Block-Aktie im Turbomodus: CEO Jack Dorsey setzt künftig auf KI statt Menschen - Tausende müssen gehen

Der US-Finanztechnologiekonzern Block hat am Donnertagabend Zahlen vorgelegt. Diese gerieten jedoch in den Hintergrund angesichts einer beispiellosen Wette des Unternehmens auf KI.
Werte in diesem Artikel
• Block hebt nach starkem Q4 den Ausblick für 2026 an
• Mehr als 4.000 Mitarbeiter werden durch KI ersetzt
• CEO Dorsey zeigt sich überzeugt, dass andere Unternehmen dem Beispiel folgen werden
Ausgerechnet im Rahmen der Vorlage starker Zahlen für das vierte Quartal kündigte der US-Finanztechnologiekonzern Block den wohl drastischsten Stellenabbau seiner Unternehmensgeschichte an. "Wir reduzieren Block um fast die Hälfte, von mehr als 10.000 Personen auf knapp 6.000", schrieb CEO Jack Dorsey in seinem Brief an Aktionäre, der die Zahlenvorlage begleitete. Mehr als 4.000 Mitarbeiter müssen somit das Unternehmen verlassen, das in Zukunft noch stärker auf KI-Tools setzen will.
Anleger feieren die Entscheidung in einer ersten Reaktion und treiben die Block-Aktie im Freitagshandel an der NYSE um satte 16,48 Prozent nach oben auf 63,52 US-Dollar. Offenbar zählt für die Investoren vor allem die Aussicht auf sinkende Kostenstrukturen und steigende Effizienz. Es stellt sich allerdings die grundsätzliche Frage, ob dies der Beginn einer neuen, KI-getriebenen Konsolidierungswelle in der Tech-Branche sein könnte.
Massenentlassung bei Block trotz starker Geschäfte - Das steckt dahinter
Block, zu dem unter anderem Zahlungsdienste wie Square und Cash App gehören, präsentierte für das Schlussquartal einen Umsatz von rund 6,25 Milliarden US-Dollar. Der Bruttogewinn stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 24 Prozent auf knapp 2,87 Milliarden US-Dollar. "2025 war ein starkes Jahr für uns. Das Bruttogewinnwachstum hat sich vom ersten zum vierten Quartal mehr als verdoppelt", schrieb auch Block-CEO Dorsey in seinem Aktionärsbrief. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Block nun zudem mit einem Bruttogewinnwachstum von 18 Prozent statt wie bisher 17 Prozent. Von einer operativen Krise kann also keine Rede sein - im Gegenteil, das Unternehmen wächst profitabel.
Dass ein Unternehmen in einer solchen Lage fast die Hälfte seiner Belegschaft streicht, ist erklärungsbedürftig. Vorstandschef Jack Dorsey begründet den Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung. Block wolle KI stärker integrieren, schneller und fokussierter werden. "Die Kernthese ist einfach: KI-Tools haben die Art und Weise, wie Unternehmen aufgebaut und geführt werden, verändert. Wir erleben das bereits intern. Ein deutlich kleineres Team kann mit den von uns entwickelten Tools mehr und bessere Ergebnisse erzielen", so Dorsey. Daher werde KI zukünftig im Mittelpunkt des gesamten Unternehmens stehen. "Wir bewegen uns hin zu einem Modell, in dem unsere Kunden ihre eigenen Funktionen direkt auf unseren Fähigkeiten aufbauen können. Das verändert unser Wesen als Unternehmen und steigert den Wert, den wir pro Kunde liefern können, erheblich", so der Block-CEO weiter. Es handelt sich bei den Massenentlassungen somit weniger um einen pauschalen Sparkurs als um eine tiefgreifende strukturelle Verschiebung innerhalb des Unternehmens.
Die "Financial Times" ordnet den Schritt als bewusste "KI-Wette" ein: Block setze darauf, dass technologische Automatisierung langfristig höhere Margen und schnellere Innovationszyklen ermöglicht - selbst wenn dies kurzfristig hohe soziale Kosten verursacht.
Werden andere Unternehmen folgen?
CEO Jack Dorsey geht davon aus, dass Block nicht das einzige Unternehmen bleiben wird, dass den Schritt weg von menschlichen Mitarbeitern und hin zu KI geht. "Innerhalb des nächsten Jahres werden meiner Meinung nach die meisten Unternehmen zum selben Schluss kommen und ähnliche strukturelle Veränderungen vornehmen", schrieb er im Aktionärsbrief.
Wie "MarketWatch" berichtet, folgen die Entlassungen bei Block zudem nur wenige Tage nach einer Studie von Citrini Research, in der ein fiktives Szenario beschrieben wurde, in dem in dem KI-Produktivitätstools so leistungsstark waren, dass sie weitreichende Veränderungen auf dem US-Arbeitsmarkt erzwangen. Dieses Szenario könnte nun offenbar schneller Realität werden als gedacht.
Redaktion finanzen.net
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