Kreditkartenbetrug: So kann man sich schützen

Die Trickmethoden der Betrüger werden immer ausgeklügelter, Schutzmaßnahmen sind entsprechend empfehlenswert.
Verhalten im Betrugsfall
Egal ob bei Diebstahl, Verlust oder Betrugsmasche - die Kreditkarte sollte immer umgehend gesperrt werden. Unabhängig vom Anbieter kann die bundesweit einheitliche, dauerhaft erreichbare Notfallnummer (116 116) genutzt werden, um eine Kartensperrung zu veranlassen. Zusätzlich sollte die zuständige Bank beziehungsweise der entsprechende Berater kontaktiert werden.
Im Falle von Diebstahl oder Betrug sollte zudem die Polizei informiert werden, um den Vorfall nachweisen zu können. Sonst kann es im Schadensfall womöglich teuer werden. Gemäß Paragraph 675v des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) können "Zahlungsdienstleister des Zahlers von diesem den Ersatz des hierdurch entstandenen Schadens bis zu einem Betrag von 50 Euro verlangen". Voraussetzung ist jedoch, dass die "nicht autorisierten Zahlungsvorgänge auf der Nutzung eines verloren gegangenen, gestohlenen oder sonst abhandengekommenen Zahlungsinstruments oder auf der sonstigen missbräuchlichen Verwendung eines Zahlungsinstruments" beruhen. Können die Voraussetzungen nicht nachgewiesen werden oder hat der Zahler grob fahrlässig gehandelt, indem er beispielsweise die Kreditkartendaten online weitergeleitet hat, so muss der entstandene Schaden selbstständig beglichen werden.
Schutzmaßnahmen
Um die Kreditkarte zu schützen, sollte sie zunächst einmal sicher aufbewahrt werden und nicht frei zugänglich für Dritte sein. Auch die PIN sollte nicht weitergegeben, nicht gespeichert und nirgends notiert werden - insbesondere nicht in der Nähe der Karte. Um auch an Bezahlautomaten die PIN zu sichern, sollte das Eingabefeld stets zusätzlich mit der Hand abgedeckt werden. Sollte es möglich sein, die PIN individuell zu bestimmen, sollten einfache Kombinationen oder persönliche Daten (beispielsweise Geburtsdaten) vermieden werden.
Im digitalen Raum sollte darauf geachtet werden, dass das Online-Shopping nur über seriöse Webseiten erfolgt. Auch sollten Phishing-Mails oder Nachrichten, die nach den Kreditkartendaten fragen, ignoriert werden. Meist stammen diese Nachrichten von unbekannten Absendern oder wirken verdächtig. Grundsätzlich gilt jedoch, dass keine seriösen Unternehmen sensible Daten per E-Mail anfordern. Außerdem können zusätzliche Sicherheitsverfahren genutzt werden, die bei Online-Zahlungen einer weiteren Authentifizierung bedürfen.
Neben den physischen und digitalen Schutzmöglichkeiten existieren noch andere Optionen, um die Kreditkarte - also das eigene Geld - zu sichern. Zum einen sollten Kontoauszüge regelmäßig kontrolliert werden, um unberechtigte Transaktionen schnell aufdecken und anzeigen zu können. Umgekehrt sollte auch die Bank stets die neuesten Kontaktdaten besitzen, um bei einem von ihr festgestellten Betrugsfall den Kunden sofort erreichen zu können. Letztlich kann es auch hilfreich sein, ein Ausgabelimit festzulegen, so kann der angerichtete Schaden gegebenenfalls reduziert und schneller festgestellt werden.
Redaktion finanzen.net
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