"Tante-Emma-Investoren"

Goldman Sachs: Wall Street-Profis könnten hinter Privatanlegern zurückbleiben

17.06.20 23:09 Uhr

Goldman Sachs: Wall Street-Profis könnten hinter Privatanlegern zurückbleiben | finanzen.net

Laut Goldman Sachs haben unerfahrene Privatanleger in den vergangenen Monaten am Aktienmarkt ein glückliches Händchen bewiesen. Lassen die "Tante-Emma-Investoren" nun die Wall Street-Profis hinter sich zurück?

Werte in diesem Artikel

• Privatinvestoren legen Geld verstärkt an der Börse an
• "Tante-Emma-Investoren" erzielen mehr Rendite als Profis
• Zyklische und konjunktursensible Aktien besonders beliebt

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In der jüngsten Vergangenheit haben private Investoren verstärkt ihr Geld an der Börse angelegt. Der Crash an den Märkten durch die Coronavirus-Pandemie führte - trotz Sorgen um die Zukunft der Wirtschaft und damit einhergehender hoher Volatilität an den Börsen in den vergangenen Wochen - auch zu günstigeren Einstiegschancen für Anleger.

Privatanleger outperformen Profis

Daten von Goldman Sachs haben, wie MarketWatch berichtet, ergeben, dass ein Aktienkorb, der seit dem großen Corona-Crash im März von Privatanlegern vermehrt gekauft wurde, eine Rendite von 61 Prozent erzielte. Ein anderes Portfolio mit Anlagen von Investmentfonds und Hedgefonds - unter anderem auch des allseits bekannten Analysten David Kostin - habe dagegen eine Rendite von 45 Prozent erzielen können. Laut Daten von Goldman Sachs liegen die Wall Street-Profis in diesem Fall also ganze 16 Prozent hinter den privaten, sogenannten "Tante-Emma-Investoren" - die Privatanleger haben die professionellen Anleger übertroffen.

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Zykliker und konjunktursensible Titel gefragt

Laut den Goldman-Analysten sei ein Großteil der Outperformance von Privatanlegern Mitte Mai zu verzeichnen gewesen. Zu dieser Zeit kamen vermehrt positive Nachrichten hinsichtlich der Corona-Pandemie: Die auferlegten Beschränkungen zeigten Wirkung, viele Länder, die heftig getroffen wurden, schienen wieder Herr der Lage zu werden und Hoffnung kam auf, dass schlimme wirtschaftliche Folgen abgefedert würden und es zu einer schnellen konjunkturellen Erholung kommen könnte. Besonders gefragt seien in dieser Zeit zyklische Titel gewesen - darunter auch Unternehmen mit geringerer Marktkapitalisierung - als auch konjunktursensible Aktien, von denen Anleger, aufgrund der besseren Nachrichtenlage, eine positive Entwicklung erwarteten. Diese Aktien wurden "schnell von wertorientierten Privatanlegern angenommen und machen nun einen großen Teil unseres Einzelhandelskorbs aus", gibt MarketWatch die Goldman-Forscher wieder.

Diese Aktien kauften Privatanleger

Zu den Titeln, die Privatanleger gekauft haben, gehörten laut Goldman Sachs unter anderem Papiere von Penn National Gaming, Moderna, Tesla, MGM Resorts International, Royal Caribbean Cruises, Marathon Oil, Snap, GoPro, Norwegian Cruise Line, Groupon, NVIDIA, Ford Motor, General Motors, Facebook und Apple.

Redaktion finanzen.net

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