt entwickelt.
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Der drastische Anstieg der Speicherchip-Preise trifft auch den für seine robuste Lieferkette bekannten iPhone-Konzern Apple. Man rechne mit "erheblich" höheren Kosten für Speicher im laufenden Quartal, sagte Firmenchef Tim Cook. Auch danach werde der Speicherpreis zunehmende Auswirkungen auf das Apple-Geschäft haben.
Schon seit Monaten sorgt eine exorbitante Nachfrage nach Speicher für KI-Rechenzentren für steigende Preise im Markt - und ein Ende der Knappheit ist nicht absehbar, weil es Jahre dauert, neue Kapazitäten aufzubauen.
Apples Chip-Probleme
Apple hat gleich zweierlei Chip-Probleme. Schon in den vergangenen Monaten unterschätzte der Konzern die Nachfrage bei iPhones sowie einigen Modellen seiner Mac-Computer, die Entwickler gern für die Arbeit an Künstlicher Intelligenz verwenden.
Es werde Monate dauern, zur Nachfrage aufzuholen, sagte Cook. Auch das günstigere MacBook Neo verkaufte sich besser als erwartet. Und in Zeiten des KI-Booms findet selbst ein Großkunde wie Apple nicht schnell genug Kapazitäten für die Produktion der Chipsysteme, die das Computer-Gehirn der Geräte sind. Diese Engpässe bremsten das iPhone- und Mac-Geschäft in den vergangenen Monaten, wie Cook betonte.
Apple-Geldmaschine
Bei den jüngsten Quartalszahlen verbuchte Apple trotzdem kräftige Zuwächse. Apple hat im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2026 mehr verdient: Der Gewinn je Aktie stieg von 1,65 US-Dollar im Vorjahr auf nun 2,01 US-Dollar. Damit übertraf der Konzern aus Cupertino die Analystenerwartungen, die sich im Vorfeld beim EPS auf 1,95 US-Dollar belaufen hatten. Also stieg der Gewinn im Jahresvergleich um gut 19 Prozent auf insgesamt 29,58 Milliarden US-Dollar (25,2 Mrd Euro).
Daneben verbuchte Apple im jüngsten Jahresviertel Umsätze in Höhe von 111,2 Milliarden US-Dollar. Die Prognosen der Experten hatten hier im Durchschnitt bei 109,46 Milliarden US-Dollar gelegen, nachdem der iKonzern im Vergleichszeitraum des Vorjahres 95,36 Milliarden US-Dollar umgesetzt hatte. Ein großer Treiber war der Erlöszuwachs um 16 Prozent auf knapp 31 Milliarden Dollar im Dienstleistungsgeschäft etwa mit Abos für Musik, Streaming-Video oder Speicherplatz.
Der iPhone-Umsatz wuchs um fast 22 Prozent auf knapp 57 Milliarden Dollar. Apple verfehlte damit allerdings die noch höheren Erwartungen der Analysten, die im Schnitt eher mit 57,2 Milliarden Dollar gerechnet hatten.
Zoll-Rückzahlung
Cook kündigte an, dass Apple eventuelle Rückzahlungen von US-Importzöllen in den USA investieren werde. Der Oberste Gericht der USA hatte einem großen Teil der von Präsident Donald Trump verhängten Zölle die rechtliche Grundlage abgesprochen. Wann es Rückzahlungen geben könnte, ist jedoch unklar. Nach Einschätzung des Investors und langjährigen Branchenanalysten Gene Munster könnte Apple etwa fünf Milliarden Dollar zurückbekommen.
Kurzer Auftritt des nächsten Chefs
Der bisherige Hardware-Manager John Ternus, der am 1. September den Chefposten von Cook übernehmen soll, hatte einen kurzen Auftritt in der Telefonkonferenz mit Analysten zu den Quartalsergebnissen. Er versicherte unter anderem, dass er bei Finanzentscheidungen mit Bedacht vorgehen werde - so wie schon Cook.
Ternus steht unter anderem vor der Aufgabe, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz verbesserte Version der Sprachassistentin Siri, die Apple bereits vor fast zwei Jahren angekündigt hatte, auf Geräte der Nutzer zu bringen. Cook bekräftigte, dass die Software in diesem Jahr eingeführt werden soll.
So reagieren Apple-Anleger und Analysten auf die Zahlen
Die Engpässe schienen für die Anleger eine plausible Erklärung dafür zu sein. Die Aktie, die im nachbörslichen NASDAQ-Handel zunächst leicht nachgegeben hatte, schloss nach Cooks Erklärung dann am Freitag 3,28 Prozent im Plus bei 280,25 US-Dollar. Und damit auch nahe dem Rekordhoch, dass bei 288,62 US-Dollar liegt.
Analyst Edison Lee von der Bank Jefferies wies darauf hin, dass Apple zuletzt stark von günstigen Wechselkursen profitiert habe. Das gelte auch für den wichtigen Absatzmarkt China, wo das Unternehmen den Umsatz mit 28 Prozent am stärksten habe steigern können. Dort seien iPhones besonders gefragt gewesen, so der Experte.
Am derzeit strahlenden Himmel könnten jedoch Wolken aufziehen. Lee warnte vor stärker steigenden Preisen für Halbleiter, die in iPhones verbaut werden. "Unsere Erhebungen legen nahe, dass die Preise für Memory-Chips im zweiten Quartal um 70 bis 100 Prozent steigen im Vergleich zum ersten Quartal", so der Analyst. Am Markt werde derzeit jedoch nur mit einer Steigerung von 50 bis 60 Prozent gerechnet. Die Profitabilität drohe also unter Druck zu geraten.
Carolin Ludwig, Bettina Schneider, Alexandra Hesse, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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