Kreditaufnahme: Was es im Alter zu beachten gibt

Die deutsche Bevölkerung wird immer älter. Dementsprechend wird für Banken auch die Zielgruppe aus den höheren Semestern immer wichtiger. Das zeigt sich unter anderem bei der Kreditvergabe.
Auch im Alter versiegt der Traum nach einem Eigenheim bei vielen Menschen nicht. Aber lohnt es sich noch, mit 60 Jahren einen Kredit aufzunehmen? Lassen sich die Banken auf so ein Geschäft ein? Die einfache Antwort ist: Ja! Doch auf was sollte man achten?
Kreditaufnahme im Alter
Noch vor wenigen Jahren war es für Senioren nahezu unmöglich, im Alter noch einen Kredit aufzunehmen. Die im März 2016 in Kraft getretene europäische Wohnimmobilienkreditrichtlinie besagt nämlich, dass ein aufgenommenes Darlehen noch zu Lebzeiten abbezahlt werden sollte. Bei Banken standen viele Senioren aus diesem Grund nur zu oft vor verschlossenen Türen, wie Capital schreibt.
Mit einer Verordnung, die im Mai 2018 in Kraft trat und den Titel "Leitlinien für die Kreditvergabe bei Baudarlehen" trug, verbesserten sich die Chancen auf einen Kredit im Alter. Banken konnten ab diesem Zeitpunkt berücksichtigen, dass der Wert einer Immobilie die Kreditsumme übersteigt. Ist es wahrscheinlich, dass der Kreditnehmer sein Geld noch vor seinem Tod zurückzahlt und verfügt er zu Beginn über eine gute Bonität, dürfen Banken seitdem also die Möglichkeit vernachlässigen, dass der Kreditnehmer vorzeitig stirbt.
Renteneintritt: Gute Planung bei der Laufzeit
Doch vor allem angehende Rentner sollten sich gut überlegen, ob sie es sich leisten können einen Kredit abzubezahlen, denn in den meisten Fällen ändern sich die finanziellen Verhältnisse mit Renteneintritt. Das Ziel sollte deswegen sein mit Eintritt in die Rente eine Baufinanzierung möglichst abgeschlossen zu haben.
Kreditnehmern, denen es nicht möglich ist, ihren Kredit bis zum Renteneintrittsalter zu tilgen, sollten in jedem Fall eine flexible Finanzierung vereinbaren, rät Capital. Diese ermöglicht es, die Tilgung noch während des Berufslebens durch höhere Raten zurückzuzahlen, mit Eintritt in die Rente verringern sich dann die Tilgungsraten und somit auch die finanzielle Belastung.
Eine weitere Option, die sich ältere Kreditnehmer offen halten sollten, ist die Sondertilgung. Wird beispielsweise während der vereinbarten Kreditlaufzeit eine Lebensversicherung fällig oder besteht die Aussicht auf ein Erbe, kann dadurch die monatliche Belastung gesenkt werden. Dabei gilt es zu beachten, dass solche Optionen unbedingt vor Vertragsabschluss festgehalten werden müssen, da diese im Nachhinein nicht mehr eingefügt werden können.
Verhandlungsgeschick beweisen bei Kreditschwierigkeiten
Sollten Schwierigkeiten bei einem Kreditwunsch auftreten, kann es sich für Senioren lohnen, hartnäckig zu bleiben. Auf jeden Fall sollte man auf eine Kreditwürdigkeitsprüfung bestehen, rät BR24.
Eine weitere Möglichkeit wäre die Übernahme einer Bürgschaft durch ein Familienmitglied. Auch die Eintragung einer Grundschuld auf das Haus oder die Wohnung wäre denkbar. Solche Schritte sollten aber als eine der letzten Möglichkeiten ins Auge gefasst werden. Im Zweifel sollten Senioren besser auf einen Kredit verzichten, sollte die Gefahr zu groß sein, dass die fälligen Raten und Zinsen nicht mehr zurückgezahlt werden können.
Redaktion finanzen.net
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