Heideldruck-Aktie hebt ab: Konzern profitiert von Drohnenabwehr-Geschäft

Anleger von Heidelberger Druck werden am Dienstag eindrucksvoll an ein neues Geschäftsfeld erinnert - mit Drohnenabwehrsystemen.
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Das Unternehmen nahm gemeinsam mit einem amerikanisch-israelischen Technologie-Anbieter in Brandenburg an der Havel den Betrieb auf. Mit der Technik sollen Drohnen, die etwa zu Spionage- oder Sabotagezwecken aufsteigen, abgefangen werden.
Drohnen seien zu einem der meistgenutzten Mittel hybrider Militärstrategien geworden, teilte das Unternehmen am Nachmittag mit. Das neu gegründete Joint Venture Onberg Autonomous Systems entwickelt technologische Systeme zur Abwehr.
"Die Systeme sind auf höchste Anforderungen der nationalen Sicherheit, des Grenzschutzes sowie militärischer, ziviler und industrieller Anwendungen ausgelegt", hieß es. Sie werden laut Unternehmen zuerst in Deutschland und der Ukraine vermarktet.
"Auf der Grundlage von 175 Jahren deutscher Maschinenbaukompetenz von Heidelberg entsteht hier ein wesentlicher Beitrag zur technologischen Unabhängigkeit Europas", sagte der Vorstandsvorsitzende der Heidelberger Druckmaschinen AG, Jürgen Otto. Auch der israelische Botschafter Ron Prosor kam zum Betriebsstart, bei dem die Drohenabwehrtechnik demonstriert wurde.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: "Angesichts einer wachsenden Bedrohungslage müssen wir unsere kritischen Infrastrukturen noch besser schützen." Brandenburg bekenne sich zu dieser Ansiedlung und dem Ziel, die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands zu stärken.
In Brandenburg an der Havel hat der Druckmaschinen-Spezialist Heidelberg seit 1991 eine Produktionsstätte. Dort sind rund 380 Menschen beschäftigt.
Bei der Drohnenabwehr stehen unter anderem Flughäfen, Bundeswehr-Standorte und Energieversorger im Fokus. Nach Angaben der Bundesregierung haben Drohnensichtungen an wichtigen Einrichtungen in Deutschland seit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine zugenommen. Zuletzt waren Drohnen in der Luft ein Sicherheitsrisiko etwa am Hauptstadtflughafen BER.
Onberg ist ein Gemeinschaftsunternehmen einer Tochter der Heidelberger Druckmaschinen AG und dem US-amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems.
Die Aktie von Heideldruck schloss auf XETRA 18,70 Prozent höher bei 1,64 Euro. Sie näherte sich der Marke von 1,70 Euro, die letztmals Anfang Februar auf der Kurstafel aufgetaucht war.
Eintritt in Drohnenabwehrgeschäft nicht neu
Der Eintritt von Heidelberger Druck in das Geschäft mit der Drohnenabwehr ist nicht neu: Im März war bereits bekannt geworden, dass sich das Unternehmen gemeinsam mit dem US-amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems dem Verteidigungsbereich annähert. Damals waren die Titel an einem Tag schon einmal um fast 14 Prozent hochgeschnellt. Verwendet werden sollen die Abwehrsysteme vor allem zum Schutz kritischer Infrastruktur.
Leerverkäufer decken sich mit Heideldruck-Aktie ein
Händler verwiesen angesichts der Dynamik, die im Tagesverlauf immer größer wurde, mitunter auf Eindeckungen von Leerverkäufern. Die Aktie von Heidelberger Druckmaschinen gilt am Markt als beliebt bei Investoren, die auf fallende Kurse setzen - wohl auch wegen der stetig nachlassenden Bedeutung von Druckmaschinen in Zeiten der Digitalisierung. Steigt der Kurs dann plötzlich, können die Spekulanten dazu gezwungen werden, ihre Positionen durch Aktienkäufe aufzulösen.
Der Eintritt von Heidelberger Druck in das Geschäft mit der Drohnenabwehr ist nicht neu: Im März war bereits bekannt geworden, dass sich das Unternehmen gemeinsam mit dem US-amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems dem Verteidigungsbereich annähert. Damals waren die Titel an einem Tag schon einmal um fast 14 Prozent hochgeschnellt. Verwendet werden sollen die Abwehrsysteme vor allem zum Schutz kritischer Infrastruktur.
Analyst sieht Kaufempfehlung untermauert
Analyst Thomas Wissler vom Analysehaus MWB sah im März seine Kaufempfehlung von dem Gemeinschaftsunternehmen untermauert. "Der adressierbare Markt ist beträchtlich", betonte der Experte damals. Die Zahl der kritischen Infrastrukturstandorte in Deutschland hatte er auf rund 2.000 beziffert. Wissler betonte, dass in den mittelfristigen Wachstumschancen das Potenzial für eine Neubewertung der Aktie stecke.
Melanie Schürmann, Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net mit Material von dpa-AFX
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Bildquellen: Heidelberger Druckmaschinen AG
