Wacker Chemie: Ein potenzielles Kriegsopfer

02.03.26 12:34 Uhr

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Die infolge der militärischen Auseinandersetzung in Nahost stark angezogenen Ölpreise belasten Wacker Chemie. Worauf jetzt zu achten ist!

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Die Stärke im Vorfeld der sich zuspitzenden Lage in Nahost war bei der Aktie von Wacker Chemie letztlich trügerisch. Mit Beginn des Krieges schoss der ohnehin schon durch die Spannungen im Vorfeld stark angezogene Ölpreis am Wochenende noch einmal nach oben. Hohe Ölpreise wiederum belasten Aktien aus dem verarbeitenden Gewerbe, allen voran der Chemie. Denn die Chemieindustrie ist unverändert stark vom Öl abhängig.

Banger Blick auf die Ölversorgung

Die Frage, wie es mit Wacker weitergeht, ist eng mit der Frage verknüpft, was Marktakteure für die weitere Entwicklung des Ölpreises erwarten. Hier geht der bange Blick auf den Seeweg, die Straße von Hormus. Rund 20 Prozent des weltweiten Öls passiert diese Meerenge, die noch vom Iran kontrolliert wird. Die Interessenlage ist somit klar: Der Iran versucht, diesen Seeweg möglichst lange einzuschränken oder gar ganz zu blockieren, um die Wirtschaft im Westen, aber auch weltweit, empfindlich zu treffen.

Kampf um das Nadelöhr

Gelingt es den USA und ihren Verbündeten, diese Meerenge wieder für die Ölindustrie schiffbar zu machen, dürfte dies den Ölpreis wieder dämpfen. Doch selbst in einem positiven Szenario könnte der Ölpreis noch über Wochen und Monate tendenziell hoch bleiben, wenngleich die OPEC bereits angekündigt hat, die Ölförderung zu steigern. Tritt das negative Szenario ein, in dem der Schiffsverkehr in der Meerenge über einen längeren Zeitraum stark eingeschränkt oder völlig blockiert wäre, dürften die Kurse von Aktien aus dem Chemie-Sektor unter Druck bleiben.

Fazit

Auf welches Szenario Anleger sich einstellen müssen, wird möglicherweise schon in den kommenden Tagen entschieden. Für die Chemiebranche könnte dies ein Wettlauf gegen die Zeit werden. Denn die ersten Signale einer Markterholung drohen, von einem hohen Ölpreis verschluckt zu werden. Allerdings reagierten die Ölpreise nach dem ersten Schock wieder mit deutlichen Rückgängen, liegen aber noch stark über dem Durchschnitt des Jahres 2025. Den starken Rückgang vom März 2020 durch Beginn der Corona-Krise ausgeklammert, war die Aktie von Wacker auf Zehnjahressicht selten so günstig wie aktuell. Panik ist unangebracht, Investoren sollten aber noch abwarten und die geopolitische Entwicklung beobachten.

Andererseits gibt es Unternehmen, die von dem Konflikt und seinen Konsequenzen für Themen wie Energiesicherheit dauerhaft profitieren könnten. Dazu gehören nicht zuletzt Anbieter aus dem Bereich Erneuerbare Energien, von denen einige schon zuletzt mit starken Zahlen und guter Aktien-Performance überzeugen konnten: zum Artikel

Rückenwind verspürt derzeit auch der Infrastrukturdienstleister Bilfinger, der 2026 auf weitere nennenswerte Aufträge aus dem Investitionspaket des Bundes zählen darf. Den zuletzt stark gestiegenen Kurs dürfte das weiter stützen: zum Artikel

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Erstellung am 02.03.26 um 11:11 Uhr.

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