Goldpreis: Erster Wochenverlust seit über zwei Monaten wahrscheinlich
von Jörg Bernhard
Weil die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump demnächst greifen wird, ging es mit dem Dollar bergauf und im Gegenzug mit dem Goldpreis bergab. Am gestrigen Donnerstag bestätigte Trump, dass am 4. März ein 25-prozentiger Zoll auf mexikanische und kanadische Waren in Kraft treten wird, während zusätzlich eine 10-prozentige Abgabe auf chinesische Importe für denselben Termin angedroht wurde. Für ein hohes Maß an Spannung sorgen aber auch die für den Nachmittag (14.30 Uhr) angekündigte Bekanntgabe der PCE-Preisdaten für den Monat Januar - das bevorzugte Inflationsmaß der US-Notenbank Fed bei der Ausrichtung der künftigen Geldpolitik. Ebenfalls interessant: Laut dem World Gold Council wurden seit Dezember über 600 Tonnen Gold in New Yorker Tresore verlagert - aus Angst vor drohenden Zöllen für Gold. Am Abend dürften sich die Marktakteure zudem für den Commitments-of-Traders-Report des US-Terminbörsenbetreibers (21.30 Uhr) stark interessieren. Dieser informiert einmal pro Woche über die Stimmung bei Gold-Futures.
Am Freitagmorgen präsentierte sich der Goldpreis mit fallenden Notierungen. Bis 8.00 Uhr (MEZ) ermäßigte sich der am aktivsten gehandelte Future auf Gold (April) um 20,80 auf 2.875,10 Dollar pro Feinunze.
Rohöl: Vor dem Wochenende schwächer
Am Donnerstag entzog Präsident Donald Trump dem US-Ölkonzern Chevron die Lizenz für den Betrieb in Venezuela, was das weltweite Angebot potenziell weiter verknappen könnte und den Ölpreis zunächst nach oben getrieben hat. Chevron exportiert etwa 240.000 Barrel pro Tag aus Venezuela, und ein Betriebsstopp würde mehr als ein Viertel der gesamten venezolanischen Ölproduktion unterbrechen. Die oben bereits erwähnten Zölle beinhalten eine 10-prozentige Abgabe auf kanadische Energieimporte. Auch diese sollen am 4. März in Kraft treten. Für leichten Verkaufsdruck sorgen indes Spekulationen über ein potenzielles Friedensabkommen in der Ukraine, welches die russischen Ölexporte erhöhen könnte. Auf Monatssicht steuert der Ölpreis auf seinen stärksten Rückgang seit September zu.
Am Freitagmorgen präsentierte sich der Ölpreis mit nachgebenden Notierungen. Bis gegen 8.00 Uhr (MEZ) ermäßigte sich der nächstfällige WTI-Future um 0,56 auf 69,79 Dollar, während sein Pendant auf Brent um 0,53 auf 73,04 Dollar zurückfiel.
Redaktion finanzen.net
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