Milliarden-Bewertung

Revolut zögert Börsenpläne hinaus - IPO der Revolut-Aktie frühestens 2028

29.04.26 22:57 Uhr

Aktie mit Verspätung? Verzögerung bei Revolut-Börsengang - IPO frühestens 2028 | finanzen.net

Die britische Digitalbank Revolut konkretisiert ihre Börsenpläne - und dämpft zugleich Erwartungen auf einen kurzfristigen Gang an den Kapitalmarkt.

• Revolut-CEO will die Digitalbank an die Börse bringen
• Kurzfristig aber kein Gang auf das Börsenparkett geplant
• Möglicherweise weitere Sekundärverkäufe

Revolut plant derzeit keinen unmittelbaren Börsengang. Ein IPO sei zwar vorgesehen, aber noch "zwei Jahre entfernt", stellte Vorstandschef Nik Storonsky laut der Nachrichtenagentur Bloomberg klar. Weiter betonte er in einem Interview: "Wir sind eine Bank, und für eine Bank ist Vertrauen von entscheidender Bedeutung. Börsennotierte Unternehmen genießen im Vergleich zu privaten Unternehmen ein höheres Maß an Vertrauen."

Damit zielt der aktuelle Zeitplan auf frühestens 2028 ab. Storonsky trat damit Spekulationen entgegen, wonach die Neobank Revolut bereits in diesem Jahr an die Börse gehen oder dauerhaft privat bleiben könnte.

Sekundärverkäufe als Zwischenlösung

Bis zu einem möglichen IPO setzt Revolut weiterhin auf den Verkauf bestehender Anteile. Das Fintech-Unternehmen prüfte zusätzliche sogenannte Secondary Share Sales. Diese Transaktionen würden bei Revolut in der Regel alle ein bis zwei Jahre stattfinden. Ziel dieser Sekundärverkäufe ist es laut Storonsky, Liquidität für frühe Investoren und Mitarbeiter zu schaffen und gleichzeitig den Verbleib als Privatunternehmen zu verlängern.

Zudem hätten diese Maßnahmen in der Vergangenheit zur Steigerung der Unternehmensbewertung beigetragen. Die jüngste Transaktion im November bewertete die in London ansässige Digitalbank Revolut mit 75 Milliarden US-Dollar, nachdem der Wert ein Jahr zuvor noch bei 45 Milliarden US-Dollar lag, wie Bloomberg berichtet. Damit zeigt sich eine deutliche Aufwertung innerhalb kurzer Zeit.

Expansion und US-Banklizenz im Fokus

Parallel zu den Kapitalmarktüberlegungen treibe Revolut seine internationale Expansion voran. Das Unternehmen habe kürzlich eine Banklizenz in den USA beantragt. Diese würde es ermöglichen, direkt auf Zahlungssysteme der US-Notenbank zuzugreifen sowie Produkte wie Privatkredite und Kreditkarten anzubieten.

Die Genehmigung könnte bis zu einem Jahr dauern, wobei das Unternehmen intern ein Ziel von vier Monaten anpeilt, so Gründer und CEO Storonsky. Er äußerte sich dabei optimistisch: "Für uns ist es angesichts der neuen Regierung natürlich viel einfacher, zumal wir über so viele andere Banklizenzen verfügen und nun auch eine Banklizenz in Großbritannien haben" wird er zitiert.

Einordnung: Was bedeutet das für Anleger?

Für Privatanleger bedeutet der verschobene Zeitplan vor allem eines: Geduld. Ein kurzfristiger Zugang zur Revolut-Aktie bleibt vorerst ausgeschlossen. Stattdessen dürfte das Unternehmen weiterhin über private Finanzierungsrunden und Anteilsverkäufe bewertet werden.

Gleichzeitig zeigt die steigende Bewertung, dass das Interesse am Unternehmen hoch bleibt. Ein späterer Börsengang könnte somit unter günstigeren Voraussetzungen erfolgen, allerdings gilt es auch, die Risiken realistisch einzuschätzen. Die steigende Bewertung bei privaten Transaktionen zeigt zwar hohe Erwartungen, bedeutet aber auch, dass ein späterer Börsengang bereits viel Wachstum eingepreist haben könnte. Anleger sollten sich also bewusst sein, dass IPOs hoch bewerteter Tech-Unternehmen nicht automatisch kurzfristige Kursgewinne bringen. Der entscheidende Punkt wird sein, zu welchen Konditionen das Unternehmen tatsächlich an die Börse geht.

Wer dennoch schon aktuell im Fintech-Sektor investieren möchte, kann auf bereits gelistete Unternehmen ausweichen. Dazu zählen etwa digitale Zahlungsdienstleister oder Neobanken mit Börsennotierung. Diese bieten zumindest ein ähnliches Exposure zum strukturellen Wachstum des digitalen Bankings.

Thomas Zoller, Redaktion finanzen.net

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