Berufswelt

KI verändert Aufgaben, nicht Berufe - vor allem nicht im Handwerk

06.03.26 23:24 Uhr

Warum Handwerksberufe vor KI weitgehend sicher sind | finanzen.net

Während Bürotätigkeiten zunehmend automatisiert werden, bleiben handwerkliche Berufe vergleichsweise stabil, wie aktuelle Studien zeigen.

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KI trifft vor allem Büroarbeit - nicht den Werkzeugkoffer

Der Einfluss von Künstlicher Intelligenz beginnt leise - und zwar dort, wo Arbeit ohnehin aus Texten, Zahlen und Kommunikation besteht. Besonders bei Tätigkeiten, die Informationen erstellen, verarbeiten oder weitergeben, zeigt sich der größte Effekt. Das belegt eine umfassende Analyse von Microsoft, die anonymisierte Nutzungen von Copilot ausgewertet hat. Demnach ist KI vor allem in klassischen Wissens- und Bürojobs anschlussfähig.

Entsprechend hoch fällt die sogenannte KI-Anwendbarkeit bei Aufgaben mit starkem Schreib-, Kommunikations- und Analyseanteil aus. Körperliche Arbeit schneidet dagegen deutlich niedriger ab. Der Unterschied ist klar: Wo Informationen im Mittelpunkt stehen, kann KI unterstützen oder beschleunigen - wo Handarbeit gefragt ist, stößt sie schnell an Grenzen.

Wichtig ist die Einordnung: Es geht nicht um das Ersetzen ganzer Berufe, sondern um die Automatisierung einzelner Aufgaben. Die Studie zeigt, wo KI heute hilft oder Teilprozesse übernimmt - nicht, dass Arbeitsplätze pauschal verschwinden.

Handwerk bleibt gefragt - weil KI nicht anfassen kann

Während KI ihre Stärke vor allem bei informationsgetriebenen Tätigkeiten ausspielt, zeigt sich bei handwerklichen Berufen ein klarer Gegenpol. Tätigkeiten mit hohem manuellem und körperlichem Anteil gelten laut der Analyse von Microsoft als deutlich weniger KI-anfällig. Dazu zählen unter anderem Installateure, Dachdecker, Straßenbauer oder Maschinenführer. Der Grund: In diesen Berufen besteht nur ein geringer Anteil an Aufgaben, die sich sinnvoll an generative KI delegieren lassen.

Die Studie macht deutlich, warum das so ist. KI kann Informationen erklären, Arbeitsschritte planen oder Dokumentation unterstützen. Sie kann jedoch keine Leitungen verlegen, Dächer decken oder Maschinen bedienen. Sobald Tätigkeiten physischen Einsatz, handwerkliches Geschick und situatives Entscheiden erfordern, bleibt der praktische Nutzen von KI begrenzt.

Das Muster zeigt sich auch außerhalb des klassischen Handwerks. In Bereichen wie Pflege oder medizinischer Versorgung sind viele praktische Tätigkeiten ebenfalls weniger anfällig für KI-Unterstützung, weil sie unmittelbaren körperlichen Einsatz voraussetzen. Entsprechend niedrig fällt dort laut Studie die gemessene KI-Anwendbarkeit aus.

Angst vor KI ist verbreitet - Realität ist differenzierter

Trotz der nüchternen Befunde zur tatsächlichen Reichweite von KI ist die Verunsicherung groß. Ein erheblicher Teil der Beschäftigten nutzt bereits KI-Tools im Berufsalltag, zugleich sorgt sich mehr als ein Drittel um negative Auswirkungen auf den eigenen Arbeitsplatz. Das zeigt das EY European AI Barometer, das eine breite Kluft zwischen Nutzung und Sicherheitsgefühl offenlegt.

Viele Beschäftigte rechnen damit, dass der Einsatz von KI Arbeitsplätze verändern oder sogar abbauen könnte. Diese Erwartung ist kein Randphänomen, sondern europaweit verbreitet. Die Sorge speist sich weniger aus konkreten Erfahrungen als aus der Wahrnehmung eines tiefgreifenden technologischen Umbruchs, der Geschwindigkeit und Komplexität erhöht.

Auffällig ist die zentrale Diskrepanz: Die Nutzung von KI nimmt zu, doch Weiterbildung hält nicht Schritt. Zwar investieren immer mehr Beschäftigte Zeit in Qualifizierung, gleichzeitig wird die Qualität und Verfügbarkeit entsprechender Angebote häufig als unzureichend bewertet. Genau hier entsteht Unsicherheit - weniger aus der Technologie selbst, sondern aus fehlender Orientierung und Vorbereitung.

Redaktion finanzen.net

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Bildquellen: Bits And Splits / Shutterstock.com

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