Jet-Kosten sorgen für Wirbel: Big-Short-Legende Michael Burry nimmt Palantir-Aktie ins Visier

Michael Burry und Palantir liefern sich seit Monaten einen öffentlichen Schlagabtausch. Nun nimmt der "Big-Short"-Investor die Jet-Ausgaben von CEO Alex Karp ins Visier.
Werte in diesem Artikel
• Palantir erstattet CEO Alex Karp 2025 rund 17,2 Mio. US-Dollar für Privatjet-Nutzung
• Michael Burry spricht von erhöhten Ausgaben und zweifelt an der Governance
• Analyst rechnet vor: Flugstunden deutlich über Peergroup-Niveau
Die Debatte zwischen dem "Big-Short"-Investor Michael Burry und dem Softwarekonzern Palantir Technologies entwickelt sich allmählich zu einem Dauerstreit: Bereits im Herbst vergangenen Jahres übte Burry mehrfach scharfe Kritik an dem US-Unternehmen.
So setzte der Starinvestor im November mit milliardenschweren Short-Optionen auf fallende Kurse, warnte kurz darauf vor spekulativen Übertreibungen im KI-Sektor, warf Palantir neben anderen Unternehmen der Branche üble Bilanztricks vor und brachte erst vor Kurzem ein mögliches Kursziel von 50 bis 60 US-Dollar ins Spiel. Nun geht der Konflikt in die nächste Runde.
Zweistellige Millionensumme für den CEO-Jet
Dieses Mal nahm der Starinvestor ein erst kürzlich veröffentlichtes 10-K-Formular von Palantir für das Geschäftsjahr 2025 ins Visier. Darin heißt es, dass CEO Alexander Karp für die Nutzung eines nicht-kommerziellen Flugzeugs, das ihm selbst wirtschaftlich zuzurechnen ist, im vergangenen Jahr 17,2 Millionen US-Dollar erstattet bekam. Zum Vergleich: Im Vorjahr lagen die entsprechenden Aufwendungen noch bei 7,7 Millionen US-Dollar. Die Kosten haben sich somit binnen eines Jahres mehr als verdoppelt.
Auf diese Passage hat es Burry abgesehen: Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Unterlagen schrieb er via X, es sei "eine beachtliche Leistung 17,2 Millionen US-Dollar in einem Jahr für Geschäfts- und Privatreisen auszugeben, insbesondere wenn das Flugzeug nicht einmal gemietet ist".
Analysten rechnen die Flugstunden durch
Unterstützung erhielt Burry bei seiner Argumentation von Berechnungen des Jefferies-Analysten Brent Thill. Laut einem Bericht von Benzinga legte Thill dar, welche Flugzeiten hinter einem Ausgabenvolumen von 17,2 Millionen US-Dollar stehen könnten. Bei angenommenen Betriebskosten von rund 7.000 US-Dollar pro Stunde für einen mittelgroßen Jet entspräche dies etwa 2.457 Flugstunden im Jahr. Das würde bedeuten, dass der CEO rechnerisch rund 28 Prozent des Jahres in der Luft verbracht hätte.
Selbst bei einem deutlich teureren Modell wie einer Gulfstream G650 mit geschätzten 15.000 US-Dollar pro Flugstunde ergäben sich noch rund 1.147 Stunden, was etwa 13 Prozent des Jahres entspräche. Thill bezeichnete die Ausgaben als "erhöht im Vergleich zu Peers". Zum Vergleich nannte er laut Benzinga Ausgaben von rund 1,8 Millionen US-Dollar bei Meta-CEO Mark Zuckerberg und etwa 2,4 Millionen US-Dollar bei Palo Alto Networks-Chef Nikesh Arora.
Neue Angriffsfläche in der Governance-Debatte
Was Michael Burry an den immens hohen Jet-Kosten so stört: aus seiner Sicht werfen sie Fragen nach Corporate Governance und Kostendisziplin auf. Während Palantir mit seinen Plattformen wie Gotham, Foundry und der Artificial Intelligence Platform (AIP) Effizienzgewinne bei Behörden und Unternehmen verspricht, scheint dies beim eigenen CEO keine Rolle zu spielen.
Mit der Jet-Debatte hat sich Michael Burry einmal mehr als einer der größten Palantir-Bären positioniert, nachdem der Investor in der Vergangenheit mit seinen Äußerungen schon häufig für Gesprächsstoff gesorgt hat. Ob die Diskussion um die CEO-Ausgaben nachhaltige Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Unternehmens an den Kapitalmärkten haben wird, bleibt jedoch abzuwarten.
Redaktion finanzen.net
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