Angriff auf NVIDIA-Aktie: KI-Spezialist Cerebras wagt neuen IPO-Anlauf an der NASDAQ

Der KI-Chip-Pionier Cerebras wagt einen neuen Anlauf an die NASDAQ und fordert damit Platzhirsch NVIDIA heraus. Was Anleger vorab wissen sollten.
Werte in diesem Artikel
• Cerebras wagt neuen Anlauf an die Börse
• NVIDIA-Konkurrent setzt auf "Wafer Scale Engine"
• Allianzen mit OpenAI, Amazon & Co. als Wachstumsmotor
Cerebras-Börsengang: KI-Chip-Spezialist wagt neuen Versuch
Das kalifornische Halbleiter-Unternehmen Cerebras Systems treibt seine IPO-Pläne voran und hat hierfür die notwendigen Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC aktualisiert. Laut dem jüngsten S-1 Filing strebt das Unternehmen ein Listing an der NASDAQ unter dem Tickersymbol "CBRS" an. Nachdem ein früherer Anlauf aufgrund regulatorischer Fragen bezüglich der Finanzierungsstruktur und eines Großinvestors aus den VAE pausiert wurde, scheint der Weg nun frei für die Erstnotiz, so CNBC. Ein genaues Datum gibt es jedoch noch nicht.
Technologischer Vorsprung und finanzielle Kennzahlen
Im Zentrum der Investorenstory steht dabei weiterhin der technologische Ansatz des Unternehmens: Statt auf viele kleine Chips setzt Cerebras auf den "Wafer Scale Engine" - den größten Chip der Welt, der speziell für das Training und die Ausführung massiver KI-Modelle entwickelt wurde. Damit positioniert sich Cerebras als effiziente Alternative für Rechenzentrumsbetreiber, die unter der Knappheit und den hohen Kosten von NVIDIAs H100-Systemen leiden.
Zudem konnte Cerebras seinen Umsatz im vergangenen Jahr signifikant steigern, schreibt jedoch aufgrund hoher Forschungs- und Entwicklungsausgaben weiterhin Verluste. Ein entscheidender Punkt für den Erfolg des Börsengangs werde deshalb laut CNBC die Bewertung sein.
Wie das Wall Street Journal erklärt, stellt das IPO von Cerebras außerdem einen wichtigen Testfall für die aktuellen Bewertungen am Sekundärmarkt dar: Da viele Tech-Startups in den letzten Jahren nur über private Finanzierungsrunden bewertet wurden, werde der öffentliche Markt nun zeigen, inwieweit die hohen Erwartungen an KI-Hardware-Produzenten in reale Börsenwerte übersetzt werden können.
"Wenn man davon ausgeht, dass der Markt für KI-Inferenz unbegrenzt groß ist, was ich tue, dann wird dieser Chip zum Standard für Inferenz werden", sagte er. "Das zukünftige Potenzial scheint deutlich größer zu sein als das, was wir heute berichten, und die Begrenzung liegt in der Produktionsgeschwindigkeit der Chips", so Darian Shirazi, geschäftsführender Gesellschafter von Gradient Ventures.
Strategische Allianzen als Wachstumsmotor
Teil der Wachstumsstrategie von Cerebras ist eine massive Partnerschaft mit OpenAI, die laut Finanzkreisen ein Gesamtvolumen von über 20 Milliarden US-Dollar erreichen könnte. Diese Allianz sieht vor, dass Cerebras bis 2028 jährlich 250 Megawatt an Rechenleistung liefert - mit einer Option für OpenAI, dieses Volumen bis 2030 auf insgesamt 1,25 Gigawatt aufzustocken, heißt es im SEC-Filing. Die enge Verflechtung beider Unternehmen wird zudem durch komplexe Finanzinstrumente untermauert: So erhielt Cerebras von OpenAI ein Darlehen in Höhe von einer Milliarde US-Dollar zum Aufbau der notwendigen Infrastruktur und emittierte im Gegenzug Optionsscheine, die OpenAI unter bestimmten Bedingungen den Erwerb von bis zu 33,4 Millionen stimmrechtslosen Aktien ermöglichen.
Parallel dazu verbreitert Cerebras seine Basis durch Abkommen mit großen Cloud-Anbietern. Ein im März geschlossener Vertrag mit Amazon ermöglicht künftig Cloud-Dienste auf Basis von Cerebras-Chips und beinhaltet zudem eine Aktien-Kaufoption für den Handelsriesen im Wert von rund 270 Millionen US-Dollar. Während Oracle-CEO Clay Magouyrk Cerebras-Chips in einer Telefonkonferenz im März ebenfalls als Teil des Portfolios erwähnte, finden sich hierzu in den aktuellen SEC-Unterlagen jedoch noch keine konkreten Hinweise auf eine formelle Geschäftsbeziehung.
Evelyn Schmal, Redaktion finanzen.net
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