Volkswagen schüttet Milliarden aus: VW-Aktie wegen Dividendenabschlag tiefer

Die Aktie der Volkswagen AG wird am heutigen Freitag ex Dividende gehandelt. Das führt zu einem optischen Kursabschlag.
Werte in diesem Artikel
• VW-Aktien werden heute ex Dividende gehandelt
• Anleger erhalten 5,20 Euro je Stammaktie bzw. 5,26 Euro je Vorzugsaktie
• Kritik an hoher Ausschüttung trotz Gewinnrückgang und Konzernumbau
Nach der gestrigen Hauptversammlung von Volkswagen werden die Aktien des Automobilkonzerns heute an der Frankfurter Börse ex Dividende gehandelt. Für Anleger bedeutet dies, dass Käufer der Aktie ab dem heutigen Handelstag keinen Anspruch mehr auf die für das Geschäftsjahr 2025 beschlossene Dividende in Höhe von 5,20 Euro je Stammaktie sowie 5,26 Euro je Vorzugsaktie haben. Maßgeblicher Stichtag für die Dividendenberechtigung war der 18. Juni 2026.
Mit dem heutigen Ex-Dividenden-Tag wird der Dividendenanspruch vom Aktienkurs getrennt. Entsprechend ist bei den Volkswagen-Papieren ein rechnerischer Kursabschlag sichtbar. Dieser technische Effekt gehört zu den üblichen Abläufen an den Kapitalmärkten und stellt für sich genommen keine Aussage über die operative Entwicklung des Unternehmens dar.
Die VW-Vorzugsaktien geben am Freitag via XETRA zeitweise um 3,71 Prozent bzw. 3,12 Euro auf 80,98 Euro nach, für die VW-Stämme geht es daneben zeitweise um 3,51 Prozent bzw. 3,00 Euro auf 82,55 Euro nach unten. Damit fällt der Abschlag jedoch deutlich geringer aus als die jeweilige Gewinnausschüttung.
Die Auszahlung derselben erfolgt übrigens - trotz des heutigen Ex-Tages - erst am 23. Juni 2026.
Ausschüttung trotz deutlichem Gewinneinbruch
Die Dividendenentscheidung fällt in eine Phase erheblicher Herausforderungen für Europas größten Automobilhersteller. Zwar liegt die Ausschüttung unter dem Vorjahresniveau - damals wurden jeweils noch 1,10 Euro mehr ausgezahlt -, dennoch fiel die Kürzung deutlich moderater aus als der Rückgang des Konzerngewinns. So sank das Konzernergebnis nach Steuern im Jahr 2025 um 44 Prozent von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro. Die Dividende wurde bei der Vorzugsaktie dagegen lediglich um rund 17,3 Prozent und bei der Stammaktie um rund 17,5 Prozent reduziert. Insgesamt fließen rund 2,6 Milliarden Euro an die Anteilseigner.
Dies führte bereits vor der Hauptversammlung zu scharfer Kritik von Umwelt- und Aktionärsverbänden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre bezeichnete die Dividende angesichts des laufenden Personalabbaus und der strategischen Herausforderungen bei VW als zu hoch. "Volkswagen muss verstärkt in die Produktion kleiner, sparsamer E-Fahrzeuge ‚Made in Europe‘ investieren", erklärte Jens Hilgenberg, Leiter Verkehrspolitik beim BUND und zugleich Vorstandsmitglied des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre, laut "dpa-AFX". Dafür müssten Finanzmittel stärker im Unternehmen verbleiben, statt über vergleichsweise hohe Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet zu werden. Volkswagen verwies dagegen auf seine weiterhin solide Finanzbasis und die im Rahmen der Dividendenpolitik beschlossene Ausschüttungsquote von mindestens 30 Prozent.
Anleger zwischen Rendite und Transformation
Für Investoren bleibt Volkswagen ein klassischer Dividendenwert im deutschen Leitindexumfeld. Die Dividendenrendite liegt bei der Volkswagen-Vorzugsaktie gemessen am Jahresschlusskurs bei 5,1 Prozent und damit weiterhin auf einem attraktiven Niveau. Gleichzeitig spiegeln die gesunkenen Gewinne die Herausforderungen wider, mit denen der Konzern konfrontiert ist.
Der heutige Ex-Dividenden-Tag markiert daher mehr als nur einen technischen Termin im Börsenkalender. Er steht sinnbildlich für die zentrale Frage, wie Volkswagen den Spagat zwischen Aktionärsrendite, Kostendisziplin, Sparmaßnahmen und Zukunftsinvestitionen in den kommenden Jahren bewältigen wird. Die Antwort darauf dürfte maßgeblich darüber entscheiden, ob Europas größter Autobauer seine Position im globalen Wandel der Automobilindustrie behaupten kann.
Carolin Ludwig, Claudia Stephan, Redaktion finanzen.net
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