Wechselbad der Gefühle

Bayer hat in den Rechtsstreitigkeiten um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter in den USA einen weiteren Fall für sich entschieden. Eine Geschworenen-Jury hat in Philadelphia zu Gunsten des Agrarchemie- und Pharmakonzerns geurteilt. Bayer hat damit 14 der letzten 20 Fälle gewonnen.
Die Glyphosat-Klagewelle kostete Bayer schon viele Milliarden Euro. Mittlerweile hofft das Unternehmen auf eine Grundsatzentscheidung des höchsten US-Gerichts. So kamen in den vergangenen Monaten US-Berufungsgerichte zu unterschiedlichen Einschätzungen darüber, ob das Bundesrecht zu Warnhinweisen beim Verkauf von Unkrautvernichtern über dem Recht von Bundesstaaten steht. Der Supreme Court könnte, falls er den Fall annimmt, eine endgültige Entscheidung treffen. Falls diese zugunsten von Bayer ausfällt, könnte der Konzern das Glyphosat-Thema perspektivisch abhaken.
Angesichts dessen kehrte - zumindest vorübergehend - das Interesse an der Aktie zurück. Die Papiere haben sich nicht nur von den Tiefs bei rund 25 Euro klar entfernt, sondern es gelang sogar der Sprung über den Widerstand bei 30 Euro. Allerdings kam es nun wieder zu einem Rückschlag. Grund ist die zweite US-Baustelle des Konzerns, die Klagen im Zusammenhang mit der Chemikalie PCB: Überraschend wird ein Fall, der schon abgehakt schien, neu aufgerollt.
Die enormen Schwankungen in der Bayer-Aktie zeigen, dass Teilschutz weiterhin elementar ist. Dazu bietet sich der Discounter von BNP aus ZJ 34/24 an (ISIN DE000PG48GK5), der noch mit einer Rendite von zwölf Prozent aufwartet.
Gerade wegen der hohen Volatilität bieten spekulative Papiere aber auch enorme Chancen. Zum Beispiel ein Discount Call von Morgan Stanley mit Cap knapp unterhalb des Mehrjahrestiefs (ISIN DE000MG0DTM6).
Christian Scheid ist seit rund 18 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig, davon seit circa zehn Jahren als freier Autor. Aktuell schreibt er für mehrere deutschsprachige Fachmagazine und -zeitungen in den Bereichen Aktien und Derivate, darunter Börse Online, Capital, Euro am Sonntag und Zertifikate // Austria. Per 1. Juli 2014 kehrte er zum ZertifikateJournal zurück, wo er bis Ende 2009 schon einmal tätig war und die damalige Österreich-Ausgabe des ZJ verantwortete.
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