Delivery Hero-Aktie deutlich tiefer trotz erreichtem Profitabilitätsziel - Resilienz trotz Wettbewerbsdruck

Delivery Hero ist im vergangenen Jahr weiter gewachsen und hat das Profitabilitätsziel erreicht. So reagieren Anleger auf die Zahlen.
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Für das Gesamtjahr 2025 berichtete der Konzern auf Basis eines Trading Updates einen Umsatz von 14,803 (Vorjahr: 12,796) Milliarden Euro und einen Bruttowarenwert GMV, der auch die Provisionsgebühren enthält, von 49,197 Milliarden Euro. Beim bereinigten EBITDA geht der Berliner Lieferkonzern davon aus, dass diese Kennziffer über 900 Millionen Euro liegen wird, nach 693 Millionen Euro im Vorjahr. Eine konkrete Zahl nennt die Gesellschaft zunächst nicht. Für das Gesamtjahr 2025 hatten Analysten ein bereinigtes EBITDA von 911 Millionen Euro und einen GMV von 49,53 Milliarden Euro geschätzt. Delivery Hero hatte einen bereinigten operativen Gewinn (bereinigtes EBITDA) in der Bandbreite von 900 bis 940 Millionen Euro als Prognose für 2025 ausgegeben.
"Im Jahr 2025 hat Delivery Hero seine Resilienz trotz wettbewerbsbedingtem und makroökonomischem Gegenwind gezeigt. Wir brachten das Asiengeschäft zurück auf Wachstumskurs, konnten unser Wachstum in Saudi-Arabien trotz harter Konkurrenz behaupten und haben das Segment Integrated Verticals in die Gewinnzone geführt", sagte Niklas Östberg, CEO und Mitgründer von Delivery Hero. Für das Schlussquartal berichtete der Konzern einen Umsatz von 3,881 (Vorjahr: 3,518) Milliarden Euro und einen Bruttowarenwert GMV von 12,402 (12,818) Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem GMV von 12,736 Milliarden Euro und einem Umsatz von 3,969 Milliarden Eurro gerechnet.
So bewegt sich die Delivery Hero-Aktie
Die Aktien von Delivery Hero schwankten am Freitag nach Geschäftszahlen via XETRA relativ stark. Wurde das Minus bis zum frühen Nachmittag noch auf mehr als 8 Prozent ausgeweitet, war es letztlich nur noch 4,36 Prozent groß. Die Aktie ging bei 19,66 Euro ins Wochenende, was den Titel zum Schlusslicht im MDAX machte. Der Kurs blieb unter der zuletzt umkämpften 20-Euro-Marke.
Analystin Annick Maas von Bernstein Research sprach von durchwachsenen Resultaten des Essenlieferdienstes im Schlussquartal. Der Umsatz sei etwas hinter den Erwartungen zurückgeblieben, während der freie Finanzmittelfluss positiv überrascht habe und das Asien-Geschäft endlich wieder wachse. Der Umsatz des vierten Quartals sei etwas mau gewesen, schrieb Andrew Ross von der britischen Investmentbank Barclays.
Monique Pollard von Citigroup sprach auch von einem enttäuschenden Zwischenbericht. Sie erwähnte noch, dass es von den Unternehmen keinen konkreten Ausblick gegeben habe, was aber auch nicht groß überrasche. Sie erwartet diesen erst mit dem Jahresbericht Ende März.
Im Fokus stand im Tagesverlauf auch eine Telefonkonferenz des Unternehmens. Der JPMorgan-Experte Marcus Diebel berichtete davon mit einem ermutigenden Fazit. Er attestierte dem Essenlieferdienst eine weiterhin starke Geschäftsdynamik, betonte aber, mögliche Abspaltungen von Geschäftsteilen seien derzeit der wichtigste Kurstreiber.
Die Aktien des Essenlieferdienstes sind schon länger von anderen Einflüssen geprägt als der Entwicklung des Tagesgeschäfts. Zuletzt belastete ein Rückschlag in einem Gerichtsprozess in Italien, doch in der Zeit davor war Fantasie dafür aufgekommen, dass einzelne Geschäftsaktivitäten zu Geld gemacht werden könnten.
Das Unternehmen selbst hatte im Dezember in einem Brief an die Aktionäre seine Unzufriedenheit mit der Aktienbewertung betont und die Prüfung strategischer Optionen zugesagt. Davor schon hatte eine Gruppe institutioneller Anleger angefangen, Druck auf das Management auszuüben.
DOW JONES und dpa (AFX)
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