Expertenstimmen im Blick

Analysten werden deutlich: Wieviel Luft hat die Siemens Energy-Aktie noch?

30.03.26 19:40 Uhr

Nach 160-Prozent-Rally: Ist bei der Siemens Energy-Aktie jetzt Schluss? | finanzen.net

Nach einer kräftigen Rally scheint der Aktie des Energietechnikkonzerns Siemens Energy die Luft auszugehen: Dieses Potenzial sehen Analysten noch.

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Aktien

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• Siemens Energy: Starke Rally, zuletzt nachlassende Dynamik
• Analysten sehen begrenztes bis gemischtes Potenzial
• Gamesa-Turnaround bleibt entscheidender Faktor

Rund 20 Prozent Kursplus haben Anleger von Siemens Energy im Jahr 2026 in ihren Depots. Ein Blick in die weiter entfernte Vergangenheit zeigt noch weitaus deutlichere Aufschläge: Auf Zwölfmonats-Sicht ging es um satte 161 Prozent nach oben.

Doch die Rally scheint zunehmend an Schwung zu verlieren: Während das Papier noch im Februar 2026 bei 171,65 Euro ein neues Allzeithoch markierte, hat sich das Tempo im März spürbar verlangsamt, innerhalb des letzten Monats verlor der Anteilsschein rund 13,25 Prozent an Wert. Und auch zum Wochenstart blieben neue Kurssprünge aus: Auf XETRA verlor die Aktie 1,66 Prozent auf 142,00 Euro.

Marktbeobachter stellen sich nun die Frage, ob die Aktie ihr Potenzial bereits ausgeschöpft hat oder ob die fundamentale Stärke für weitere Höchststände reicht.

Analysten bewerten die Aktie uneinheitlich

Die Einschätzungen der großen Bankhäuser gehen derzeit zwar auseinander, zeigen aber im Mittel noch moderates Aufwärtspotenzial. Während einige Brokerhäuser ihre Kursziele bereits im Februar nach den starken Quartalszahlen angehoben hatten, lieferte JPMorgan im März ein frisches Update: Analyst Phil Buller sieht durch den militärischen Konflikt im Nahen Osten kaum direkten Einfluss auf die europäische Investitionsgüterbranche. Auch Investitionen in Projekte in den Bereichen Stromerzeugung, Energienetze oder KI-Rechenzentren dürften deshalb kaum eingefroren werden. Bei seinen Top-Favoriten, zu denen auch Siemens Energy zählt, ändert sich in seiner Einschätzung daher nichts.

Auch die Experten von Bernstein raten weiter zum Kauf der Aktie, haben aber ihr Kursziel von 150 Euro nicht angepasst. Entsprechend ist ihrer Einschätzung nach für Siemens Energy aktuell nicht mehr viel Luft nach oben: Für Europas größte Energietechnikunternehmen wird die Aufrechterhaltung ihrer globalen Marktführerschaft wahrscheinlich davon abhängen, in der nächsten Technologiewelle die Nase vorn zu haben, schrieb Alasdair Leslie.

Etwas optimistischer ist man unterdessen bei der RBC: Die kanadische Bank traut dem DAX-Unternehmen einen Sprung bis auf 185 Euro - und damit ein neues Allzeithoch - zu. Die jüngste Quartalsberichtssaison der europäischen Investitionsgüter-Unternehmen habe seinen Erwartungen insgesamt entsprochen, schrieb Mark Fielding. Der Nahost-Krieg sei eindeutig ein Risikofaktor, auch wenn die bisherigen Störungen begrenzt seien.

Zu den größten Bären zählt unterdessen die DZ-Bank. Zwar wurde die Siemens Energy-Aktie aus ihrem "Verkaufen"-Status in eine "Halten"-Empfehlung überführt und auch das Kursziel, das ursprünglich bei 74 Euro gelegen hatte, wurde angeben. Mit einem fairen Wert von nunmehr 128 Euro sieht man bei dem Energietechnikunternehmen aber dennoch weiter deutliches Abwärtspotenzial.

Der Faktor Gamesa und das Rückkaufprogramm

Ein entscheidender Baustein für das weitere Kurspotenzial bleibt die Sanierung der Windkrafttochter Siemens Gamesa. Das Management hält weiterhin an dem Ziel fest, im Geschäftsjahr 2026 den Break-even zu erreichen. Fortschritte in der Produktivität im Offshore-Bereich und eine verbesserte Rentabilität im Servicegeschäft stützen diese Hoffnung. Sollte Siemens Energy am 12. Mai 2026 mit den Zahlen zum zweiten Quartal belegen können, dass der Turnaround bei Gamesa wirklich Substanz hat, könnte dies der Aktie den nächsten kräftigen Schub verleihen.

Zusätzlich stützt das Unternehmen den Kurs durch eigene Aktienrückkäufe. Anfang März 2026 kündigte der Konzern ein Programm im Volumen von bis zu zwei Milliarden Euro an, das bis September laufen soll. Solche Maßnahmen signalisieren dem Markt meist, dass das Management die eigene Aktie auf dem aktuellen Niveau für attraktiv bewertet hält. Für Anleger bleibt die Situation dennoch ein Balanceakt: Die fundamentale Story mit Rekordaufträgen und staatlich geförderten Energiewende-Projekten ist intakt, doch nach der extremen Rally der letzten Monate dürfte die Luft für kurzfristige, zweistellige Kurssprünge dünner geworden sein.

Claudia Stephan, Benedict Kurschat, Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

Bildquellen: Siemens Energy AG

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