Gewichtung

Cashflow-Rebalancing bei ETFs - steueroptimiert Gewichtung ausgleichen

28.03.26 23:24 Uhr

ETFs: Cashflow-Rebalancing leicht gemacht | finanzen.net

Beim Rebalancing wird die Gewichtung des Depots durch gezielte Maßnahmen wieder hergestellt. Eine davon ist das Cashflow-Rebalancing. Das steckt dahinter.

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• Schwankungen an Aktienmärkten machen Rebalancing nötig
• Beim Cashflow-Rebalancing wird neues Kapital investiert
ETF-Sparpläne hier mit verschiedenen Vorteilen

Schwankungen am Aktienmarkt, die die verschiedenen Positionen in einem Portfolio beeinflussen können, sind völlig normal. Auch wenn viele ETF-Anleger eine Buy-and-Hold-Strategie verfolgen, sollten sie sich dennoch bewusst sein, dass eben solche Schwankungen auch zur Verschiebung der Gewichtung im Portfolio führen können.

Mit Rebalancing das Gleichgewicht wiederherstellen

Hier wird das Rebalancing wichtig, also wieder Gleichgewicht ins das Depot zu bringen. Wird das Portfolio nie angepasst, könnte sich das angestrebte Risiko ungewollt erhöhen oder auf der anderen Seite könnte das avisierte Renditeziel nicht erreicht werden.

Auf ETFs bezogen könnte dies beispielsweise bedeuten, dass 70 Prozent des Portfolios in den breit gestreuten MSCI World-Index und 30 Prozent in einen enger gefassten und mit etwas mehr Risiko behafteten MSCI Emerging Markets-ETF investiert werden. Sollte nun der Emerging Markets-ETF deutlich besser als der MSCI World-Index abschneiden, würde dies unbeabsichtigt zu einer höheren Gewichtung des Emerging Markets-ETFs führen z.B. in Richtung 65 zu 35 Prozent oder auch 60 zu 40 Prozent.

Aus diesem Grund sollten Anleger die Entwicklung und die Gewichtung des Depots im Zuge von Schwankungen am Aktienmarkt im Blick behalten und wenn nötig eingreifen. Im Allgemeinen wird empfohlen ein solches Rebalancing einmal im Jahr vorzunehmen, oder wenn die Gewichtung mehr als fünf Prozent von dem ursprünglichen Ziel abweist.

Cashflow-Rebalancing

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten wie genau die Gewichtung entsprechend der eigenen Wünsche wieder hergestellt werden kann. Eine davon ist das sogenannte Cashflow-Rebalancing. Hierbei wird "neues Geld", also zum Beispiel Ersparnisse oder Weihnachtsgeld in jene Anlageklasse investiert, die im betrachteten Zeitraum weniger stark performte und somit an Gewichtung verlor.

Insbesondere bei ETF-Sparplänen bietet diese Maßnahme den Vorteil, dass dieser einfach angepasst werden kann, was keine Gebühren nach sich zieht, wie es wäre, wenn man Assets verkaufen oder neu kaufen müsste.

Um das obige Beispiel wieder aufzugreifen: Verfügt man über einen ETF-Sparplan für den MSCI World und einen weiteren für einen besser laufenden Emerging Markets-ETF, könnten die Sparraten für letzteren so lange ausgesetzt werden, bis die Gewichtung wieder der avisierten Allokation entspricht. Es können natürlich auch die Sparraten flexibel angepasst werden.

Zudem bietet das Cashflow-Rebalancing steuerliche Vorteile, da keine Kursgewinne realisiert werden und demensprechend auch keine Kapitalertragssteuer anfällt. Ob man jedoch frisches Geld in weniger stark laufenden ETFs investieren möchte, oder doch auf andere Maßnahmen zu Umgewichtung zurückgreift, bleibt jedem selbst überlassen.

Martina Köhler, Redaktion finanzen.net

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