Steigende Inflation, teures Öl: Wie Anleger ihr Depot jetzt schützen können

Der scheidende Chef der US-Notenbank Jerome Powell hat bei seiner Pressekonferenz nach der jüngsten Fed-Sitzung unmissverständlich klargemacht, was die Märkte in den kommenden Monaten erwartet: keine Zinssenkungen, solange die Inflation nicht spürbar nachgibt.
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Die Fed ließ den Leitzins zum zweiten Mal in Folge unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent und revidierte gleichzeitig ihre Inflationsprognose für 2026 von 2,4 auf 2,7 Prozent nach oben. Powells Kernbotschaft war nüchtern: Fortschritte beim Abbau des Preisdrucks seien zwar zu erwarten, aber deutlich langsamer als erhofft. Sollte diese Entwicklung ausbleiben, werde es schlicht keine Zinssenkung geben.
Ein zentraler Treiber dieser Einschätzung ist der Ölpreis. Seit amerikanische und israelische Streitkräfte Ende Februar die Militäroperationen gegen den Iran begonnen haben, kletterte Rohöl auf zeitweise über 100 Dollar je Barrel, ein Anstieg um rund 70 Prozent gegenüber dem Jahresbeginn. Die Spannungen um die Straße von Hormus, über die ein Fünftel der weltweiten Ölexporte fließt, bleiben ein ernsthaftes Risiko für die globale Energieversorgung. Powell räumte deshalb ein, dass das Ausmaß und die Dauer der Effekte auf die US-Wirtschaft kaum zuverlässig abschätzbar wären.
Für Anleger ergibt sich damit eine klare Ausgangslage: Das US-Zinsniveau bleibt länger oben als erhofft, Energie bleibt teuer und die Inflationserwartungen steigen erneut. Drei ETF-Bausteine bieten dagegen eine strukturelle Antwort, von direktem Realwertschutz über inflationsresistente Aktien bis hin zum Long-Engagement in Energieaktien.
Nicht jede Inflationsschutzlösung denkt global. Dieser ETF tut es: Statt sich auf den US-Markt zu beschränken, erfasst der iShares Global Inflation Linked Government Bond UCITS ETF USD (Acc) (ISIN IE00B3B8PX14 / WKN A0Q41X) inflationsgebundene Staatsanleihen aus dem gesamten Kreis der Industrieländer, mit den USA als größtem Block mit rund 43 Prozent, gefolgt von Großbritannien mit 23 Prozent sowie Frankreich und Italien. Der Fonds repliziert den Bloomberg World Government Inflation-Linked Bond Index und reinvestiert sämtliche Erträge. Mit einem Fondsvolumen von 466 Mio. Euro und einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,20 Prozent p.a. liefert er auch eine ansprechende Kosten- und Handelsliquiditätsstruktur.
Infrastruktur ist kein glamouröses Thema, aber in einem Umfeld hartnäckiger Inflation eines der wirkungsvollsten. Häfen, Pipelines, Stromnetze und Mautstraßen erwirtschaften Einnahmen, die oft direkt an Preisindizes gekoppelt sind, und reagieren damit strukturell anders auf Inflationsdruck als zyklische Sektoren. Der Xtrackers S&P Global Infrastructure Swap UCITS ETF 1C (ISIN LU0322253229 / WKN DBX1AP) setzt auf 75 Unternehmen aus dem S&P Global Infrastructure Index, den er synthetisch per Swap abbildet. Das Fondsvolumen beläuft sich auf 474 Mio. Euro, die TER auf 0,60 Prozent p.a., Erträge werden thesauriert.
Während breite Energie-ETFs oftmals Konzerne wie ExxonMobil oder Shell mit ihren integrierten Geschäftsmodellen abbilden, beschränkt sich der iShares Oil & Gas Exploration & Production UCITS ETF (ISIN IE00B6R51Z18 / WKN A1JKQL) auf einen Aspekt der Wertschöpfungskette: Er konzentriert sich ausschließlich auf Unternehmen, die Öl und Gas aktiv fördern und erkunden. Das macht ihn sensibler für Preisbewegungen am Rohstoffmarkt, und zwar in beide Richtungen. Der S&P Commodity Producers Oil & Gas Exploration & Production Index wird vollständig physisch nachgebaut; die 67 Positionen werden von Canadian Natural (10,62 Prozent), ConocoPhillips (10,06 Prozent) und EOG Resources (9,53 Prozent) angeführt. Geografisch dominieren USA und Kanada mit zusammen rund 80 Prozent. Das Fondsvolumen beträgt 497 Mio. Euro, die liegt bei TER 0,55 Prozent pro Jahr.
Fazit: Das Zusammenspiel aus hartnäckiger Inflation, weiterhin erhöhtem Zinsniveau und geopolitisch getriebenen Energiepreisen dürfte noch mehrere Quartale prägend bleiben. Die drei vorgestellten ETFs decken unterschiedliche Aspekte dieses Umfelds ab und könnten so die Auswirkungen der aktuellen Lage begrenzen oder sie sogar zum Vorteil umkehren.
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