Gezerre um Celesio: Verhinderte Übernahmen?
Ende Oktober einigte sich der US-Pharmahändler McKesson mit dem Familienkonzern Haniel auf die Übernahme des Aktienpaketes von Celesio.
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von Jörg Lang, Euro am Sonntag
Der vereinbarte Preis für 50,01 Prozent der Stimmrechte betrug 23 Euro pro Aktie. Den Deal will der US-Konzern mit der Bedingung verknüpfen, mindestens 75 Prozent der Aktien übernehmen zu können. Die Aktie stieg daraufhin auf das Niveau des vermeintlichen Übernahmepreises. Dann kam plötzlich der Hedgefonds Elliott International ins Spiel, der sich ein Aktienpaket von 25,1 Prozent zusammengekaufte. Marktwert: rund eine Milliarde Euro. Ohne dieses Paket kann McKesson die 75-Prozent-Marke nicht erreichen. Der Einstiegspreis von Elliott dürfte bei 23 Euro gelegen haben. Nun wird es spannend, denn McKesson hat gerade das offizielle Angebot vorgelegt, das bis 9. Januar laufen soll. Dass die geforderte Quote erreicht werden kann, ist unwahrscheinlich.
Für Celesio-Aktionäre bieten sich vier Szenarien. Die Amerikaner könnten nach dem 9. Januar das Angebot erhöhen und auch Elliotts Celesio-Aktien übernehmen. Es kann auch sein, dass die Amerikaner bei ihrem Angebot über 23 Euro bleiben und sich mit weniger als 75 Prozent zufrieden geben. Auch dann dürfte die Aktie höher notieren, weil der Markt eine spätere Einigung antizipiert. Was Anleger noch nicht auf der Rechnung haben: Auch Elliott selbst könnte ein höheres Angebot unterbreiten. Und letztlich könnte McKesson die Übernahme absagen. Dann wird die Aktie unter 20 Euro fallen. Drei von vier Szenarien signalisieren höhere, eins deutlich tiefere Kurse. Es bietet sich wahrscheinlich an, die Aktien am Markt zu verkaufen. Wer dann noch auf höhere Kurse spekulieren will, steigt mit einem Optionsschein (etwa ISIN: DE 000 HY1 SHE 9) und geringerem Kapitaleinsatz wieder ein.
Ähnlich wie bei Celesio haben auch die Familienaktionäre von Vossloh aufgegeben. Sie verkauften gerade den Großteil ihrer Aktien. Nun hat Heinz Hermann Thiele mit seinem Aktienpaket von knapp 30 Prozent das Sagen. Natürlich wundern sich Beobachter, warum Thiele diese Aktien nicht übernommen hat, zumal der Preis von kolportierten 68 Euro deutlich unterhalb des Durchschnittskurses liegt, zu dem er selbst sein Paket aufgebaut hat. Analysten glauben, dass der 72-Jährige nun keine Übernahmepläne mehr hegt. In einem Interview hat er das bestätigt. Doch seit Thiele Anfang 2011 bei Vossloh eingestiegen ist, hat er die Öffentlichkeit stets hinters Licht geführt. Erst war es nur eine Finanzbeteiligung, dann wurde diese zwar ausgebaut, doch Einfluss wollte er eigenen Angaben zufolge nicht nehmen. Mit der Kartellfreigabe wurde der Anteil auf über 25 Prozent ausgebaut. Und immer zahlte Thiele relativ viel für die Aktien. Hat der Unternehmer etwas zu verschenken? Wohl kaum. Anleger sollten sich deshalb nicht wundern, wenn Thiele seine Dementis am Ende mit Taten widerlegt — und doch ein Übernahmeangebot auf den Tisch legt.
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